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Dr. med. Mariam Omar über den Wandel der Ästhetischen Chirurgie

Mommy Makeover und Lifting - Ein Expertengespräch

31.07.2017

Mariam Omar über den Wandel der Ästhetischen Chirurgie

Ein schöner Mund, glatte Haut und wache Augen: Was früher als ein Geschenk der Gene galt, ist heute für jedermann machbar. Schönheitsoperationen sind so populär wie nie. Ästhetische Eingriffe sind dabei besonders gelungen und hochwertig, wenn sie natürlich aussehen. Wie dies gelingt und warum ästhetische Eingriffe für viele Menschen so wichtig sind, erklärt Dr. med. Mariam Omar, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Berlin, in diesem Expertengespräch.

Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen verzeichnen immer mehr Operationen zur reinen Verschönerung. Der Anteil der ästhetisch-chirurgischen Operationen liegt bei 25 Prozent. Diese Entwicklung wird u.a. vom Trend des Mommy Makeovers angetrieben. Vielen Frauen ist es wichtig, sich nach der Geburt wieder wohl in Ihrem eigenen Körper zu fühlen. Die Fettabsaugung oder eine Korrektur der Brust stehen ganz oben auf der Wunschliste. An die gestiegene Nachfrage hat sich auch die Zahl der Fachärzte mit dem Schwerpunkt der Ästhetischen Chirurgie stark erhöht. Dr. med. Mariam Omar ist eine dieser Fachärztinnen.

Redaktion: Frau Dr. Omar, welche Trends und Entwicklungen in der Schönheitschirurgie sehen Sie?

Dr. med. Mariam Omar: Aktuell im Trend sind vor allem schonende und minimalinvasive Eingriffe wie z.B. das Fadenlifting oder kollageninduzierende Verfahren wie die PRP Therapie. Eine starke Entwicklung sehe ich auch im sogenannten Mommy Makeover. Für Frauen wird es immer wichtiger, nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder neben der Mutterrolle, auch als Frau wahrgenommen zu werden und sich attraktiv zu fühlen.

Redaktion: Lautet da das Motto „Ich will so werden, wie ich war“?

Dr. med. Mariam Omar: Da ist etwas dran. Durch die Geburt oder Stillzeiten verändert sich der weibliche Körper zum Afterbabybody. Viele Mütter wünschen sich eine Bruststraffung oder Brustvergrößerung, Fettabsaugung oder Straffung der Bauchdecke usw. Den Frauen geht es darum, die Körperform wie er vor der Geburt war, wiederzuerlangen.

Redaktion: Glauben Sie, dass Hollywood-Mütter und Models wie Erin McNaught diesen Trend begünstigen? Haben Frauen dadurch nicht zu hohe Ansprüche an ihren Körper?

Dr. med. Mariam Omar: Natürlich kann das Frauen und Mütter unter Druck setzen. Ich rate meinen Patientinnen immer den natürlichen Wandel des Körpers durch die Mutterschaft anzunehmen und Körperregionen, die sie tatsächlich in ihrem Alltag deutlich stören, verschönern zu lassen. Ob das eine Bauchstraffung, laserassistierte Fettabsaugung oder eine Brustkorrektur ist, wird individuell mit der Patientin besprochen.

Redaktion: Welche Eingriffe führen Sie denn neben dem Mommy Makeover am häufigsten durch?

Dr. med. Mariam Omar: Das ist ganz unterschiedlich, denn jeden Patienten stören unterschiedliche Körperregionen. Das kann ein Halslifting sein, Brustkorrekturen oder Therapien zur Verbesserung der Hautqualität. Ich empfehle immer individuelle ästhetische Maßnahmen nach den Wünschen der Patienten.

Redaktion: Und worin besteht der Unterschied zwischen Plastischer und Ästhetischer Chirurgie?

Dr. med. Mariam Omar: Die Plastische Chirurgie wird nach einem 4-Säulen-Modell praktiziert. Zu diesen Säulen zählen die Ästhetische Chirurgie, die Rekonstruktive Chirurgie, die Verbrennungschirurgie und die Handchirurgie. Die Übergänge sind hier fließend.

Redaktion: Wie lange benötigen Sie denn für einen plastisch-ästhetischen Eingriff?

