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Montag, 08.05.2017

Drei Tage großer Bahnhof im Muskauer Park

Die Waldeisenbahn lockt zahlreiche Besucher zum neuen Haltepunkt. Mit ihm ist die Strecke attraktiver geworden.

Von Steffen Bistrosch

Der Eröffnungszug erreicht am Freitagabend den Badepark von Bad Muskau und durchfährt das symbolische Band im neu errichteten Bahnhof der Neißestadt.
Der Eröffnungszug erreicht am Freitagabend den Badepark von Bad Muskau und durchfährt das symbolische Band im neu errichteten Bahnhof der Neißestadt.

© Rolf Ullmann

Bad Muskau Etliche hundert Gäste aus nah und fern freuten sich am Freitagabend gemeinsam mit den Politikern, Geldgebern, Parkangestellten und Waldeisenbahnern über den neuen zentralen Zugangspunkt im Hermannsbad. Als der Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau (WEM), Heiko Lichnok, gut gelaunt das Zeichen zur Einfahrt des ersten Zuges der Waldeisenbahn in den neuen Haltepunkt gab, waren die Grußworte der Entscheider und Mäzenen Cord Panning, Hansjörg König, Bernd Lange und Michael Kretschmer über das Projekt bereits Geschichte.

Tenor des Abends: Zwei Denkmale finden zusammen, das Hermannsbad wird umfassend restauriert, künftig werden Besucher mit der Kleinbahn in das wiederhergestellte historische Zentrum des Badeparks reisen. Selbst wenn bis dahin noch einiges an Wasser die Neiße hinunterfließen wird, bevor hier ein echter Anziehungspunkt zu Ende investiert ist, feierte das internationale Publikum schon tüchtig. Das Wetter spielte mit, die gastronomische Versorgung durch die nahe Turmvilla lief sehr gut, das Straßentheater „Grotest Maru“ in historischen Kostümen amüsierte und animierte, „Art Tremondo“ ließ die Puppen tanzen und die „Red Tower Bigband“ sorgte für passenden musikalischen Klang. Für alle, die mit dem Premierenzug nicht mitgekommen waren, organisierte die WEM kostenlose Pendelzüge zwischen Bad Muskau und der Baierweiche in Krauschwitz.

Der Premierenabend machte Lust auf mehr, und so dampften dann am Sonnabend und Sonntag folgerichtig die historischen Loks von Weißwasser nach Kromlau und Muskau. Bringt der neue Haltepunkt tatsächlich neue Gäste oder setzt neue Anreize für treue Besucher von Park und Waldeisenbahn? Die SZ fragte am neuen Haltepunkt in Muskau Christa Pawlizak, Ursula Weiner und Bärbel Königsmann. Die drei Damen gehören zu einer bunten Geburtstagsgesellschaft mit Wurzeln in Weißwasser. Sie haben ein ganzes Abteil zur Anreise gebucht. Manche seien überhaupt noch nicht mit der WEM gefahren, andere lange nicht mehr, einige fahren häufiger. Kennen würden sie alle die Schmalspurbahn, bestätigen die drei Frauen. Sehr schön ist die Gleisanlage im Park geworden, von hier aus seien sie eine große Runde durch den größten Teil des Schlossparks bis in die Turmvilla spazieren gegangen. Und sie sind recht froh, für den Nachhauseweg die Bahn nutzen zu können. Das nächste Mal fahren sie dann nach Kromlau.

„Das hat sich gelohnt“, sagen auch Simone Reichardt und ihr Mann Hans Jürgen aus Bautzen. Eher spontan seien sie mit der Waldeisenbahn gefahren, zum ersten Mal überhaupt. Den Muskauer Park kennen sie bereits, vom neuen Haltepunkt sind sie auf den Berg gelaufen und haben sich das Schloss von oben angesehen. Den alten Haltepunkt kennen sie vom Fahrradsattel aus, der neue sei wirklich sehr gut geworden. Und sie kommen bestimmt wieder.

Das hören die Waldeisenbahner ebenso gerne wie die Leute aus dem Park. Gelegenheit zum Fahren besteht ab jetzt an jedem Wochenende bis Mitte Oktober. Jeweils zum Monatsanfang werden die Dampfloks eingesetzt. Dazu kommen diverse Sonderveranstaltungen der Waldeisenbahner mit Zielen in Bad Muskau, Kromlau und dem Schweren Berg in Weißwasser.

www.waldeisenbahn.de