Sonntag, 25.11.2012

Dutzende Verletzte bei Anti-Regierungsprotesten in Bangkok

Thailand kommt nicht zur Ruhe: In der Hauptstadt Bangkok protestieren Tausende gegen die Regierung. Die Polizei setzt Tränengas ein, Dutzende Menschen werden verletzt.

Bangkok. Bei Protesten gegen die thailändische Regierung ist es in Bangkok zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, wurden insgesamt 82 Menschen verletzt, darunter 30 Angehörige der Sicherheitskräfte. Protestteilnehmer hatten am Samstag versucht, Straßensperren im Regierungsviertel zu durchbrechen. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm vorübergehend etwa 130 Demonstranten fest.

Zu der Kundgebung hatte die monarchistische „Pitak Siam“-Bewegung mit etwa 50 000 Teilnehmern gerechnet. Tatsächlich versammelten sich etwa 8.000 Demonstranten auf der Ratchadamnoen-Nok-Straße nahe dem Parlamentsgebäude. Etwa 20 000 Polizisten bewachten das Regierungsviertel.

Nach dem Tränengas-Einsatz der Polizei hatte „Pitak Siam“-Chef Boonlert Kaewrasit die Demonstration beendet. Er wolle das Leben der Demonstranten nicht gefährden, sagte der pensionierte General. Die Demonstration sei ein „Fehlschlag“ gewesen, sagte Boonlert thailandischen Medien. Er habe es nicht geschafft, so viele Demonstranten wie geplant auf die Straße zu bringen. Zugleich kritisierte er das harte Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten.

Die erst vor kurzem gegründete „Pitak Siam“ wirft der Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra Korruption und nicht-königstreues Verhalten vor. Das Königshaus hat in Thailand einen hohen Status. Kritik am Königshaus ist untersagt.

Die Opposition brachte am Sonntag wegen des Vorgehens der Behörden einen Misstrauensantrag gegen die Regierung ein. Eine Abstimmung ist für Dienstag geplant. Dem Antrag der Opposition werden kaum Chancen auf Erfolg eingeräumt da die Regierung über eine solide Mehrheit im Parlament verfügt. (dpa)

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