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Montag, 07.01.2013

Dresdner Frauenkirche für Großputz und Wartung geschlossen

Zwei Millionen Menschen hinterlassen alljährlich ihre Spuren in der Dresdner Frauenkirche. Immer im Januar möbeln Handwerker das Innere des spätbarocken Gotteshauses wieder auf. Die Kontinuität zahlt sich aus.

Küster Lutz Pesler reinigt in Dresden in der Frauenkirche das Taufbecken. Wegen der alljährlichen Großreinigung ist das Gotteshaus für eine Woche geschlossen. Über 40 Handwerker beseitigen die Spuren der jährlichen zwei Millionen Besucher.
Küster Lutz Pesler reinigt in Dresden in der Frauenkirche das Taufbecken. Wegen der alljährlichen Großreinigung ist das Gotteshaus für eine Woche geschlossen. Über 40 Handwerker beseitigen die Spuren der jährlichen zwei Millionen Besucher.

© dpa

Dresden. Staubwedeln, schmirgeln und ölen: In der Dresdner Frauenkirche wird bis Freitag weder gebetet noch musiziert. „Wir nutzen den besucherarmen Januar zur Wartung und Ausbesserung“, sagte der leitende Architekt Gebäudemanagement der Stiftung Frauenkirche, Thomas Gottschlich, am Montag. Die Arbeiten werden von Firmen ausgeführt, die schon am Wiederaufbau des Gotteshauses aus dem 18. Jahrhundert beteiligt waren. Die Kosten liegen in der Regel bei rund 25.000 Euro.

Diesmal kommen 20.000 Euro dazu - für 280 neue Rauchmelder. Die Sensoren haben die Haltbarkeitsgrenze erreicht und werden ersetzt. In Aktion waren sie nur bei Fehlalarm, „wenn zu viel Staub aufgewirbelt wurde“, sagte Gottschlich. Zudem werden Gesimse, Brüstungen, Figuren und Ornamente aus Stuck abgewedelt oder -gesaugt. Tischler schmirgeln schmutzige Stellen am hölzernen Gestühl, beizen und ölen es. „Die Kirchenbänke werden am meisten beansprucht und beschädigt“, sagte der Architekt.

Maler beseitigen Schmutz an Türen und retuschieren sogenannte Anstoßungen an Wandflächen. „Handschweiß ist dort der größte Feind.“ Insgesamt sind rund 40 Handwerker im Einsatz, warten die technischen Anlagen, wechseln defekte Birnen oder Leitungen aus.

Ab Samstag sollen Kirchenschiff, Emporen, Altarraum und Treppenhäuser in altem Glanz erstrahlen. Nur der Weg hoch zur Kuppel bleibt eine Woche länger gesperrt. Dort wird die Steuerung von Heizung und Lüftung, die zur Entfeuchtung des Sandsteins benötigt werden, umgerüstet.

Erstmals hatte es 2008 eine solche Schließwoche gegeben. Die kontinuierliche Pflege zahlt sich aus. „Mussten wir für Außentüren 2006 noch drei bis vier Stunden pro Tür und Jahr aufwenden, ist es jetzt weniger als eine halbe Stunde“, erklärte Gottschlich.

Die 1726 bis 1743 erbaute Frauenkirche war nach der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg 1945 eingestürzt. Bemühungen um einen Wiederaufbau fruchteten erst nach der Wende. Ab 1994 wurde sie unter Verwendung der Trümmer wiedererrichtet - auch mit Spenden aus den Staaten der ehemaligen Alliierten. Seit der Weihe 2005 besuchten fast 14,5 Millionen Menschen das Gotteshaus, das als Symbol für Frieden und Versöhnung gilt. (dpa)

www.frauenkirche-dresden.de Informationen über Wartungs- und Putzarbeiten