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Donnerstag, 12.10.2017

Ein Lied gegen die Traurigkeit

Zur Woche der Seelischen Gesundheit vereinen sich neben Fachleuten viele Musiker und Sportler gegen Depressionen.

Von Daniela Pfeiffer

Sorgt mit ihrer Musik für gute Laune: Die Görlitzer Schlagersängerin Nicci Schubert unterstützt die Woche der Seelischen Gesundheit. Am Mittwoch war sie auch beim Eishockey-Benefizspiel der Weißwasser Füchse gegen die Nieskyer Tornados – im Bild mit dem Nieskyer Mannschaftskapitän Sven Becher und dem Mannschaftskapitän der Füchse, André Mücke.
Sorgt mit ihrer Musik für gute Laune: Die Görlitzer Schlagersängerin Nicci Schubert unterstützt die Woche der Seelischen Gesundheit. Am Mittwoch war sie auch beim Eishockey-Benefizspiel der Weißwasser Füchse gegen die Nieskyer Tornados – im Bild mit dem Nieskyer Mannschaftskapitän Sven Becher und dem Mannschaftskapitän der Füchse, André Mücke.

© Joachim Rehle

Landkreis Görlitz.Wer diese Frau sprechen oder singen hört, bekommt automatisch gute Laune. Nicci Schubert, aufstrebende Schlagersängerin aus Görlitz, unterstützt mit ihrer Musik die Woche der Seelischen Gesundheit. Diese läuft gerade bundesweit und erstmals auch mit vielen Veranstaltungen im Landkreis Görlitz.

„Mit guter Musik geht es einem doch gleich besser“, sagt die 31-Jährige. Deshalb hat sie nicht gezögert, als sie gefragt wurde, bei der Aktionswoche mitzumachen – und bei der Werbetour, die vor zwei Wochen lief. Mit einem umgebauten Robur-Bus fuhr man durch den ganzen Landkreis, um vor allem auf Märkten auf die Aktionswoche aufmerksam zu machen. Nicci Schubert hatte extra Urlaub dafür genommen. „Diese Tage waren sehr aufschlussreich, ich habe viele nette Menschen kennengelernt“, sagt sie. Und ihr ist bewusst geworden, dass es so einige Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung gibt, wenn jemand von Depressionen betroffen ist.

Genau das ist das Anliegen. Die Aktionswoche mit Vorträgen, Veranstaltungen und buntem musikalischen Rahmenprogramm soll Aufmerksamkeit erregen, über Angebote informieren und vor allem Menschen, die sich einigeln und traurig sind, erreichen. Organisiert wird sie vom Görlitzer Verein „Initiative Görlitz“, speziell von Matthias Gahmann, der für den Verein arbeitet. Er will die Woche, die seit Montag läuft, als Plattform für all die verstanden wissen, die sich mit dem Thema seelische Gesundheit beschäftigen, sowohl beruflich, als auch in der Freizeit. Vorbehalte, Wissensdefizite und Ängste sollen abgebaut – im Gegenzug Mut gemacht, motiviert werden.

Jedes Jahr soll eine solche Woche von nun an stattfinden, um so dem Problem Depression langfristig zu begegnen. Die Initiative hat bereits ein großes Netzwerk im Landkreis geflochten, arbeitet mit unzähligen Partnern zusammen, etwa dem Gesundheitsamt. Unterstützung kommt in dieser Woche auch vom Sport. So hatten sich die Eishockeymannschaften von Niesky und Weißwasser zu einem Benefizspiel bereit erklärt, das am Mittwoch in Weißwasser stattfand. Was Sport und Depression gemeinsam haben, wissen die Lausitzer Füchse aus Weißwasser allzu gut. „Die Kraft schwindet und man hat keine Energie mehr“, bekannte der ehemalige Geschäftsführer und Spieler der Lausitzer Füchse Matthias Kliemann über die großen Videoleinwände in der Eisarena. Ehrlich und emotional blickte er in die Kamera. Sagte, was Depressive oft am eigenen Leib spüren. Kliemann hatte Anfang des Jahres seinen Posten als Füchse-Boss auf eigenen Wunsch hin abgegeben, fühlte sich der Aufgabe nicht mehr gewachsen. Für seinen offensiven Umgang mit der Erkrankung Depression erntete er den Respekt der Fans am Dienstagabend in Weißwasser. Der populäre Sport Eishockey soll als „Brückenbauer“ für das eher unpopuläre Thema Depression dienen.

Mit René Kindermann ist ein Sportreporter Botschafter für das Bündnis gegen Depression. Er wird am Sonntag auf der Bühne in Görlitz zu erleben sein. Denn der krönende Abschluss der Gesundheitswoche sollen drei bunte, abwechslungsreiche Tage auf und um den Görlitzer Marienplatz sein. Damit, so hofft Matthias Gahmann, sollen noch einmal viele Menschen erreicht werden. Auch Nicci Schubert ist dann noch einmal zu sehen. (mit SZ/ck)