Samstag, 08.12.2012

Dresdner Pinguine ziehen nach Prag

Nach mysteriöser Krankheit starben 25 Tiere. Für einen Neuanfang ist jetzt erst mal viel zu tun.

Von Jana Mundus

Eine der letzten Mahlzeiten, die der Pinguin in Dresden bekommt. Nächste Woche zieht er mit zwei Argenossen um. Foto: André Wirsig
Eine der letzten Mahlzeiten, die der Pinguin in Dresden bekommt. Nächste Woche zieht er mit zwei Argenossen um. Foto: André Wirsig

Grün sind die Hinweisschilder im Dresdner Zoo. Mit weißer Farbe ist ein Pinguin darauf zu sehen. Doch dort, wohin sie zeigen, sind ab Anfang nächster Woche gar keine Pinguine mehr zu sehen. Denn die letzten drei Humboldt-Pinguine verlassen Dresden. Sei werden in einem Zoo nahe Prag bei Artgenossen eine neue Heimat finden. Noch Anfang 2011 lebten auf der Dresdner Pinguinanlage um die 30 Tiere. Doch eine mysteriöse Krankheit ließ die Kolonie schrumpfen.

Insgesamt starben 25 Pinguine, der letzte am 20. August. Die Gründe dafür sind unbekannt. „Es gab mehrere Untersuchungen. Leider ohne Ergebnis“, erklärt Kurator Matthias Hendel. Bei der Obduktion der Tiere wurde zwar eine Pilzerkrankung der Luftsäcke und der Lunge festgestellt. „Das waren aber nur Folgeerscheinungen. Den Auslöser kennen wir nicht.“ Wenn die Pinguine weg sind, soll die gesamte Anlage deshalb gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auch das Gebäude, das an den Außenbereich grenzt, wird baulich verändert. „Wir erneuern Dach und Rückwand.“ Denn die sind feucht. Durch zusätzliche Fenster soll eine bessere Lüftung möglich sein.

Leer bleibt die Anlage nicht. Bereits im Sommer 2013 sollen wieder Humboldt-Pinguine zu sehen sein. Insgesamt 10 bis 15 Jungtiere werden aus verschiedenen Zoos kommen. „Ehe die geschlechtsreif sind, wird es zwei oder drei Jahre dauern.“ Nachwuchs gibt es deshalb erst mal nicht. Nun hoffen alle, dass der Auslöser der Krankheit beseitigt werden kann. „Eine hundertprozentige Sicherheit für die neue Kolonie haben wir aber leider nicht.“ Bis die neuen Pinguine einziehen, werden auf der Anlage erst einmal die Gänsesäger heimisch. Die Entenart kann bis zu zehn Meter tief tauchen. „Durch die große Glasscheibe der Pinguinanlage können auch wir das zum ersten Mal beobachten“, meint der Kurator.

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