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Samstag, 04.11.2017

Dynamos Misere mit dem Personal

Die Dresdner klagen über zu viele Ausfälle – der Trainer will die nicht einfach hinnehmen.

Niklas Hauptmann war lange verletzt, dann krank und nun fehlt Dynamos Talent der Rhythmus.
Niklas Hauptmann war lange verletzt, dann krank und nun fehlt Dynamos Talent der Rhythmus.

© robert michael

Diesmal sitzt er auf dem Podium. Gesund und munter. Schon vor zwei Wochen war Niklas Hauptmann als Gast auf Dynamos Pressekonferenz angekündigt worden, doch ein Infekt legte den 21-Jährigen vor dem Spiel in Nürnberg flach. Das ist durchaus symptomatisch: für ihn – und auch für das Team. Denn immer wieder beklagen die Dresdner Ausfälle durch Verletzungen oder Krankheit. Uwe Neuhaus macht sich nicht mal mehr die Mühe, die Namen aufzuzählen, sondern sagt nur, wer diese Woche zusätzlich fehlt: Aias Aosman mit Muskelfaserriss im Hüftgelenk.

Für die Partie am Sonntag bei Holstein Kiel muss der Trainer sechs Spieler ersetzen. Außer Aosman sowie Pascal Testroet und Sören Gonther (beide Kreuzbandriss) sind Kapitän Marco Hartmann, Noah Awassi und Philip Heise nicht einsatzbereit. Letzterer wäre zwar sowieso gesperrt, laboriert aber zudem wie die anderen an muskulären Problemen. Bei Neuhaus schrillen bereits die Alarmglocken: „Wir haben deutlich zu viele Verletzte. Das stört mich.“

Deshalb läuft die Ursachenforschung. „Da kann man nicht drüber hinweggehen und so weitermachen. Die Muskelverletzungen müssen wir hinterfragen“, sagt der Chefcoach. Er schaut sich die Trainingspläne an, auch die speziellen Einheiten für Stabilisation und Kraft. „Im Moment kann ich es mir nicht erklären. Aber wenn es irgendwo etwas zu finden gibt, werden wir es finden und Lehren daraus ziehen.“

Vorerst aber bleibt nichts anderes übrig, als mit dem vorhandenen Personal klarzukommen. Das sei bisher ganz gut gelungen, meint Neuhaus und spricht von „breitem Potenzial“ im Kader. Die englische Woche sei dafür ein Beleg. „Wir sind mit drei unterschiedlichen Mannschaften aufgelaufen und haben trotzdem ordentliche Leistungen abgerufen.“ Allerdings war der Ertrag mit nur einem Punkt eher mager, was eben auch etwas mit der dünnen Personaldecke zu tun haben kann.

Oder mit dem fehlenden Rhythmus wie im Fall Hauptmann. Dynamos Aufsteiger der Vorsaison wurde während der Vorbereitung im Sommer wegen muskulärer Probleme ausgebremst. Und als er wieder voll da war, warf ihn dieser Infekt zurück. „Für mich ist es nicht optimal gelaufen, das nervt mich selbst am meisten“, sagt er. „Ich brauche einfach mal drei, vier Spiele in Folge, um die Sicherheit zu bekommen. Ich glaube, da ist noch viel Luft nach oben.“

Das kommt zur Verletzungsmisere erschwerend hinzu: Die Rückkehrer brauchen Zeit, um wieder ihre Bestform zu erreichen. Es gab schon leichtere Situationen für Dynamo, aber Neuhaus gibt sich gelassen: „Man kann es sich nicht aussuchen, und jammern bringt auch nichts.“ (SZ/-ler)

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