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Donnerstag, 08.11.2012

Dresdner zahlen immer mehr für Betriebskosten

Die zweite Miete beträgt im Durchschnitt 2,35 Euro. Besonders die Heizkosten sind stark gestiegen. Fast jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft.

Von Bettina Klemm

Mit den Betriebskostenabrechnungen kommt oft die böse Überraschung in Form von Nachzahlungen. „Wir gehen davon aus, dass nach wie vor jede zweite vorgelegte Abrechnung fehlerhaft ist“, sagt Peter Bartels. Häufig handele es aber auch nur um formale Fehler. Der Vorsitzende des Mietervereins Dresden und Umgebung rät dennoch, die Abrechnungen immer genau zu prüfen. Als Hilfsmittel für die Dresdner hat sein Verein jetzt auf der Grundlage der Abrechnungen für 2010 und Werten von mehr als 220.000 Quadratmetern Wohnfläche einen Betriebskostenspiegel zusammengestellt. So will er Transparenz und Vergleichbarkeit herstellen und zugleich Einsparmöglichkeiten aufzeigen.

Durchschnittlich 2,35 Euro müssen die Dresdner pro Quadratmeter und Monat aufbringen. Drei Jahre zuvor waren es 2,09 Euro. Auf eine Wohnung umgerechnet, bedeutet die Differenz gleich mehrere Hundert Euro mehr pro Jahr. Der größte Einzelposten sind die Heizkosten. Diese stiegen von 0,89 auf einen Euro je Quadratmeter. Hauptursache wird dabei jedoch der kalte Winter gewesen sein, schätzte Mietervereins-Sprecher Mathias Wagner ein. Nach wie vor problematisch ist der Wärmeverlust durch die Rohrwärme in vielen Plattenbauten. „Die gesetzlichen Regelungen sind hier immer noch nicht befriedigend“, sagt Wagner.

Leerstand nicht beachtet

Für 20 Cent je Quadratmeter haben die Mieter warmes Wasser verbraucht. Mit 33 Cent kommen noch Wasser- und Abwasserkosten hinzu. Die Müllbeseitigung fällt mit elf Cent je Quadratmeter an. Nach Einschätzung des Mietervereins sind bei diesem Posten die Abrechnungen der Gagfah fast immer fehlerhaft, weil der Leerstand nicht rausgerechnet wird. „In den Fällen, in denen wir das bemängelt haben, wurden die Angaben anstandslos korrigiert. Allerdings macht das meist nur zwei, drei Euro aus“, sagt Mathias Wagner.

Den deutlichsten Anstieg bei den sogenannten kalten Betriebskosten sieht der Mieterverein bei der Position Hausmeister. Hier gibt es eine Steigerung von 19 auf 24 Cent je Quadratmeter. Zum Thema Hausmeisterkosten gebe es derzeit auch eine sehr unterschiedliche Rechtssprechung. So habe ein Richter in einem Fall geurteilt, dass die Hausmeisterkosten nicht auf die Mieter umgelegt werden können. Das ist bisher ein Einzelfall, bei dem der Vermieter Gagfah auch in Berufung ging, sagt Wagner.Abgesehen von krassen Verstößen, rät der Mieterverein immer die Erfolgsaussichten gründlich abzuwägen. Ohne Rechtsschutzversicherung kann ein Streit vor Gericht auch teuer werden.

Der Betriebskostenspiegel kann im Internet abgerufen werden. Er ist ein gutes Hilfsmittel, hat aber keine rechtliche Bindung.