Mittwoch, 02.01.2013

Dresden fehlen immer noch Tausende Betreuungsplätze

Diese Lücke wird erst im August geschlossen, hofft die Stadt. Dabei hat Dresden im vergangenen Jahr viel investiert.

Von Franziska Schneider

In Dresden fehlen immer noch 2.000 Plätze in Kitas, bei Tagesmüttern oder -vätern.
In Dresden fehlen immer noch 2.000 Plätze in Kitas, bei Tagesmüttern oder -vätern.

©dpa

Einen Kitaplatz für den Nachwuchs zu finden, ist eines der drängendsten Anliegen von jungen Eltern. Und oft auch ein sorgenvolles.

Denn obwohl seit 2009 insgesamt 4.766 Betreuungsplätze entstanden sind, fehlen im ersten Halbjahr 2013 immer noch etwa 2.000 Plätze in Kitas, bei Tagesmüttern oder -vätern. „Trotz des immensen Ausbauprogramms kann die Versorgungslücke aufgrund der so positiven Kinderzahlentwicklung erst zum Ende des Schuljahres geschlossen werden“, sagt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Laut Bevölkerungsprognose hat die Stadt dann 3.700 Kinder unter sieben Jahren mehr zu versorgen als noch 2009.

Im gleichen Zeitraum hat die Stadt Dresden 81,5 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Kitas investiert, in diesem Jahr sind weitere 27 Millionen Euro vorgesehen. Den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab August 2013 sieht Seidel derzeit nicht gefährdet und plant keine Rücklagen für mögliche juristische Streitigkeiten ein. „Die Stadt rechnet nicht mit Klagen von Eltern“, sagt der Sozialbürgermeister.

2.630 neue Plätze in zwei Jahren

Beim städtischen Eigenbetrieb Kindertagesstätten jagte 2012 eine Hiobsbotschaft die nächste. Eine kleine Auswahl: Als im Februar ein umfangreiches Bauprogramm für 1.700 Plätze auf den Weg gebracht wurde, war bereits klar, dass mit der neuen Bevölkerungsprognose bis 2015 zusätzlich 2.100 Plätze entstehen müssen.

Die Elternbefragung zeigte dann im Juni, dass deutlich mehr Paare als angenommen für ihr Kind einen Betreuungsplatz wünschen. Ab August 2013 bedeutet das allein 400 zusätzliche Plätze. Weiter ging es im November, als der Freistaat plötzlich die Rechtsform des Eigenbetriebs kritisierte und forderte, die Stadttochter bis Jahresende aufzulösen. Die Suche nach neuen Tagesmüttern lief zudem schwieriger als erwartet, ebenso jene nach Unternehmen, die Kindern von Mitarbeitern Plätze in Kitas finanzieren wollten.

Ganz nebenbei gab es die üblichen Probleme, die große Bauvorhaben mit sich bringen: Sie dauern meist länger als geplant. Mitte Dezember etwa standen dann 250 Kitakinder auf der Straße, weil die Betriebsgenehmigung für den Neubau noch fehlte. Mehrere Einrichtungen müssen zudem früher als von der Stadt geplant geschlossen werden, weil der Brandschutz nicht mehr gesichert ist.

Kitas in Containern

Die Bilanz im Schuljahr 2011/12 ist daher auch ungewollt trübe: Etwa 1.500 Eltern standen ohne einen Betreuungsplatz für ihre Kinder da. Vor allem Krippenkinder blieben dabei auf der Strecke.

Parallel hat die Stadt in einem Kraftakt im vergangenen Schuljahr 2011/12 etwa 280 Plätze geschaffen. Für das aktuelle Jahr 2012/13 sind rund 2.350 weitere geplant. Sie entstehen vor allem in 15 neuen Kitas, die als Containergebäude errichtet werden. Außerdem werden bestehende Einrichtungen ausgebaut und mit dem Anwerben von neuen Tagesmüttern weitere Plätze geschaffen.