Samstag, 17.11.2012

Dresdens Kanalnetz stößt an seine Grenzen

Starkregen flutet daher immer häufiger Keller von Häusern. Ist der Klimawandel schuld?

Von Tobias Winzer

Das Dresdner Kanalnetz ist immer häufiger überlastet. Nach Angaben der Stadtentwässerung liegt das daran, dass seit 2000 die Starkregenereignisse deutlich zugenommen haben. Wie Sprecher Torsten Fiedler mitteilte, nimmt das Unternehmen an einem Forschungsprojekt teil, das die Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf Dresden untersucht. Erste Ergebnisse zeigten, dass die Jahresniederschlagsmenge rückläufig sei, es aber vor allem im Juli und August häufiger zu Starkregen komme.

Die Folgen sind für die Stadtentwässerung spürbar. Den Angaben nach kommt es immer häufiger zu sogenannten Rückstaus. Diese treten immer dann ein, wenn das Kanelnetz die vorhandene Regenmenge nicht mehr ableiten kann. Das Wasser nimmt dann den Weg durch die Hausanschlüsse und überflutet die Keller. Wie Fiedler mitteilte, habe es bis 2005 jährlich etwa 50 bis 80 Meldungen zu Rückstauereignissen gegeben. Derzeit liege diese Zahl bei 200.

Eine Lösung für das Problem hat die Stadtentwässerung nicht. „Öffentliche Kanäle können aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht so ausgelegt werden, dass jeder Regen rückstaufrei abgeleitet werden kann“, sagt Fiedler. Engpässe würden bei Sanierungsmaßnahmen sukzessive behoben. Für den Rückstauschutz sei jedoch jeder Grundstückseigentümer selbst verantwortlich. Nicht benötigte Abwasserleitungen könnten verschlossen oder sogenannte Rückstausicherungen eingebaut werden.

Die Stadtentwässerung informiert am Montag über Rückstauschutz. Die kostenlose Veranstaltung beginnt 17 Uhr in der Siebscheibenhalle der Kläranlage Kaditz in der Scharfenberger Straße 152. Anmeldung unter 8223621.

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