Mittwoch, 02.01.1980

Dynamo verliert ein un-lauteres Spiel

Der Berg ruft! Und die Dresdner zeigen auf dem Betze, dass sie mithalten können. Eine echte Chance haben sie aber nicht.

Von Tino Meyer, Kaiserslautern

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Betzenberg-Duell: Kaiserslauterns Dominique Heintz (r.) versucht den Lauf von Dynamo-Stürmer Mickael Pote zu stoppen.
Betzenberg-Duell: Kaiserslauterns Dominique Heintz (r.) versucht den Lauf von Dynamo-Stürmer Mickael Pote zu stoppen.

©dpa

Es gibt durchaus ein paar Dinge, die Dynamo Dresden und der gestrige Gegner, Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern, gemeinsam haben. Beide sind sie sogenannte Traditionsvereine, die stolz sind auf ihre Geschichte und noch mehr auf die vielen Fans. Beide haben sie einen Stürmer als Kapitän, der eine kleine Ewigkeit schon nicht mehr getroffen hat, Dynamos Mickael Poté genauso wie Albert Bunjaku bei den Lauterern. Und beide stehen sie auf einem Relegationsplatz, wobei das mit den Gemeinsamkeiten bei diesem Punkt schon so eine Sache ist. Während die Dresdner mehr denn ja um den Klassenerhalt bangen müssen, darf in der Pfalz nach wie vor von der direkten Rückkehr in die erste Liga geträumt werden.

Was schließlich daran liegt, dass beide Vereine eben doch mehr Dinge unterscheiden als verbinden. Abgesehen von Wettquoten – 55 Euro hätten die Wettbüros bei zehn Euro Einsatz für einen Dynamo-Sieg gezahlt, für Lauterns Erfolg gibt es indes nur 15 Euro – liegen die Lauterer vor allem in den entscheidenden Kategorien deutlich vorne. Das sind vor allem die Finanzkraft, damit der Spielerkader und konsequenterweise auch der Tabellenplatz. „Wenn du als Spieler weiterkommen willst, dann musst du – zurzeit – nach Kaiserslautern gehen“, sagt Olaf Marschall, noch so eine Gemeinsamkeit. Für beide Klubs hat der inzwischen 46-Jährige gespielt, und er begründet seine Meinung. „Das hat nichts mit Sympathie zu tun. Die einen spielen unten und die anderen haben die Chance auf die erste Liga“, meint Marschall.

Zwei Fehler, zwei Gegentore

Und schon allein der Blick auf die Wintertransfers gibt im Recht. Gleich sechs neue und durchaus namhafte Spieler verpflichtete Lauterns Trainer Franco Foda, der als Trainer von Sturm Graz in den vergangenen Jahren öfters gegen Peter Pacult und dessen damaligen Klub Rapid Wien spielte. In diesen Spielen aber ging es umkämpfter, spannender und meist auch knapper zu als beim Wiedersehen am Freitagabend auf dem Betzenberg. Schon zur Pause war die Partie entschieden, nachdem den Gastgebern zwei Chancen für zwei Tore genügten. In der 24. Minute war es Markus Karl, einer der sechs Neuen, der nach einer Freistoß-Ablage von Alexander Baumjohann aus 24 Metern freistehend aufs Tor schießen konnte – und in den Torwinkel zur Führung traf. Weil David Solga bei dieser Aktion nicht nah genug an seinem Gegenspieler stand und Benjamin Kirsten ein Stück zu weit vor seinem Tor.

Dem 2:0 kurz vor der Pause ging dann ein Fehler im Aufbauspiel voraus, den Lautern blitzschnell nutzte. Wieder war es Baumjohann, der diesmal auf Mohamadou Idrissou passte. Der Kameruner, der seinerseits auch schon seit mehr als 500 Minuten auf sein zehntes Saisontor wartete, ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen und sorgte aus Nahdistanz für die Entscheidung. Den Dresdnern aber konnte man – bis auf diese zwei Aussetzer – nicht mal einen Vorwurf machen.

„Wir müssen die Qualität unserer Spieler ins Mannschaftsgefüge bringen, um erfolgreich zu sein“, sagte Trainer Pacult vorm Anpfiff. Er hatte seine Mannschaft auf zwei Positionen umgestellt. Für den gelbgesperrten Anthony Losilla rückte der wiedergenesene Solga ins defensive Mittelfeld. Und dann gab es außerdem noch den Tobi-Tausch. Für Stürmer Tobias Müller, der es diesmal nicht mal in den 18-Mann-Kader für Kaiserslautern geschafft hatte, spielte Tobias Jänicke im rechten Mittelfeld. Und Tobias Kempe, der jene Position vor einer Woche gegen Duisburg besetzte, agierte hinter Dynamos Alleinunterhalter im Angriff: Captain Poté. Der hatte in der ersten Halbzeit auch die einzigen vagen Chancen für die Gäste, als er zunächst nach seinem Sololauf und dann noch aus der Drehung schoss, aber jeweils an Torwart Tobias Sippel scheiterte. In der zweiten Hälfte neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Dresden konnte nicht, Kaiserslautern wollte nicht.

Dritter Fehler, drittes Tor

Den Schlusspunkt zum 3:0 setzte schließlich der eingewechselte Erwin Hoffer, als er einen weiteren Dynamo-Patzer im Spielaufbau nutzte. Am Ende entschieden also drei lichte Momente zugunsten der Pfälzer, die individuell eben doch eine Klasse besser sind als die Dresdner. „Für Dynamo kann es in dieser Saison nur noch darum gehen, sich zu retten. Da ist es egal, welcher Platz es wird. Hauptsache ist, dass sie oben bleiben. Zur Not natürlich auch über die Relegation“, sagte Marschall und meinte lachend: „Aber auf diese Zusatzeinnahme würden sie bestimmt gern verzichten, darauf werden sie nicht spekulieren.“

Gebrauchen aber können die Schwarz-Gelben sprichwörtlich jeden Cent. Denn am Freitagabend haben zumindest deren Fans – rund 3500 sind es gewesen – ein Duell gewonnen, was allerdings eine weitere Geldstrafe für den Verein bedeuten wird. Während im Fanblock der Gastgeber die Wunderkerzen leuchteten, brannten gegenüber ein Dutzend bengalische Feuer. Als sich das nach einer Stunde Spielzeit nochmals wiederholte, drohte Schiedsrichter Deniz Aytekin mit Spielunterbrechung.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

  1. weselmeyer,u.

    Meine Frage an die Ordner ,wie wurde denn kontrolliert? Das ist für die Randalierer kein Alibi ,aber schließlich tragen die eine Schuld dafür. Das sind keine Fans,sondern solche die gern Frust ablassen wollen um Dynamo zu schädigen. Wenn diese dingfest gemacht werden ,gehört eine ganz mächtige Strafe das den hören und sehen vergeht.

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