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Samstag, 15.07.2017

Dumm gelaufen fürs Tierheim

Für Mitarbeiter wie Besucher ist das doppelte Aufgraben der Wege ärgerlich. Als Entschädigung ist die Heimleiterin eine Sorge los.

Von Heike Heisig

© Symbolfoto/dpa

Leisnig. Die Mitarbeiter, ehrenamtlichen Helfer und Besucher des Tierheimes Am Eichberg hatten aufgeatmet, als die Baustelle vor der Einrichtung verschwunden war. In mehreren Etappen ließ der Abwasserzweckverband Leisnig einen Kanal zwischen dem Tierheim-Grundstück und der Georg-Friedrich-Händel-Straße verlegen. Eigentlich hätte sich das Heim eine vollbiologische Kläranlage anschaffen müssen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Doch die Lage auf felsigem Untergrund machte es unmöglich, die Anlage zu errichten.

„Kaum war die Baufirma damit fertig, rückte die nächste an, diesmal im Auftrag der Wasserwirtschaft“, schildert Heimleiterin Rosi Pfumfel. Sie berichtet von neuerlichen Einschränkungen durch aufgerissene Wege, mit denen die Kollegen und Gäste klarkommen müssen. „Eigentlich sollte alles mit einem Mal in die Erde gelegt werden“, sagt die Tierheimchefin. Ihre Verärgerung ist ihr anzuhören.

Zu wenig miteinander geredet

Siegmar Rüdrich, Gruppenleiter beim Wasserdienstleister Oewa, hat sich gleich nach seinem Urlaub mit Rosi Pfumfel getroffen. Die doppelten Schachtarbeiten führt er auf mangelnde Kommunikation mit dem Abwasserverband zurück. So fehlten beiden Seiten Informationen. „Das ist dumm gelaufen und für alle ärgerlich“, findet auch Siegmar Rüdrich. Er hofft, dass der nötige Wasserleitungsbau trotz doppelter Belastung fürs Tierheimteam dennoch auf Verständnis stößt. „Wir haben vereinbart, dass der Zugang zum Heim gesichert ist, die Gräben abends mit Platten abgedeckt werden“, erklärt Rüdrich. Die Arbeiten setzen die Handwerker ab 27. Juli fort. Ein bis zwei Wochen benötigen sie wahrscheinlich. Die neue Wasserleitung kommt nur 70 bis 80  Zentimeter tief in die Erde. Mehr lässt der felsige Untergrund nicht zu. Daher setzt die Oewa ein wärmeisoliertes Rohr ein. Somit ist für die Winter vorgesorgt.

Überhaupt geht es dem Wasserverband zum großen Teil um Vorsorge. Zu diesem Grundstück am Eichberg führt Rüdrich zufolge ein altes Stahlrohr – verlegt durch den Wald. Das kann weder gewartet noch bei einer Havarie repariert werden. „In diesem Fall müssten wir das Tierheim mit Wasserflaschen versorgen“, so der Oewa-Gruppenleiter. Diese Lösung wäre nicht im Sinne des Versorgers und sicher genauso ungünstig für den Tierschutzverein.