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Mittwoch, 12.04.2006

Ehe-Stress, Job-Probleme: Sportschütze erschoss sich

WOLKENSTEIN - Er steckte sich den Lauf der Pistole (Kaliber 9 mm) in den Mund und drückte ab. Ein Knall - Steffen H. (47) war sofort tot. Der Versicherungsmakler setzte seinem Leben freiwillig ein Ende - auf einer Parkbank am Waldesrand.

Familie, Job, Eigenheim: Nach außen schien alles perfekt. Doch hinter der schicken Fassade des Einfamilienhauses am Ortsausgang von Falkenbach (bei Wolkenstein) brodelte es gewaltig. Probleme im Beruf und Stress mit seiner Frau machten Steffen H. Sorgen. Der schwer zuckerkranke Mann hatte die Nase voll. Immer wieder stritt sich der Hobbyschütze mit seiner Gattin. Und auch die drei erwachsenen Kinder bekamen den Ärger mit. Während seine Frau Hilfe bei einem Psychologen suchte, sah Steffen H. schließlich keinen Ausweg mehr.

Am Vormittag schlich er über einen Feldweg in Richtung Wald. In der Hand: eine Plastetüte mit der Pistole darin. Ein Anwohner hörte wenig später einen Knall, rannte sofort los - doch zu spät. Auch der alarmierte Rettungsarzt konnte nicht mehr helfen.

Polizeisprecherin Heidi Hennig (50): „In einem Abschiedsbrief hatte er seinen Selbstmord angekündigt.“ Die Pistole besaß Steffen H. rechtmäßig - er war seit 1998 Mitglied der Erzgebirgischen Feuerschützengesellschaft in Jöhstadt (35 Mitglieder). Deren Chef Günter Weinhold ist entsetzt: „Er war sehr engagiert, kümmerte sich um die Chronik der Schützen. Es ist furchtbar.“ Am Freitag erschien Steffen H. nicht beim Vereinsabend. Er sei krank, ließ er die Freunde wissen. Wie schlimm es wirklich um ihn stand, hatte keiner geahnt. (jko)