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Montag, 11.03.2013

Dresden bekommt ein neues Schaufenster

Die Tourist-Information wechselt die Betreiber. Sie wollen nun auch Dresdner erreichen.

Von Franziska Schneider

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Lars Knüpfer (l.) und Carsten Dietmann sind dieGeschäftsführer der neuen Tourist-Information. Foto: kairospress
Lars Knüpfer (l.) und Carsten Dietmann sind die Geschäftsführer der neuen Tourist-Information. Foto: kairospress
  • Lars Knüpfer (l.) und Carsten Dietmann sind dieGeschäftsführer der neuen Tourist-Information. Foto: kairospress
    Lars Knüpfer (l.) und Carsten Dietmann sind die Geschäftsführer der neuen Tourist-Information. Foto: kairospress
  • Im neuen Besucherzentrum im QF an der Frauenkirche sollen Touristen und Einheimische auch multimedial Informationen über die Stadt erhalten. Eingangsbereich mit Verkaufsflächen Informationstresen für Auskünfte Lounge zum Schmökern und Treffen Medienraum Visualisierung: Arbeitsgemeinschaft DD+V/Knüpfer
    Im neuen Besucherzentrum im QF an der Frauenkirche sollen Touristen und Einheimische auch multimedial Informationen über die Stadt erhalten. Eingangsbereich mit Verkaufsflächen Informationstresen für Auskünfte Lounge zum Schmökern und Treffen Medienraum Visualisierung: Arbeitsgemeinschaft DD+V/Knüpfer

Lange Warteschlangen zu Stoßzeiten und dadurch eingeschränkte Beratung: Das soll der Vergangenheit angehören. Dresden will seinen Besuchern in bester Erinnerung bleiben. Zum 20. April wechselt die Tourist-Information den Betreiber. Den Zuschlag hat ein Bieterkonsortium um das Dresdner Druck- und Verlagshaus (DD+V) bekommen, zu dem auch die Sächsische Zeitung gehört. Einer der beiden Geschäftsführer ist Lars Knüpfer. Er ist in der Tourismusbranche kein Unbekannter: Bis August 2011 war Knüpfer der Kopf der Dresden Tourismus GmbH (DTG), die derzeit noch die Tourist-Information betreibt, bei der erneuten Ausschreibung aber nicht mehr zum Zuge kam.

Mit der Übergabe im April soll die Touristen-Information nicht nur für Besucher Interessantes bieten. Auch Dresdner können dort künftig einen Ruhepunkt finden und Neues entdecken. Zunächst gibt es Informationen jedoch nur eingeschränkt in einer roten Container-Box, denn zwischen Zuschlag und festgesetzter Eröffnung liegen wenige Wochen. Der Ausbau muss nun parallel zur Beratung laufen.

Das Herzstück: Ein Besucherzentrum im Quartier an der Frauenkirche

Dresden bekommt ein neues Schaufenster in Top-Lage. Die Pracht der Stadt wird dafür multimedial aufbereitet und soll Touristen anhand emotionaler Präsentationen verführen, länger in Stadt und Umland zu verweilen. Dafür ist im Untergeschoss des Quartiers an der Frauenkirche (QF) auf 300 Quadratmetern ein modernes Besucherzentrum geplant. Zum Vergleich: Eine klassische Tourist-Information ist nur etwa 60 Quadratmeter groß. „Auf unserer Fläche entstehen nun ganz andere Möglichkeiten als bisher“, sagt Lars Knüpfer. „Allein Fotos wirken anders, wenn sie Raum bekommen.“ Im Eingangsbereich des Zentrums sind Ständer und Vitrinen für Bücher, Postkarten und deutlich mehr Souvenirs als bislang vorgesehen. An einem großen Auskunftsterminal sollen bis zu fünf Mitarbeiter alle Fragen der Besucher klären helfen. So weit, so üblich.

Ungewöhnlich wird der Informationsort im hinteren Bereich. Dort ist eine Lounge geplant, die auch Dresdner neugierig machen soll. Mit bequemen Sitzmöbeln dient sie als Rückzugsort, soll Gelegenheit geben, in Prospekten und Heften über Dresden und seine Angebote zu blättern. „Denkbar ist auch, dass Stadtführer die Lounge als Startpunkt nutzen“, sagt Knüpfer. Ebenfalls ungewöhnlich sind die Pläne für die Wände des Besucherzentrums. Sie sollen als multimediale Präsentationsflächen dienen, zum Beispiel interaktive Stadtpläne zeigen. Zudem ist ein Medienraum geplant, in dem Filme gezeigt werden können. Damit will Knüpfer auch Dresdner als Besucher gewinnen: „ Die Verliebtheit der Bürger in ihre Stadt ist unser größtes touristisches Plus.“

Die Info-Infrastruktur: Viele kleine Tourist-Informationen

Neben dem Besucherzentrum haben Touristen künftig mehrere Anlaufstellen in der Stadt, um an Infos zu kommen. Derzeit verhandelt Knüpfer noch über den Standort einer Touristen-Information im Hauptbahnhof. Sollte hier kein Platz frei sein, ist ein „Standort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes bereits reserviert“, so Knüpfer.

Zudem sollen ausgewählte Treffpunkte der Sächsischen Zeitung als Anlaufstellen dienen. „Sie werden als Partner der Tourist-Information gekennzeichnet. Die Dezentralität ist eine deutliche Verbesserung für die Touristen“, sagt Knüpfer. Die Mitarbeiter in den Treffpunkten sollen dabei nur eine „Basisversorgung“ etwa mit Prospekten organisieren und Touristen dann weitervermitteln.

Die Synergien: Verlag steuert Ressourcen bei

Bereits jetzt ist der DD+V wichtiger Ticketanbieter in der Region. Oft ist er auch als Medienpartner von Events tätig. „Mit unserer Erfahrung wollen wir nun besondere Reiseanlässe schaffen, um die Leute aktiv für Dresden zu begeistern“, sagt der zweite Kopf des Konsortiums, DD+V-Geschäftsführer Carsten Dietmann. Der touristische Marktplatz, ob im Netz, am Telefon oder in den Tourist-Informationen liege dann in einer Hand. „Wir investieren einen hohen sechsstelligen Betrag in die Infrastruktur“, sagt Dietmann.

Bisher hatte die Stadt für die touristischen Dienstleistungen jährlich 900 000 Euro als Zuschuss für das Versenden von Prospekten und die Auskunftsdienste gezahlt. Das Entgelt soll nun aber darunter liegen. Eine Refinanzierung über zwei Jahre, so lange läuft der Vertrag zunächst, ist damit schwierig. „Wir hoffen, den Zuschlag für länger zu erhalten“, sagt Dietmann.

Die Umsetzung: Es werden noch Mitarbeiter gesucht

Mit dem Betreiberwechsel geht eine neue Firma an den Start, die Personal finden muss. Die Vorgängerfirma DTG hat ihren Mitarbeitern gekündigt. 20 Stellen sollen nun besetzt werden. Derzeit werden noch 14 Mitarbeiter für die Service-Center gesucht. Sie sollten eine touristische Ausbildung abgeschlossen haben.

„Die Vorbereitungen für die Übernahme laufen derzeit mit Hochdruck“, sagt Knüpfer. „Wir eröffnen das Besucherzentrum aber in jedem Fall pünktlich.“