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Montag, 27.04.2009

Dresdner Chipforschung wächst trotz Krise

Die TU Dresden bekommt jetzt ein eigenes Forschungszentrum. Ein weiterer Ausbau der Fraunhofer-Institute ist geplant.

Von Stephan Schön

Dresden/München. Die Chipforschung in Dresden wächst, und dies betrifft auch jene Institute, an denen der insolvente Halbleiterhersteller Qimonda beteiligt war. Damit behält Dresden die Voraussetzung für vorhandene und neue Ansiedlungen der Chipindustrie

Die TU Dresden wird das Gemeinschaftsunternehmen „Namlab“ komplett von Qimonda übernehmen. Das kündigte Uni-Kanzler Wolf-Eckhard Wormser an. „Die Verträge dazu sollen diesen Monat abgeschlossen werden.“ Das Land habe langfristige Förderung zugesagt. „Wir können damit eine ganz wichtige Lücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung schließen“, erklärt Wormser. „Namlab“ wird mit eigenen Reinräumen direkt auf dem Campus arbeiten. Top-Forscher von Qimonda sollen dort eingestellt werden.

Das Fraunhoferzentrum CNT für Nanoelektronik der Zukunft bleibt ebenfalls erhalten. „Das CNT wird weiter Projekte mit Globalfoundries, ehemals AMD, und anderen Halbleiterherstellern in nationalen und internationalen Projekten durchführen“, sagt der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, der SZ. Das gelte auch, wenn kein neuer Investor für Qimonda gefunden werde.

Der Aufbau der neuen Dresdner Forschungseinrichtung „Assid“ werde wie geplant fortgesetzt. Die Insolvenz von Qimonda habe darauf keinen Einfluss. Der Partner Globalfoundries habe sein Interesse daran nochmals bekräftigt, sagt Bullinger. Zudem würden sich weitere große Halbleiterhersteller beteiligen. „Assid“ soll Technologien entwickeln, um künftig mehr Bauelemente auf die Chips packen zu können. Lediglich für das Maskenforschungszentrum (AMTC) gibt es keine Entscheidung, ob und wie es fortgeführt wird. Masken sind wie Dias. Damit werden die Chips wie ein Bild belichtet.