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Dienstag, 25.12.2012

Dieses Mal: Körperverletzung

Max B. erschien am Montag bei 5 Grad unter Null in dreiviertellangen Hosen vor dem Amtsrichter. Auch eine Bierfahne wehte durch den Gerichtssaal, in dem der 22-jährige Waldheimer kein Unbekannter ist. Er ist alkohol- und drogenabhängig und hat schon so einiges auf dem Kerbholz: Er wurde bereits wegen Diebstahl, Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Fahren eines Autos ohne Führerschein angeklagt.

Dieses Mal stand er wegen Körperverletzung vor dem Richter: Er soll am Sonntag dem 03.04.2011 gegen 15:30 Uhr den ihm unbekannten Jens W.* im Park gegenüber des Ärztehauses in Waldheim angegriffen und verletzt haben.

Der Angeklagte konnte sich an nicht viel erinnern, da er, wie er selbst sagte „Das ein oder andere getrunken hatte“ und auch Drogen genommen hatte. Allerdings behauptete er, dass Jens W. ihn ausgelacht, als er mit dem Fahrrad hin gefallen war, und zuerst angegriffen hat. Jens W. und seine Freundin Ines L.*, die den Vorfall beobachtet hatte, schilderten dies ganz anders.

„Der Angeklagte ist mit einer Bierflasche in der Hand Fahrrad gefahren.“, erklärten sie. Die beiden waren durch ein hupendes Auto aufmerksam geworden. Daraufhin rief Max B. ihnen zu: „Guckt nicht so!“. Danach stellte er seine Bierflasche ab, ging auf Jens W. zu und trat ihm in die Kniekehle, so dass dieser hinfiel und sich an einem Stein verletzte. Auch das Handy und die Uhr des Opfers gingen dabei zu Bruch. „Dann schlug Max B. ihm mit der flachen Hand ins Gesicht und mit einer Taschenlampe auf das linke Ohr.“, schilderte die Zeugin.

Erst als Ines L. einer Frau zurief, dass sie die Polizei rufen soll, ergriff der Täter die Flucht. Jens W. kam mit blauen Flecken, Kiefer- und Knieschmerzen davon. Beide Zeugen gaben an, dass Max B. angetrunken war und außerdem etwas gelallt hat, seine Schläge allerdings waren zielgerichtet und nicht unkontrolliert.

Ein Sachverständiger, der einige Gespräche und Tests mit dem Waldheimer Angeklagten durchgeführt hat, stellte schließlich fest, dass Max B. nur eingeschränkt steuerungsfähig war. Am Ende entschied der Richter, dass der Angeklagte 90 Tagessätze in Höhe von jeweils 10 € zahlen soll. Dem jungen Mann, der bereits mehrere Entzugstherapien abgebrochen hat, wurde außerdem dringend geraten, einen Entzug zu beginnen. *Name geändert