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Freitag, 04.04.2014

Dreck-weg-App ist ein Erfolgsmodell

Nach einjähriger Testphase geht das Projekt in die Verlängerung. Einige Schmutzverursacher fielen auch durch Dummheit auf.

Von Jana Mundus

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Auch im Flussbett der Elbe ist vor allem bei niedrigem Wasserstand viel Müll zu finden (Archivbild).
Auch im Flussbett der Elbe ist vor allem bei niedrigem Wasserstand viel Müll zu finden (Archivbild).

Die Dresdner können auch weiterhin Dreckecken in der Stadt per Mobiltelefon oder an einer speziellen Hotline melden. Die Dreck-weg-App fürs Handy und das Dreck-weg-Telefon, das unter der Behördennummer 115 zu erreichen ist, haben sich während ihrer einjährigen Testphase bewährt. Das erklärte jetzt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). „Wir wollen das Projekt deshalb dauerhaft in Dresden anbieten“, sagte er. Die dafür eingerichteten Stellen in den einzelnen Ortsämtern bleiben aus diesem Grund bestehen.

Seit dem Start im März 2013 meldeten die Dresdner insgesamt 1.481 Fälle von Verschmutzungen im Stadtbild. Für die Übermittlung nutzten 1.302 die Handy-App, 179 Bürger griffen lieber zum Telefon. Gemeldet wurden vor allem liederliche Grundstücke, Dreck auf Straßen, in Bäumen oder in Grünstreifen, überfüllte Abfalleimer oder verschmutzte Wertstoffcontainerplätze.

Besonders aktiv waren die Bewohner der Neustadt, die insgesamt 302-Fälle meldeten, dicht gefolgt von den Altstädtern, die 250-mal Verschmutzungen meldeten. Am wenigsten Probleme hatten die Loschwitzer, die lediglich 48 Fälle an die Stadt durchgaben.

Autoreifen im Wald entsorgt

„Das Angebot der Dreck-weg-App wird immer mehr genutzt“, erklärte André Barth, Ortsamtsleiter für die Altstadt und die Neustadt. Nur in seltensten Fällen wurde das Angebot der Stadt bisher missbraucht. „Wir hatten jemanden, der seinen überfüllten Schreibtisch gemeldet hat und hoffte, wir kommen aufräumen.“

Aber auch von anderen kuriosen Fällen berichtete er. So stand im Pieschener Wald im November ein Klobecken oder stülpten Unbekannte einen Einkaufswagen über ein Denkmal. Gar nicht schlau war der Besitzer eines Autohauses, der 50 Reifen in Pieschen einfach in der Natur entsorgte. „Weil aber Aufkleber des Autohauses auf den Reifen waren, hatten wir es leicht, den Übeltäter zu finden“, so Barth.

Hier kann man die App downloaden

›› Android-Version im Google Play Store
›› iOS-Version im App Store

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Stefan

    Gut und schön. Nur ist die Umsetzung der App (zumindest die Android-Version) miserabel. Seit Ewigkeiten funktioniert die Positionsbestimmung unzuverlässig. Die negativen Bewertungen im Play-Store sagen alles. Da waren definitiv keine professionellen Programmierer am Werk.

  2. Stephan

    Für das Lob habe ich auch nur Unverständnis. Für nicht eine meiner Meldungen gab es eine Erledigung, geschweige denn eine Rückmeldung eines Mitarbeiters. Erst Anzeigen direkt im Ortsamt hatten Erfolg. Insofern gute Idee, miserable Umsetzung. Von der technischen Seite hat es bisher einwandfrei funktioniert. P.S. Eine App mit der man Falschparker melden kann, wäre toll . . .

  3. taigawolf

    Solange jeden Samstag Nachmittag die Mülleimer auf der Prager Straße und der Brühlschen Terrasse überquellen - genau dort wo tausende Gäste und Dresdner vorbeilaufen - und die Stadtreinigung es nicht schafft, rechtzeitig zu leeren oder einen zweiten Behälter daneben zu stellen, halte ich die regelmäßige Werbung für diese App bestenfalls für einen schlechten Witz und schlimmstenfalls für eine zynische Verhöhnung der Leute.

  4. Hubertus

    Lieber Stefan, lieber Stephan, die App hat bei mir tadellos funktioniert! Sogar telefonische Rückmeldungen habe ich bekommen. :-) Eine neue technische Errungenschaft könnte die Stadt in Kombination mit dieser App sogar noch sauberer machen: Die Hundekot-Gendatenbank, finananziert von den Verursachern (bzw. ensprechendes Herrchen / Frauchen). (ähnlich wie mit Knöllchen wegen Falschparken!) Datenschutzrechtliche Probleme kann ich dabei nicht erkennen. ... für ein sauberes und lebensfreundliches Dresden!!

  5. Stephan

    Lieber Hubertus, ich stimme Dir da voll zu. Ich kenne da auch einen Experten, der die Sch . . . liegen lässt, auch wenn man ihn direkt darauf anspricht. Mal ganz provokant: Hunde haben in einer Stadt nix zu suchen oder vielleicht einschränkend: in einer Stadt-Wohnung - Domestizierung hin oder her. Das ist Tierquälerei. Hunde sind Rudeltiere und der Mensch für den Hund nur ein Notnagel. Auf den asphaltierten Wegen verbrennen sich im Sommer die Tiere ihre Füße und es gibt sicher noch viel viel mehr aufzuzählen. Das gilt auch für die sogenannten Fußhupen. So geht man nicht mit dem sogenannten besten Freund des Menschen um . . .

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