erweiterte Suche
Donnerstag, 14.09.2017

Dresdner sammeln Unterschriften gegen Globus-Center

Eine Bürgerinitiative fordert mit einer Petition, dass der Stadtrat sich gegen einen Markt am Alten Leipziger Bahnhof ausspricht. Das war kürzlich gescheitert.

Von Sarah Grundmann

4

Kommt Globus an den Alten Leipziger Bahnhof oder nicht? Eine Bürgerinitiative will nun Klarheit schaffen.
Kommt Globus an den Alten Leipziger Bahnhof oder nicht? Eine Bürgerinitiative will nun Klarheit schaffen.

© Archiv: Stefan Becker

Eine Fläche, zwei Pläne. Ob es eine Leipziger Vorstadt mit oder ohne Globus gibt, ist immer noch nicht abschließend geklärt. Denn der Stadtrat hat zwei gegensätzliche Beschlüsse gefasst: So haben die Politiker sich einerseits für die Ansiedlung des Marktes am Alten Leipziger Bahnhof, andererseits gegen großflächigen Einzelhandel in dem Gebiet ausgesprochen. Nun will eine Bürgerinitiative für Klarheit sorgen.

„Das Gelände um den Alten Leipziger Bahnhof ist ein Juwel für die Stadtentwicklung. Eine wachsende Stadt Dresden braucht innerstädtische Flächen für Wohnen, Leben und Arbeiten statt eines großen Einkaufszentrums auf diesem Gelände“, sagt Judith Brombacher, Initiatorin der neu gegründeten Initiative „Wohnen am Leipziger Bahnhof“. Die Mitglieder fordern nun mit einer Petition, dass der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan aufhebt. Dieser gibt dem Unternehmen zwar kein Baurecht, ist aber ein klares Bekenntnis zur Errichtung eines Marktes mit 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und über 1 000 Stellplätzen.

„Ein solches Stau erzeugendes Einkaufszentrum, das Kaufkraft aus den angrenzenden Stadtvierteln abzieht und im Herzen Dresdens einen drei Fußballfelder großen Parkplatz entstehen lässt, stünde den verkehrspolitischen und Stadtentwicklungszielen Dresdens komplett entgegen“, so die Mitglieder. „Für eine positive Entwicklung von Pieschen, der Neustadt und dem Areal der Leipziger-Vorstadt ist nun unabdingbar, dass der Aufstellungsbeschluss endlich aufgehoben wird.“

Dieser Versuch war allerdings erst vor Kurzem gescheitert. So sprachen sich SPD und Grüne in der Stadtratssitzung im Juni zwar für die Aufhebung des Bebauungsplans und damit gegen die Ansiedlung von Globus aus. Weil die Linken sich enthielten, gab es dafür jedoch keine Mehrheit. Allerdings wurde die Stadt nun beauftragt, bis Jahresende nach Alternativflächen für Globus zu suchen. Enrico Wilde, der bei dem Unternehmen für die Standortentwicklung zuständig ist, hatte gegenüber der SZ mehrfach betont, dass das Unternehmen durchaus bereit sei, woanders zu bauen. Allerdings nur, wenn die Stadt eine adäquate Ersatzfläche anbietet. Solche seien ihm aber bislang nicht bekannt.

Wenn die Petition Erfolg hat, darf Globus den geplanten Markt zwar nicht am Alten Leipziger Bahnhof errichten. Allerdings bleibt der Handelsriese Eigentümer der Fläche. Weigert das Unternehmen sich, zu verkaufen, würden weder Wohnungen noch ein Einkaufszentrum entstehen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. tschle

    Das ist doch immer wieder ein Lieblingssport einiger Thaldresdner - "Auf fremdem Arsch durch Feuer reiten" wollen oder über das Eigentum Anderer "demokratisch" entscheiden wollen. Dumm nur, dass das zwar nicht richtig funktioniert aber Zeit und Geld kostet, die Gerichte beschäftigt und den Ruf Dresdens immer wieder lächerlich macht.

  2. E.Gal

    Kann eigentlich jeder mit einer fixen Idee bei der SZ anrufen und bekommt dann kostenlose Werbung für seine Sache? Man braucht ja offensichtlich nicht mal Angst haben, dass die jeweiligen Artikelschreiber sich mit der Thematik auseinander setzen und ihre Meinung kund tun. Waren gehen die Unterschriftensammler nicht Geld dammeln und kaufen Globus das Grundstück ab? Sie können ja als Anreiz ihr eigenes Ersparte schon mal in den Hut tun.

  3. Alma

    Warum verkauft die Stadt das Gelände ,eigentlich gibt es doch auch für sie Verwendung und zur Freude der Bürger z. B. Ausbau zu einem richtigen Verkehrsmuseum ,denn das jetztige ist doch nur vnoch eine abgespekte Variante und hat nicht mehr mit dem Ursprung zu tun . Sicher wird der Stadtrat erst hellhörig ,wenn die Schließung bevor steht.Wohnungen kann man doch erst entlang der Leipziger Str.undeinen Schandfleck beseitigen. z. B. auf dem Gelände von Villery und Boch .

  4. Robert

    @ E.Gal, #2: Na, wieder mal dagegen? Wieso tun Sie es anderen nicht gleich und melden sich bei der SZ mit Ihrer Idee, um dafür zu werben. Vorausgesetzt Sie haben überhaupt Ideen... Eine Zeitung lebt davon. Nicht jeder Artikel muss mit der Meinung seiner Autoren einhergehen; dafür gibt es Kolumnen. Ich sehe es wie Alma und bin Freund der Idee eines Verkehrsmuseums auf dem Gelände. Wenn mich das Thema so brennend beschäftigt, würde ich mir ebenfalls Gleichgesinnte suchen, um mein Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.