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Montag, 19.11.2012

Drei Raumfahrer nach 127 Tagen im All wohlbehalten gelandet

Mit einer Landung im knöchelhohem Pulverschnee sind drei Raumfahrer nach vier Monaten im All zur Erde zurückgekehrt. Im Dezember soll die nächste Crew zur Internationalen Raumstation starten.

Der japanische Astronaut Akihiko Hoshide nach seiner Landung auf der Erde. Foto: dpa
Der japanische Astronaut Akihiko Hoshide nach seiner Landung auf der Erde. Foto: dpa

Moskau. Bei Morgengrauen und Schneegestöber: Nach rund 127 Tagen im All sind drei Raumfahrer von der Internationalen Raumstation ISS wohlbehalten in der verschneiten Steppe von Kasachstan gelandet. Gebremst von einem mächtigen Fallschirm, schlug die knapp drei Tonnen schwere Sojus-Kapsel mit der US-Astronautin Sunita Williams, dem russischen Kosmonauten Juri Malentschenko und dem japanischen Raumfahrer Akihiko Hoshide am Montag um 07.56 Uhr Ortszeit (02.56 Uhr MEZ) in der ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien auf.

„Die Crew fühlt sich gut“, sagte ein Arzt am Landeort etwa 85 Kilometer nordöstlich der Stadt Arkalyk. Auf der ISS in rund 420 Kilometern Höhe über der Erde hatte das Trio seit Juli gearbeitet. Nach zwei weiteren Außeneinsätzen stellte Williams einen neuen Rekord auf: Die 47-Jährige hat nun insgesamt 50 Stunden und 40 Minuten im freien Weltraum gearbeitet - so viel wie keine andere Raumfahrerin.

Bei minus zwei Grad, knöchelhohem Pulverschnee und Nordwestwind winkten die in dicke Wolldecken gehüllten Heimkehrer gut gelaunt in die Fernsehkameras. Im Licht der Morgensonne mussten Williams, Malentschenko und Hoshide die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. Ihre Muskeln sind durch den viermonatigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit geschwächt. Rettungskräfte in Fellmützen reichten ihnen heißen Tee, danach trugen sie die Raumfahrer zur ersten Untersuchung in ein beheiztes Feldlazarett. Die Kapsel Sojus TMA-05M hatte rund dreieinhalb Stunden vor der Landung von der ISS abgedockt.

Auf dem Außenposten der Menschheit verblieben US-Amerikaner Kevin Ford als Kommandeur sowie die Russen Oleg Nowizki und Jewgeni Tarelkin. Sie sollen im Dezember Verstärkung bekommen. Dann starten Nasa-Astronaut Tom Marshburn, Kosmonaut Roman Romanenko und der Kanadier Chris Hadfield vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS. Russland ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles das einzige Land, das bemannte Flüge zur Raumstation organisiert.

Einziger Wermutstropfen der Bilderbuchlandung: Am Rande der Rückkehr kündigte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos die Entlassung des ranghohen Managers Juri Urlitschitsch an. Dem Generaldirektor der Gesellschaft für russische Raumfahrtsysteme (RKS) wird die Veruntreuung von Staatsgeldern in Millionenhöhe vorgeworfen. (dpa)