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Dienstag, 03.10.2017

Ehemals illegal

DRAMA: „Tom Of Finland“von Dame Karukoski

Zu sehen gibt es auch beeindruckende Landschaftsbilder. V.l.: Jack (Jakob Oftebro) und Doug (Seumas Sargent).Foto: Josef Persson/Helsinki Filmi Oy
Zu sehen gibt es auch beeindruckende Landschaftsbilder. V.l.: Jack (Jakob Oftebro) und Doug (Seumas Sargent).
Foto: Josef Persson/Helsinki Filmi Oy

Finnisches Kino hat zumeist mit Aki Kaurismäki zu tun. Allerdings ist er ein Seltener, macht große Pausen und lässt sich bitten, um eine nächste skurrile Geschichte aus seiner Heimat zu erzählen. Kaurismäkis bislang letzter Film „Die andere Seite der Hoffnung“ ist nach erfolgreichem Kinoeinsatz gerade auf DVD/Blu-Ray erschienen. Er lohnt sich. So wie das zweite finnische Werk in diesem Jahr, das jetzt startet und unmissverständlich heißt: „Tom Of Finland“.

Touku Laaksonen hatte es als Künstler nicht leicht, gerade aus dem europäischen Norden in der Welt bekanntzuwerden. In den Fünfzigerjahren sind die Nachwehen des Zweiten Weltkriegs auch in Finnland noch präsent, hinzukommt, dass Laaksonen sich ungewöhnlich offen zu seiner Homosexualität bekennt. Was für ihn, den Ex-Soldaten, die Kämpfe verlängert. Also macht er aus großer Not eine Tugend und erfindet sich in seinen Zeichnungen als „Tom Of Finland“ neu. Seine Bilder werden Ikonen und letztlich Symbole einer ganzen Community. In den 1970ern steht Touku Laaksonen dann die Welt offen.

„Tom Of Finland“ als Spielfilm reflektiert über seine Lebensgeschichte. Trotz rigoroser strafrechtlicher Verfolgung zeichnet Touku für sich und seine Freunde Bilder von ungezügelten, freien, stolzen schwulen Männern. Während der Arbeit in einer Werbeagentur verliebt er sich in den Tänzer Veli Mäkinen, beide müssen ihre
Beziehung geheim halten. Doch Veli ermuntert Touko, seine Arbeiten anzubieten. Mit dem Umweg über Berlin gelingt es schließlich.

„Tom Of Finland“ startet nur kino im dach und im Thalia, DD.