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Montag, 15.08.2016

„Ein spannender, blutiger Mix“

Hobbyfilmer Stefan Peschmann sorgt dafür, dass seinen Zuschauern die Haare zu Berge stehen.

Gruselt gern sich und andere: Filmer Stefan Peschmann.
Gruselt gern sich und andere: Filmer Stefan Peschmann.

© Andreas Weihs

Meißen. Im Meißer Kino hatte jetzt ein Horrorfilm aus dem Elbland Premiere. Der 36-jährige Lagerist und Hobbyfilmer Stefan Peschmann aus Pröda in Käbschütztal hat sich mit dem Streifen „Lock the Doors“ einen Traum erfüllt.

Was fasziniert Sie am Genre Horror?

Kurz gesagt: Das Gesamtpaket aus Gewalt, Grusel und natürlich der Spannung. Was passiert gerade? Warum? Was wird als Nächstes passieren? Die Auflösung am Schluss ist dabei das Wichtigste. Sie muss den Zuschauer packen und überraschen.

Wann haben Sie begonnen, Filme zu machen?

Das weiß ich noch genau. Am 29. Oktober 2013. Da habe ich die Produktionsfirma Dark Corridor Entertainment gegründet und mir damit einen Lebenstraum erfüllt. Seit ich 18 Jahre alt war, ist dieser Traum in meinem Kopf gewesen, und da hab ich mir gedacht, entweder machst du’s jetzt oder lässt es für immer. Ich hab’s gemacht.

Woher kommt die Idee zu „Lock the Doors“?

Das läuft bei mir immer nach dem gleichen Schema ab. Zuerst muss ich wissen, wer bei dem Film mitspielt. Dann kann ich für die Darsteller Rollen schreiben. Der Drehort spielt auch eine wichtige Rolle. Der Film soll ja authentisch werden. Vor Ort überlege ich mir schon die Kamerabewegungen. Das Drehbuch schreibt sich dann fast von allein.

Apropos Drehort. Wo wurde dieser Film gedreht?

Zu 75 Prozent in Barnitz, das liegt in der Gemeinde Käbschütztal. Dort wurde mir netterweise ein Wohnhaus zum Drehen zur Verfügung gestellt, wofür ich sehr dankbar bin. Das war auch der schwierigste Part beim Drehen. Es darf sich ja nichts verändern. Kein Kissen darf anders liegen und auch die Uhren an der Wand müssen die richtige Zeit im Film anzeigen. Außerdem wurden Szenen in Pröda, Deila, Leutewitz, Meißen und Dresden gedreht, je nachdem, wo die Atmosphäre perfekt war. Manchmal haben wir auch eine Drohne eingesetzt, die einen schönen Überblick von oben bietet.

Wie lange haben Sie an dem Film gearbeitet?

Bis zum letzten Drehtag ist ein knappes Jahr vergangen. Als der letzte Schnitt an dem Film gemacht wurde, war er nach eineinhalb Jahren endgültig fertig. Danach habe ich nur noch die englischen Untertitel in Auftrag gegeben.

Was macht Ihnen bei der Filmproduktion am meisten Spaß?

Alles. Von der ersten Idee in meinem Kopf, über die Kameraführung, bis hin zu den Effekten. Auch die Zusammenarbeit mit den Laiendarstellern ist meistens sehr lustig. Manchmal kann es auch nervig sein, weil ich sehr pingelig bin und alles perfekt sein soll. Aber im Großen und Ganzen ist die Produktion von Filmen das Beste, was mir je passiert ist.

Gibt es auch Situationen, in denen Sie am liebsten das Handtuch werfen würden?

Das kommt auch vor, ja. Wie gesagt, ich bin ein Perfektionist und will, dass alles passt. Wenn man eine Szene oft neu drehen muss, ist das sehr frustrierend. Manche Kritiken sind auch hart. Man steckt in den Film ja sein Leben rein und dann tut eine harsche Kritik besonders weh.

Kommt es in Zukunft auch infrage, Filme anderer Genres zu machen?

Actionfilme zu produzieren ist ein großer Traum von mir. Dafür müssten aber Profis mit an Bord kommen. Die Choreografie wirkt sonst zu dilettantisch. Auch ein anderes Genre wäre interessant. Wie Robert Englund alias Freddy Krüger einmal treffend gesagt hat: „Ich kann mir auch eine Liebeskomödie mit der einen oder anderen Enthauptung vorstellen.“

Worauf können sich die Zuschauer von „Lock the Doors“ freuen?

Auf einen spannenden und blutigen Mix aus einer guten Story, passender Musik und Effekten sowie glaubwürdigen Charakteren und auf hohe Professionalität. Darauf habe ich sehr viel Wert gelegt. Besonders die finale Szene von Nina ist sehr schön geworden.

Für alle, die nicht bei der Premiere dabei sein konnten: Die Special-Edition-DVD kann im Internet auf der Seite www.enterthedarkcorridor.de/shop vorbestellt werden.

Das Gespräch führte Maria Odrig.