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Freitag, 12.01.2018 Gut zu wissen

Ein kleines Happy End

Marco Schmidt hat für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Goselitz gekämpft. Er verbucht zumindest einen Teilerfolg.

Von Frank Korn

Lara Schmidt steht vor dem Schild Achtung, das im November kurz vorm Ortseingang aufgestellt wurde.
Lara Schmidt steht vor dem Schild Achtung, das im November kurz vorm Ortseingang aufgestellt wurde.

© Dietmar Thomas

Goselitz. Mehr ist wohl nicht drin. Marco Schmidt kämpft seit knapp zwei Jahren darum, dass der Verkehr auf der Kreisstraße, die durch Goselitz in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig führt, sicherer wird. Damals wurde seine Tochter Lara Opfer eines Unfalls, nachdem sie aus dem Schulbus ausgestiegen war und die Straße überquerte (DA berichtete). Auch wenn sein Kampf um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer nicht von Erfolg gekrönt war, sieht Marco Schmidt seine Bemühungen doch belohnt. Unmittelbar nach dem Unfall wurde vor der Bushaltestelle ein Warnschild an einem Baum angebracht. Damit gab sich der Vater aber nicht zufrieden. „Dieses Schild zeigt kaum Wirkung, da man es im Sommer aufgrund der Blätter auch erst spät sieht“, so Schmidt. Nun wurde im November auch am Ortseingang von Goselitz ein Warnschild mit dem Zusatz „Schulweg kreuzt“ angebracht.

Auch am Zaun des Grundstücks von Familie Schmidt prangt seit der vergangenen Woche ein Schild. Doch das hat Marco Schmidt nicht von einer Behörde, sondern von einem Radiosender. „Ich habe bei einer Aktion von Hitradio RTL mitgemacht, die darauf abzielt, die Straßen in Sachsen für Kinder sicherer zu machen“, erzählt der Goselitzer. Er sei von den Radiomachern zu seinem Problem interviewt worden und dann zwei Tage später im Radio zu hören gewesen, so Marco Schmidt.

Es sind nur reichlich 300 Meter, die seine Tochter Lara von ihrem Elternhaus bis zur Bushaltestelle laufen muss. „Lara ist nicht unbedingt ängstlich, hat aber doch großen Respekt. Wenn ein Auto kommt, tritt sie zur Seite, wenn das möglich ist“, so Marco Schmidt. Ein Fußweg beginnt erst nach der Haltestelle.

Nach dem Unfall hatte sich Marco Schmidt um eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Ort bemüht. Als die Ostrauer Verwaltung damals von diesem Vorfall erfuhr, setzte sie sich für das Aufbringen einer roten Markierung – wie es sie zum Beispiel in Großweitzschen gibt – ein. Diese sollte den Schulweg entlang der Kreisstraße in Goselitz bis zur Bushaltestelle sicherer machen. Aus bautechnischen Gründen wie der unzureichenden Straßenbreite könne eine solche Markierung nicht aufgebracht werden, hieß es in einer Begründung des Landratsamtes, die die Gemeinde Ostrau als Antragsteller erhielt. Im Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass das Gefahrenzeichen „Kinder“ mit dem Zusatzzeichen „Schulbus“ dem Kraftfahrer bereits anzeigt, dass in diesem Bereich mit Schulkindern zu rechnen ist und er entsprechend vorsichtig fahren soll.

Früher hat es 30er-Zonen in Goselitz und in Möbertitz bereits einmal gegeben, bevor die Kreisstraße durch die Orte saniert wurde. Vor der Instandsetzung sei die Straße zu schmal für den Begegnungsverkehr gewesen. Deshalb habe es die 30er-Zonen gegeben. Sie hatte außerdem eine Lärmschutzfunktion, da die Fahrbahn aus Kopfsteinpflaster bestand. „Die Straße ist zur Rennstrecke geworden, seit der Belag erneuert wurde“, sagt Marco Schmidt. Auch zweifelt er an, dass die versprochenen Geschwindigkeitskontrollen etwas bringen. Er selbst habe noch keine Aktionen dieser Art beobachtet, so Schmidt. „Ein Nachbar hat schon mal ein Auto stehen sehen, doch das war mittags gegen 13 Uhr. Wenn, dann müsste zu Zeiten geblitzt werden, wenn die Kinder auf dem Weg zum Schulbus sind“, fordert der Goselitzer. (DA/mit je)