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Mittwoch, 16.04.2014

Dresden bekommt neue Mieträder

Insgesamt 500 Räder stehen ab morgen in ganz Dresden zum Ausleihen bereit. Die Nutzer können die SZ-Bikes per GPS-Ortung finden.

Von Tobias Winzer

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SZ-Mitarbeiterin Liesa Helwig testete gestern schon einmal die Mieträder. Heute geht es auch offiziell los.
SZ-Mitarbeiterin Liesa Helwig testete gestern schon einmal die Mieträder. Heute geht es auch offiziell los.

© Steffen Füssel

Ob die Sonntagsfahrt an der Elbe, den Weg von zu Hause zum Hauptbahnhof oder für den Kneipenbesuch am Abend – die Dresdner sollen künftig öfter aufs Fahrrad umsteigen. Das ist das Ziel des Unternehmens DD+V, bei dem auch die Sächsische Zeitung erscheint. Zusammen mit dem international tätigen Leihfahrrad-Anbieter Nextbike und den Dresdner Verkehrsbetrieben startet es morgen das Projekt SZ-Bike mit 500 Mieträdern.

Wie kann man sich ein Fahrrad ausleihen?

Wer künftig ein Fahrrad mieten will, kann das über eine Hotline oder per Handy-App tun. Vorher müssen sich die Nutzer auf der Internetseite www.sz-bike.de anmelden. Jedes Fahrrad ist mit einer Nummer versehen, die der Nutzer telefonisch oder über die Handy-Tastatur angibt. Im Gegenzug bekommt er den Code für das Schloss. Die Ausleihe ist das ganze Jahr und rund um die Uhr möglich.

Wo in Dresden stehen die Mietfahrräder?

Innerhalb eines Gebietes, das in etwa dem 26er-Ring entspricht, kann der Nutzer das Fahrrad abstellen, wo er will. Außerhalb des Ringes soll es virtuelle Stationen geben, an denen er sein Mietfahrrad parken kann. Die Leihräder sind an markanten Orten, wie am Postplatz, am Hauptbahnhof, an der Prager Straße oder am Kongresszentrum, zu finden.

Per GPS-Ortung kann das nächste freie Rad aber auch mit dem Smartphone und der App gesucht werden. Langfristig gesehen will DD+V in der gesamten Stadt Fahrradstationen installieren, an die die Räder angeschlossen werden. Bislang gibt es solche Stationen aber nur vor dem Haus der Presse und bei den Dresdner Verkehrsbetrieben in Trachenberge.

Was kostet das Ausleihen eines SZ-Bikes?

Wer ein Rad mietet, zahlt dafür einen Euro pro halbe Stunde und maximal neun Euro pro Tag. Günstiger ist es mit dem sogenannten Radcard-Tarif, einer Art Flatrate. Für drei Euro pro Monat kann das Rad für jeweils eine halbe Stunde kostenlos genutzt werden. Zwischen den einzelnen Ausleihen müssen mindestens 20 Minuten liegen. Ansonsten kostet das Leihrad 50 Cent pro halbe Stunde und maximal fünf Euro am Tag. Abokunden der Verkehrsbetriebe und der Sächsischen Zeitung bekommen den Radcard-Tarif kostenlos, das heißt, sie zahlen keine monatliche Gebühr und können bis zu 30 Minuten kostenlos fahren.

Warum steigt ein Zeitungsverlag ins Fahrradgeschäft ein?

DD+V hat in das Projekt eine sechsstellige Summe investiert. Das Unternehmen verspricht sich von dem Projekt neben den Einnahmen aus der Vermietung vor allem Gewinne aus dem Verkauf von Werbeflächen an den Fahrrädern. Außerdem arbeitet das Unternehmen an Kooperationen mit Hotels und Firmen, die die Leihräder für ihre Gäste und Angestellten zum Festpreis zur Verfügung stellen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Ken

    Ich persönlich nutze regelmäßig die Stadträder in Hamburg und sehe das mit dem "überall abstellen" in Dresden recht kritisch. Wird sicher nicht lang dauern bis die ersten Fahrräder dauerhaft in irgendwelchen Hinterhöfen hinterm Hoftor geparkt werden. Dann lieber viele Stationen, wo meist auch mehrere Räder stehen. Dann hat man als Kunde auch die Wahl, wenn z.B. mal bei einem Rad das Licht nicht geht oder irgendwas defekt ist. Genauso wenn man mal zu zweit unterwegs ist. Dann muss man erst mühsam Räder zusammensuchen. Trotzdem viel Erfolg für das Projekt. Ich hoffe, die Verantwortlichen haben sich in anderen Städten mal umgesehen, wo solche flächendeckenden Verleihsysteme seit Jahren funktionieren.

  2. Marcus

    Dann fehlt ja nur noch die sinvolle Infrastruktur für Räder in unserer radfeindlichen Stadt.

  3. Wieland

    Schöne Idee, die aber sicher nur bei Touristen funktionieren wird. Alle anderen haben in den meisten Fällen ein eigenes Rad. Ich weiß allerdings nicht, ob man den Gästen unserer Stadt die mangelhaften Verkehrsbedingungen für Radfahrer anbieten sollte.

  4. PeterV

    Feine Sache. Hoffen wir das die Abgabestationen bald auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Momentan gibt es die Stadt bei sz-bike im Westen, Süden und im Norden nicht. Und wenn man immer wieder in die Innenstadt zurück muss, taugt das System halt doch nur für Touris. @ Ken: die Räder dürfen nur im Innenstadtring und dort auch nur an Kreuzungen abgestellt werden, von wo sie eingesammelt und an die offiziellen Stationen gebracht werden. Also Hinterhof sollte nich funktionieren. (Und kostet laut AGBs ordentlich Gebühr).

  5. ralf

    @Wieland Ich bin der gegenteiligen Meinung und habe jahrelang darauf gewartet, dass Nextbike in Dresden nicht mehr so touristisch orientiert ist. Jetzt gibt es mit der Kooperation der SZ endlich Stationen, die auch für Einheimische interessant sind. Vor allem die Stationen rund um die Uni sind wichtig (könnten ruhig noch mehr werden, z. B. für die Pendler zum ASB oder der Slub). Ich bin nicht immer mit Rad unterwegs und leihe mir gern mal für eine Tour in eine Richtung eins aus. Zum Einkaufen ist das auch super. Auf der Prager Str. eins abstellen und am Ende des Tages ein anderes an der Altmarktgalerie ausleihen. Schade, dass die Flexzonen-Räder zur Zeit noch zu den Stationen gekarrt werden. Die sollten wie bei Car2Go in den Karten an entsprechender Stelle angezeigt werden.

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