Dr. med. Mariam Omar: Eine Oberlidkorrektur dauert beispielsweise 45 Minuten; eine Gesichts- und Halsstraffung kombiniert mit der Stammzelltherapie bis zu 5 Stunden.

Redaktion: Haben Sie auch schon mal einen Operationswunsch abgelehnt?

Dr. med. Mariam Omar: Ich operiere natürlich nicht jeden Menschen, der eine Anfrage stellt. Liegen zum Beispiel starke körperliche Erkrankungen vor, kann eine Operation auch schon mal abgelehnt werden. Akut depressive Menschen sollten sich ebenfalls keinem Eingriff unterziehen.

Redaktion: Thema Brust-OP: Wie erklären Sie sich den aktuellen Hype, dass sich viele Frauen für eine Brustverkleinerung entscheiden?

Dr. med. Mariam Omar: Es kommt auf die schöne Form an. Ist die Brust zu groß und hängt, verliert sie nicht nur an Attraktivität. Die betroffenen Frauen leiden vor allem unter Rückenschmerzen und Einschränkungen im Berufsleben und beim Sport an einer zu großen, schweren Brust. Eine Brustverkleinerung führt in diesem Fall zu im wahrsten Sinne des Wortes“ zu einer deutlichen Erleichterung“ im Alltag und natürlich auch zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein.

Redaktion: Und was lassen sich Patienten am häufigsten im Gesicht verändern?

Dr. med. Mariam Omar: Korrekturen von Schlupflidern und Tränensäcken werden häufig angefragt. Auch die Nachfrage für die Korrektur der Hängebäckchen durch ein Fadenlift oder im fortgeschrittenen Stadium mittels Facelift, nehmen in den kalten Wintermonaten zu.

Redaktion: Können Patienten zu einer erfolgreichen OP beitragen?

Dr. med. Mariam Omar: Oh ja. Patienten sollten vor der OP nicht rauchen, da dies eine schlechtere Hautdurchblutung nach sich zieht und die Wundheilung verlangsamt. Ferner sollten Sie gewisse Nahrungsergänzungsmittel und Gewürze wie z.B. Kurkuma meiden.

Redaktion: Was würden Sie abschließend sagen: Macht eine Schönheitsoperation glücklicher?

Dr. med. Mariam Omar: Wenn man sich realistische Ziele setzt, dann ja. Ein Eingriff kann jedoch nicht das Leben eines Menschen komplett ändern. Das Älterwerden hält es auch nicht auf. Aber der Weg dahin kann verschönert werden - und das sehe ich immer, wenn ich in die leuchtenden Augen der Patienten schaue.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview!

Tipp: Wie steht es mit der Krankenkasse?

Ein plastisch-ästhetischer Eingriff wird in der Regel als medizinisch nicht notwendig betrachtet. Findet der gesundheitliche Aspekt Berücksichtigung, kann es jedoch sein, dass manche Krankenkassen die OP-Kosten übernehmen. Krankenkassen zahlen zum Beispiel eine Brustvergrößerung nach Krebsleiden. Informieren Sie sich umfassend.

Fazit: Mehr Lebensqualität für Patienten

Ob Brust-OP, Facelift oder Fettabsaugung: Plastische und Ästhetische Chirurgie bringen den Patienten mehr Lebensqualität. Wünsche und Ziele der Patienten sind stets abzuklären, sodass der Eingriff zu einem vollen Erfolg wird. Nach einigen Monaten zeigt sich dann das finale Ergebnis.

Über Dr. med. Mariam Omar

Kurzprofil: Als Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie legt Dr. med. Mariam Omar großen Wert auf eine allumfassende Beratung. Zu den medizinischen Schwerpunkten der Aesthetic Clinic Dr. Mariam Omar zählt die gesamte Ästhetische Gesichtschirurgie, die Brustchirurgie sowie Bodysculpturing mit Eigenfett-Therapie oder Liposuktionen (Laserlipolyse), Straffungsoperationen (Bauchdeckenplastiken), Kryolipolyse (Fett-Vereisung) und Ästhetische Intimchirurgie für Frauen. Die Faltenbehandlung und Therapie der Hautqualität (chemisches Peeling, PRP Therapie, Butterfly Lift sog. Vampire Lift) sowie Hyperhidrose-Behandlungen sind weitere Schwerpunkte.