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Mittwoch, 27.02.2013

EADS verbucht Gewinnsprung

EADS hat sich nach dem Scheitern der Fusion mit dem Rüstungsriesen BAE neu sortiert. Dem Erfolg der wichtigsten Tochter Airbus schadeten die heftigen Turbulenzen 2012 jedoch nicht. Eine Baustelle bleibt das Verteidigungsgeschäft.

Im zivilen Luftfahrtgeschäft läuft es für den Konzern EADS dank der Tochtergesellschaft Airbus gut. Nur das Rüstungsgeschäft kränkelt weiter.
Im zivilen Luftfahrtgeschäft läuft es für den Konzern EADS dank der Tochtergesellschaft Airbus gut. Nur das Rüstungsgeschäft kränkelt weiter.

© dpa

Berlin. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat dank des anhaltenden Erfolgs seiner Tochter Airbus 2012 deutlich mehr Geld verdient. Der Flugzeugbauer lieferte im vergangenen Jahr so viele Maschinen aus wie nie zuvor, trotz der Schwierigkeiten mit Haarrissen in den Flügeln des Riesenfliegers A380.

Allerdings bestellten die Fluglinien deutlich weniger Exemplare des weltgrößten Passagierflugzeugs als Airbus ursprünglich gehofft hatte. Zudem kommt der Boeing-Rivale wegen der Nachbesserungen an den Tragflächen mit dem Bau georderter A380 nicht hinterher. Deshalb rechnet Konzernchef Tom Enders 2013 nur mit einem «moderaten» Umsatzplus.

2012 kletterte der Umsatz von 49,1 auf 56,5 Milliarden Euro, wie EADS am Mittwoch in Berlin mitteilte. Unter dem Strich fuhr der Boeing-Rivale einen Gewinn von knapp 1,23 Milliarden Euro ein, 19 Prozent mehr als 2011. Fachleute hatten allerdings mit etwas besseren Werten gerechnet, doch Einmalkosten drückten die Zahlen ein wenig.

Auch in diesem Jahr wird EADS solche Belastungen verbuchen und möglicherweise etwa Extrageld in das Programm der neuen A350-XWB stecken müssen. Der neue Flieger soll dem 787-“Dreamliner“ von Boeing Konkurrenz machen, der allerdings wegen heftiger Probleme mit neuen Batterien derzeit am Boden bleiben muss und sich für die Amerikaner zu einem teueren Albtraum entwickelt.

Eine Baustelle bleibt nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems die Wehrtochter Cassidian. Zwar ging der Umsatz der Sparte nur leicht auf gut 5,7 Milliarden Euro zurück, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach aber um 57 Prozent auf 142 Millionen Euro ein - vor allem wegen der Kosten für Jobstreichungen und Umbaumaßnahmen.

Die von Enders vorangetriebene Fusion mit BAE war zuletzt am politischen Widerstand vor allem in Berlin gescheitert. Danach musste sich EADS neu sortieren und bekam nach langen Ringen eine neue Eigentümer- und Führungsstruktur verordnet. Erstmals steigt dann auch Deutschland bei EADS ein und ist mit Frankreich zusammen größter Einzelaktionär des deutsch-französischen-spanischen Konzerns. (dpa)

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