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Dienstag, 25.10.2016

Drei Generationen in einem Haus

Großeltern, Kinder und Enkel unter einem Dach – dieses Lebensmodell wird mit all seinen Vorteilen auch heute noch gelebt, zum Beispiel von Familie Graf aus Vierkirchen bei Görlitz.

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Hier leben Andreas und Manja Graf mit ihren Söhnen Valentin und Thabeus. Die Eltern von Andreas, Annegret und Günter Graf, sind vor gut einem Jahr mit eingezogen. Die junge Familie wohnt auf der 1. Etage und dem ausgebauten Dachboden, die Großeltern im altersgerecht sanierten Erdgeschoss.
Hier leben Andreas und Manja Graf mit ihren Söhnen Valentin und Thabeus. Die Eltern von Andreas, Annegret und Günter Graf, sind vor gut einem Jahr mit eingezogen. Die junge Familie wohnt auf der 1. Etage und dem ausgebauten Dachboden, die Großeltern im altersgerecht sanierten Erdgeschoss.

© Foto: Matthias Weber

  • Hier leben Andreas und Manja Graf mit ihren Söhnen Valentin und Thabeus. Die Eltern von Andreas, Annegret und Günter Graf, sind vor gut einem Jahr mit eingezogen. Die junge Familie wohnt auf der 1. Etage und dem ausgebauten Dachboden, die Großeltern im altersgerecht sanierten Erdgeschoss.
    Hier leben Andreas und Manja Graf mit ihren Söhnen Valentin und Thabeus. Die Eltern von Andreas, Annegret und Günter Graf, sind vor gut einem Jahr mit eingezogen. Die junge Familie wohnt auf der 1. Etage und dem ausgebauten Dachboden, die Großeltern im altersgerecht sanierten Erdgeschoss.

Drei Generationen auf drei Ebenen verteilt – so leben seit gut einem Jahr die Grafs aus Vierkirchen. Das Haus wurde früher von der LPG genutzt und gehört zu einem Vier-Seiten-Hof, den Annegret und Günter Graf 1998 als Betriebssitz gekauft hatten – ideal für ihren landwirtschaftlichen Betrieb. Nun sind die beiden mit 75 und 67 Jahren im Rentenalter, und Sohn Andreas, der bereits seit einigen Jahren mit seiner Frau Manja und den beiden Söhnen in dem Haus wohnte, tritt in die Fußstapfen. Und aus der LPG-Kantine im Erdgeschoss wurde eine gemütliche Wohnung, altersgerecht umgebaut für die Eltern. „Uns war es einfach wichtig, dass die Eltern in der Nähe sind, man den täglichen Kontakt hat, und sie nicht allein sind“, sagt Andreas Graf. „Deshalb sind wir mit dem Vorschlag an sie herangetreten.“

Die Eltern wohnten im rund zehn Kilometer entfernten Reichenbach zu zweit in ihrem Haus aus den 80er-Jahren, samt Treppen, schmalen Türen – und eben zehn Kilometer entfernt von den Kindern. „Wir haben sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, zu uns zu ziehen, und sie haben Ja gesagt.“

Doch erst einmal musste das Erdgeschoss komplett saniert werden. Das dauerte ein halbes Jahr. Wände wurden versetzt, Decken und Fußboden rausgerissen und erneuert, Türen verbreitert, eine bodentiefe Dusche eingebaut. Jetzt haben die Eltern ein barrierefreies Bad, einen Zugang zur Terrasse ohne Schwelle, können an der Gegensprechanlage nachfragen, wer an der Tür geklingelt hat. Wie beim Ausbau des Dachgeschosses trug Andreas Graf einiges in Eigenleistung bei, aber holte sich auch für dieses enorme Projekt fachmännische Unterstützung und beauftragte eine Baufirma. Schließlich mussten auch statische Aspekte bedacht werden. Finanzielle Unterstützung kam vonseiten der KfW im Rahmen eines Förderprogramms. Regionale Handwerker setzten die einzelnen Bauschritte um. „Das hat super funktioniert“, lobt der 39-Jährige.

Vor gut einem Jahr sind die Eltern eingezogen, und nun leben also sechs „Grafen“ im Alter von elf bis 75 Jahren unter einem Dach. „Das funktioniert gut, jeder hat ja seinen Bereich“, erzählt Andreas Graf. „Man muss ja auch nicht jeden Tag etwas zusammen machen, und wenn man einmal keine Lust auf Gesellschaft hat, macht man einfach die Tür zu.“ Aber natürlich können die Jungs nun auch mal bei den Großeltern bleiben und zum Beispiel eine Partie Rommé spielen. Die Oma kocht zudem gern und gut – so isst die Familie nun häufiger gemeinsam Abendbrot als vorher.

Auch die berufliche Erfahrung der Älteren weiß Andreas Graf zu schätzen. Mutter Annegret hat den landwirtschaftlichen Betrieb lange Jahre geleitet und steht ihrem Sohn auch heute immer wieder mal mit ihrem Wissen zur Seite. Dann gibt es noch die Tiere – Hühner und Hasen – und einen großen Garten zu versorgen. Langeweile muss also nicht aufkommen. Und auch wenn manchmal die Ansichten der Generationen zum Beispiel bei Erziehungsfragen auseinandergehen – Andreas Graf hat damit kein Problem. „Wir freuen uns, dass wir hier miteinander leben können. Meine Mutter sagt immer: Ach, haben wir es schön. Das finde ich auch.“ih