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Montag, 06.11.2017

Dresdner Solarzellen im Test fürs All

Mit einem Ballon schwebt das Experiment in die Stratosphäre. TU-Studenten sind dafür extra hinter den Polarkreis gereist.

Ein Platz in der Atmosphäre ist den Studenten der TU Dresden fast schon sicher. Zum wiederholten Mal beteiligte sich ein Team der Universität jetzt an einem Flug in die Stratosphäre. Nicht sie selbst, aber ein kleiner Ballon gondelte dabei in knapp 30 Kilometer Höhe. Vom schwedischen Raumfahrtzentrum Esrange aus startete der Ballon Bexus 25 mit insgesamt vier Experimenten an Bord. Die stammten von zwei deutschen Teams sowie jeweils einem aus Großbritannien und Schweden.

„Alle Experimente wurden von den Studenten selbst geplant, konstruiert, gebaut und getestet“, erklärt Michael Becker, Leiter des Bexus-Programms beim Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie könnten so ein Raumfahrtprojekt unter realen Bedingungen umzusetzen. Das Team Lotus-XD der TU Dresden testete Solarzellen unter Weltraumbedingungen.

Während des Fluges mit dem Stratosphärenballon sollte untersucht werden, wie sich die Solarzellen in Abhängigkeit von der Temperatur verhalten. Dabei werden die Solarzellen und die dazugehörende Elektronik Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius ausgesetzt. „Das Experiment soll zeigen, dass es möglich ist, im Weltraum mithilfe der Energie von Solarzellen die Elektronik eines Fahrzeugs oder eines Satelliten einzufrieren, wenn diese nicht benötigt wird, und bei Bedarf wieder zu reaktivieren“, erläutert Teamleiter Jan Walter den Hintergrund. Gleichzeitig sollen die Solarzellen für die Übertragung wissenschaftlicher Daten genutzt werden können. Das zweite deutsche Team von der TU Hamburg-Harburg hatte das automatisierte Einsammeln von eisen- und nickelhaltigen Mikrometeoriten als Ziel. Die winzig kleinen Meteoriten werden mit einer Größe von unter 100 Mikrometern von Winden in der Atmosphäre aufgetrieben.

Es wird nicht das letzte Mal bleiben, dass studentische Experimente abheben. Das DLR, die Europäische Weltraumorganisation Esa und die Schwedische Raumfahrtbehörde bereiten bereits neue Starts für Ballons und Raketen für das nächste Jahr vor. Ob dann wieder Dresdner mit dabei sind, wird sich zeigen. (jam)

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