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Dynamo-Trainer lehnt Videobeweis ab

Uwe Neuhaus erklärt im exklusiven Interview für die SZ unter anderem, warum er manchmal den Ton ausstellt, wenn er Fußball im Fernsehen schaut.

05.10.2017
Von Sven Geisler

ainer lehnt Videobeweis ab
Immer mit der Ruhe, scheint Uwe Neuhaus mit seinen Händen zu signalisieren. Dynamos Trainer behält auch in kritischen Phasen seine westfälische Gelassenheit. Nur bei einem Thema kann sogar er sich in Rage.

© Robert Mchael

Den Videobeweis gibt es vorerst nur in der Fußball-Bundesliga. Und wenn es nach Dynamos Trainer Uwe Neuhaus geht, soll das auch so bleiben: „Ich bin froh, dass es den Videobeweis in der zweiten Liga nicht gibt.“ Bei dem Thema redet sich der sonst gelassene Westfale nämlich geradezu in Rage. „Wenn ich die Entwicklung sehe, die Regeländerungen, jetzt den Ober-Schiedsrichter im Hintergrund, dann lache ich mich jedes Wochenende schief“, sagt er im exklusiven Interview für die Sächsische Zeitung. „Ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich dachte: Eigentlich hast du dafür keinen Nerv, das macht keinen Spaß! Gleiches Vergehen - unterschiedliche Bewertungen. Das verwirrt umso mehr.“

Selbst den Einwand, dass ein Videoassistent vielleicht das Handspiel von Fürths Philipp Hofmann erkannt hatte, das dem Treffer zum 1:1 vorausging, lässt Neuhaus nicht gelten. „Wenn ich die Reporter höre: Vergrößerung der Körperfläche, Hand geht zum Ball, unnatürliche Handbewegung. Ich habe schon häufig den Ton ausgemacht“, berichtet er. „Damit will ich nicht sagen, dass die keine Ahnung haben, und mich als den Übervater hinstellen, der alles richtig sieht. Das wäre Quatsch. Ich weiß, dass es brutal schwierig ist. Das erlebe ich jeden Tag, wenn ich Trainingsspiele pfeife.“

In dem Gespräch, das am Freitag in der SZ sowie bei sz-online.de erscheint, äußert sich Neuhaus auch zum Transferwahnsinn im Fußball und warum er den auch dann nicht mitmachen würde, wenn es der Verein finanziell könnte. „Ich weiß, dass ich nicht beim FC Chelsea gelandet bin“, sagt er - und fügt hinzu: „Natürlich sollten wir davon wegkommen, nach jeder Saison drei Leistungsträger abzugeben.“ Im Sommer hat Dynamo mit Marvin Stefaniak (VfL Wolfsburg), Stefan Kutschke (FC Ingolstadt) und Akaki Gogia (Union Berlin) drei Stammspieler verloren. „Das zu ändern, ist nicht nur mein Ziel, sondern auch das von Ralf Minge.“

Neuhaus äußert sich in dem Gespräch außerdem zur Diskrepanz in der Punkteausbeute bei Heimspielen mit nur einem Sieg und auswärts mit zwei Siegen. Und der Chefcoach erklärt, was es mit dem Saisonziel auf sich hat, die Mannschaft weiterentwickeln zu wollen und wie das zur Erwartungshaltung passt, dass Dynamo zurück in die Bundesliga müsse.

Das Gespräch mit Uwe Neuhaus lesen Sie am Freitag in der Sächsischen Zeitung, im E-Paper unter www.meine-sz.de oder hier auf sz-online.de.