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Donnerstag, 14.09.2017

Ein Dorf wird umgegraben

Nach drei Jahren Dauerbaustelle können die Helbigsdorfer bald aufatmen. Zuvor gibt es nochmals eine Vollsperrung.

Von Annett Heyse

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An der Talstraße Helbigsdorf/Herzogswalder Straße in Helbigsdorf ist eine neue Stützwand entstanden. In den ersten beiden Oktoberwochen wird hier nochmals komplett gesperrt. Dann erfolgen der Neubau der Einmündung und Asphaltarbeiten.
An der Talstraße Helbigsdorf/Herzogswalder Straße in Helbigsdorf ist eine neue Stützwand entstanden. In den ersten beiden Oktoberwochen wird hier nochmals komplett gesperrt. Dann erfolgen der Neubau der Einmündung und Asphaltarbeiten.

© Andreas Weihs

  • An der Talstraße Helbigsdorf/Herzogswalder Straße in Helbigsdorf ist eine neue Stützwand entstanden. In den ersten beiden Oktoberwochen wird hier nochmals komplett gesperrt. Dann erfolgen der Neubau der Einmündung und Asphaltarbeiten.
    An der Talstraße Helbigsdorf/Herzogswalder Straße in Helbigsdorf ist eine neue Stützwand entstanden. In den ersten beiden Oktoberwochen wird hier nochmals komplett gesperrt. Dann erfolgen der Neubau der Einmündung und Asphaltarbeiten.

Wilsdruff. Leise plätschert es unterhalb einer neuen Stützmauer. Dort, gut zwei Meter tiefer, gurgelt die Ursache all des Aufwands dahin. Der Helbigsdorfer Bach ist zu normalen Zeiten ein Rinnsal, welches man mit einem großen Schritt und etwas Schwung überqueren kann. Manche seiner Zuflüsse sind noch schmaler, im Sommer trocknen sie mitunter komplett aus. Doch das mickrige Gewässer kann täuschen. Deshalb wird im Wilsdruffer Ortsteil Helbigsdorf – mit kleinen Unterbrechungen – seit 2015 gebaut. Jetzt sind die Arbeiten fast beendet.

Der Landkreis lässt entlang der Talstraße sämtliche Durchlässe, in denen der Bach die Straße unterquert, erneuern. Im letzten Bauabschnitt wurde zudem die Brücke zu einem Bauernhof neu betoniert. Es ist ein riesiger Aufwand. Die Talstraße wurde an mehreren Stellen komplett aufgegraben, der Bach umgelenkt, die Durchlässe betoniert und auch zwei Stützmauern gesetzt.

Anlass für die Bauarbeiten war das Hochwasser im Frühsommer 2013. Weil Helbigsdorf in einem v-förmigen Tal mit vielen Feldern herum liegt, kommt das Wasser bei starkem und tagelangem Regen wie damals nicht nur von drei Seiten, es kommt auch gewaltig. „Der Bach hat mehrere Zuläufe innerhalb des Ortes, die führen das Wasser teils von den Feldern ab“, erläutert Projektleiter Sebastian Schmidt. Das Einzugsgebiet des Dorfbaches sei groß, die Wassermassen würden bei starkem Regen ungehindert ins Tal rauschen. Dementsprechend hoch waren auch die Schäden im Juni 2013. Der Bach hatte die Uferböschungen beschädigt, teils die Straße unterspült, die Durchlässe waren beschädigt.

2014 starteten die ersten Sanierungsmaßnahmen, richtig los ging es 2015 auf Höhe des alten Bahnhofes sowie etwas oberhalb davon. Im vergangenen Jahr standen dann zwei Straßenbrücken und eine neue Stützmauer. Seit April 2017 wird am dritten und letzten Abschnitt gebaut, die Talstraße ist seither voll gesperrt. Damit der Ort für das nächste Hochwasser besser gewappnet ist, werden alle Durchlässe nach Stand der Technik angelegt. „In die Planung wurden Gutachten mit Berechnungen zu möglichen Hochwassern einbezogen“, erklärt Projektmanager Schmidt.

Kleiner Bach, viel Wasser

Dementsprechend groß werden alle Durchlässe angelegt, die Dimensionen richten sich exakt nach einem Regelwerk für solche Bauten. Schmidt: „Das wirkt für diesen anscheinend kleinen Bach erst einmal riesig, ist aber notwendig, damit beim nächsten Hochwasser nicht gleich wieder solche Schäden entstehen.“ Dass in Helbigsdorf nun gleich drei Brücken und zwei Stützmauern erforderlich sind, liegt am Verlauf des Gewässers. Der Dorfbach schlängelt sich derart durch den Ort, dass er dabei mehrmals die Straße kreuzt beziehungsweise tangiert.

Mittlerweile sind gut 70 Prozent der Arbeiten in Bauabschnitt Nummer drei erledigt. Der Rest soll nun recht schnell vonstatten gehen. Der Eigenbetrieb Trinkwasserversorgung Braunsdorfer Höhe aus Wilsdruff muss noch Restarbeiten an einer Trinkwasserleitung ausführen. Diese wurde im Zuge des Straßenbaus umverlegt. Anschließend soll in den Herbstferien der Asphalt auf der Talstraße eingebaut werden. Dann ist auch nochmals eine Vollsperrung der gesamten Ortsdurchfahrt notwendig. Das heißt, nicht nur auf der ohnehin seit Monaten gesperrte Talstraße gibt es kein Durchkommen. Abgeriegelt wird auch nochmals die Verbindung Herzogswalde – Helbigsdorf – Limbach.

Der Grund: Die Herzogswalder Straße, die in einem spitzen Winkel kurz vor dem Dorfplatz auf die Talstraße trifft, wird auf ihren letzten Metern neu gestaltet. Die Einmündung wird dabei so verbreitert, dass zukünftig ein bequemeres Abbiegen möglich ist. Geplant ist, mit dem Straßenbau nach den Herbstferien weitestgehend fertig zu sein. Dann erfolgen bis Ende November noch Restarbeiten, wie das Aufbauen von Geländern oder das Markieren der Fahrbahn. Nach gut drei Jahren Dauerbaustelle können die Helbigsdorfer dann aufatmen. Die Hochwasserschäden sind beseitigt und weitere große Straßenbaumaßnahmen innerhalb der Ortschaft zunächst nicht vorgesehen.