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Mittwoch, 06.11.2013

Dresdner Firma soll 25.000 Anleger betrogen haben

Es geht um ein Anlagevermögen von 400 Millionen Euro - das Geld von 25.000 Anlegern. Der Dresdner Finanzdienstleister Infinus soll in großem Stil betrogen haben. Bei sechs Mitarbeitern klickten die Handschellen.

Am Dienstag gab es beim Dresdner Finanzdienstleister Infinus ein Großrazzia.
Am Dienstag gab es beim Dresdner Finanzdienstleister Infinus ein Großrazzia.

© Robert Michael

Dresden. Die Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus steht im Verdacht, rund 25.000 Anleger betrogen zu haben. Es geht um ein Anlagevermögen in Höhe von 400 Millionen Euro, wie das sächsische Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft acht Mitarbeitern in Deutschland und Österreich vor, bei der Ausgabe von Orderschuldverschreibungen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage von Emittenten gemacht zu haben. Sechs deutsche Beschuldigte im Alter von 44 bis 52 Jahren sind in Haft.

Razzia bei der Infinus AG

Wie hoch die Schadenssumme ist, kann nach Angaben von Oberstaatsanwalt Lorenz Haase noch nicht gesagt werden. „Das müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.“ Auch sei zu untersuchen, ob es sich um ein sogenanntes Schneeballsystem gehandelt habe. In seinem solchen System werden etwa Zahlungen an Anleger durch die Einlagen von Neukunden finanziert.

Bereits am Dienstag sei bei Razzien in Deutschland und Österreich umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, teilte das LKA mit. Durchsuchungen habe es in Dresden, Stuttgart, in der Nähe von Köln, Frankfurt, Traunstein sowie im österreichischen Salzburg gegeben. Sowohl die Geschäftsräume von rund 30 Firmen als auch Privatwohnungen seien betroffen gewesen. Etwa 400 Beamte waren im Einsatz.

Gegen die sechs beschuldigten Deutschen lagen bei ihrer Festnahme am Dienstag bereits Haftbefehle des Amtsgerichts Dresden vor. Sie wurden am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt.

Bei Oderschuldverschreibungen verpflichtet sich der Schuldner, an eine namentlich genannten Gläubiger zu zahlen. Die Forderung ist übertragbar. Die Anlageform gilt als riskant, weil Anleger nicht durch ein Einlagensicherungssystem vor dem Totalverlust geschützt sind.

Infinus hatte die Vorwürfe bereits am Dienstag zurückgewiesen und die Durchsuchungen als unverständlich bezeichnet. „Aus unserer Sicht sind die Vorwürfe haltlos und durch nichts zu begründen“, teilte Infinus-Vorstandsmitglied Kewan Kadkhodai mit. In Zusammenarbeit mit den Behörden wolle man alles tun, „um schnell und unmissverständlich auf eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe zu dringen.“ (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. neustadtjunge

    ... nach der Erklärung in dem Artikel was ein Schneeballsystem ist, müssten ja alle Bausparkassen kritisch unter die Lupe genommen werden...

  2. Schwabe

    Wenn ich als potentieller Kunde den Namen Kewan Kadkhodai gelesen hätte, wären bei mir schon deswegen alle Alarmglocken angegangen. Das sind doch diese Typen, die einem jeden Tag das E-Mailfach zukleistern mit Informationen, dass man 100 Mio € oder $, gegen eine sofort zu zahlende Schutzgebühr, auf den Caimaninseln abholen kann.

  3. Dresdner

    Wer sich voll Wonne und Gier auf den Tanz ums Goldene Kalb einläßt, darf nicht zwangsläufig auf Erfolg hoffen oder wird vom Leben auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht Betrug, sondern Wertschöpfung bringt das erwünschte, zumindest das notwendige. Ist doch eine alte Weisheit!

  4. Paul

    @Schwabe und Dresdner: Wenn ich Ihre Artikel lese wird mir schlecht. übersäht mit Halbwissen und Vorurteilen. pfui... wartet doch erst einmal ab bis alles geprüft wurde. Man muss sich doch bevor man solchen stuss schreib erst einmal informieren. Ihr fresst wirklich alles was Medien breit tragen.

  5. Margit

    Finanzdienstleistungsinstitute werden intensiver und öffter geprüft als Banken und Versicherungen. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Vorwüfe der Staatsanwaltschaft stand halten. Die Geschäftsführung wird für Aufklärung sorgen.

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