Dienstag, 04.12.2012

Ein Prozess zum Wiehern

Ein Trio zum „Pferdestehlen“ auf der Anklagebank: Seit gestern stehen Anita S. (46), ihr Ehemann Peter S. (51) und die gemeinsame Freundin Heike von P. (46) wegen Bankrotts und Beihilfe vor dem Chemnitzer Amtsgericht. Das Ehepaar hatte bis 2009 einen Reiterhof in Neukirchen und soll nach dem Insolvenzantrag die besten Pferde im Stall vor den Gläubigern in Sicherheit gebracht haben.

Peter S., Heike von P. und Anita S. sollen Pferde als Insolvenz-Vermögenswerte beiseitegeschafft haben. Foto: Rydzik
Peter S., Heike von P. und Anita S. sollen Pferde als Insolvenz-Vermögenswerte beiseitegeschafft haben. Foto: Rydzik

Chemnitz/Reinsberg. Fünf Jahre lang betrieb das Ehepaar den Reiterhof in Neukirchen bei Reinsberg, 2009 kam das finanzielle Aus. Zeuge Reinhart K. (62) wohnte bis 2010 auf dem Reiterhof, belastete die Angeklagten schwer: „Es gab zu Pfingsten 2009 die Überlegung seitens Herrn S., alles an Frau von P. zu überschreiben. Ich habe gesehen, dass Kaufverträge dafür auf 2006 zurückdatiert wurden.“ Der Kontakt des Ehepaars zu Heike von P. aus Schleswig-Holstein sei über einen Pferdekauf zwischen 2006 und 2008 entstanden.

Vermutlich, um sich nach dem Bankrott einen Neustart zu finanzieren, wurde laut Anklage das Wertvollste vor den Gläubigern versteckt: neben acht Pferden - jeweils zwischen 5.000 und 15.000 Euro wert - auch Autos und Pferdeanhänger im Gesamtwert von rund 150.000 Euro.

Der Prozess wird fortgesetzt, um weitere Zeugen zu hören. (ary)

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