Dienstag, 08.01.2013

Differenzen mit Pechstein beigelegt

Die Eisschnellläuferin hat mit ihrem Arbeitgeber Bundespolizei die nächste Baustelle auf dem Weg zu neuen Erfolgen geschlossen.

Von Frank Thomas

Berlin. Claudia Pechstein fühlt sich im Kampf um die Wiederherstellung ihres Rufes nach ihrer Zweijahressperre auf dem richtigen Weg. Das Bundesinnenministerium bestätigte gestern Aussagen der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über eine gütliche Einigung mit ihrem Arbeitgeber.

„Das Bundesministerium des Innern hat mit Frau Pechstein bezüglich der Fortführung ihres Dienstverhältnisses als Polizeivollzugsbeamtin der Bundespolizei eine einvernehmliche Lösung gefunden, mit der die dienstlichen Belange und die Fortführung ihrer sportlichen Karriere weitestgehend in Einklang gebracht werden können“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Einzelheiten der Vereinbarung werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt gegeben“, fügte er hinzu.

Tags zuvor hatte Pechstein bereits erklärt, die Differenzen mit ihrem Arbeitgeber seien beigelegt. „Es tut gut, dass eine weitere Baustelle, die mich in den vergangenen eineinhalb Jahren belastet hat, geschlossen werden konnte“, schrieb Pechstein gestern auf ihrer Homepage. Zuvor hatte sie bereits mit Genugtuung erklärt: „Durch ein abgestimmtes Verfahren sind jetzt dienstliche und sportliche Verpflichtungen in eine gute Übereinstimmung gebracht.“

Finanzielle Sorge vom Tisch

Noch im November hatte sie lautstark reklamiert, dass sie nach Ablauf ihrer Zweijahressperre wegen auffälliger Blutwerte nur aufgrund von Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge bei Weltcups und internationalen Meisterschaften an den Start gehen könne. Fünf Tage vor Beginn der Mehrkampf-Europameisterschaften in Heerenveen ist Pechstein nun diese finanziellen Sorgen los.

Führende Hämatologen aus verschiedenen Ländern hatten der 40-Jährigen inzwischen eine vom Vater vererbte Blutanomalie als Grund für ihre nach wie vor schwankenden Blutwerte attestiert. Vor einer Woche hatte Pechstein daher gegen den Eislauf-Weltverband ISU wegen der Verhängung der Sperre beim Landgericht in München eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe erhoben.

„Ich bin 2009 nur aufgrund eines einziges Indizes (erhöhte Retikulozyten) gesperrt und sowohl international als auch national für zwei Jahre von den Eisbahnen verbannt worden. Dadurch ist mir ein immenser Schaden entstanden. Ich weiß wirklich nicht, welcher Gedanken es bedarf, wenn es tatsächlich jemanden geben sollte, der meinen Schritt vor Gericht nicht nachvollziehen kann“, hatte Pechstein dazu erklärt. (dpa)

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