Donnerstag, 27.12.2012

Dritter Unister-Manager wieder frei

Die nach einer Razzia verhafteten drei Top-Manager der Unister-Gruppe sind wieder frei. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft sieht aber akute Verdunklungsgefahr - und befürchtet, dass Beweise vernichtet werden könnten.

Leipzig. Die nach Hausdurchsuchungen verhafteten drei Manager des Leipziger Internet-Imperiums Unister sind wieder frei. Nach der Freilassung von zwei Führungskräften in der vorigen Woche ist am Donnerstag auch der dritte Manager aus dem Gefängnis gekommen. Der Haftbefehl gegen ihn sei vom Amtsgericht Dresden außer Vollzug gesetzt worden, sagte der Sprecher der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft Wolfgang Klein. Es werde geprüft, ob dagegen Beschwerde eingelegt wird.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der illegalen Geschäftemacherei und der Steuerhinterziehung gegen Unister. Das Unternehmen betreibt unter anderem die Reise-Portale Ab-in-den-Urlaub.de und fluege.de. Es soll auf den Portalen ohne Genehmigung Versicherungsprodukte verkauft haben. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Touristik-Riese Tui seine Agenturverträge mit Unister gekündigt.

Gegen die Freilassung der anderen beiden Manager hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Wann das Landgericht Dresden darüber entscheide, stehe noch nicht fest, sagte Klein. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft besteht akute Verdunklungsgefahr.

Der Datenschutzbeauftragte des Freistaates hat ebenfalls Ermittlungen eingeleitet. Diese Behörde prüft, ob es in dem Unternehmen Datenschutzpannen bei Kreditkarten gegeben hat, die meldepflichtig gewesen wären. Unister wurde vor zehn Jahren als Start Up gegründet. In der Gruppe mit Niederlassungen in mehreren Städten sind nach früheren Angaben 1000 Menschen beschäftigt. (dpa)

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