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Dienstag, 22.08.2017

Die zwölf Millionen sind da

Nach Jahren des Stillstands am Hotel Stadt Leipzig machte die Stadt Druck. Nun rückt die Sanierung näher.

Von Sarah Grundmann

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Seit Neuestem kündigt ein Plakat die Pläne für das Hotel Stadt Leipzig an der Ecke Rähnitzgasse/Heinrichstraße an. Nun könnte die Sanierung bald starten.
Seit Neuestem kündigt ein Plakat die Pläne für das Hotel Stadt Leipzig an der Ecke Rähnitzgasse/Heinrichstraße an. Nun könnte die Sanierung bald starten.

© Christian Juppe

Dresden. Findet die unendliche Geschichte doch ein Ende? Seit fünf Jahren wird die Sanierung des Hotels Stadt Leipzig immer wieder angekündigt. Seit fünf Jahren passiert an der Ecke Rähnitzgasse/ Heinrichstraße nichts. Doch nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Nicht nur, dass seit Neuestem ein Plakat samt Visualisierungen von Alt- und Neubau am Denkmal hängt. Ein Baustart scheint greifbarer denn je zu sein.

„Die Baugenehmigung wurde von der Bauaufsicht erteilt. Der Bauherr hat vor Baubeginn noch technische Nachweise vorzulegen. Dann steht einem Baustart nichts mehr im Wege“, sagt Stadtsprecher Schuricht auf SZ-Anfrage. Das allein ist nichts Neues. Bereits 2012 reichte der Investor – die Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft mbH, die zum Warschauer Unternehmen Griffin Real Estate gehört – Pläne bei der Stadt ein, seit Ende 2014 liegt eine Genehmigung vor. Doch der Stadtsprecher bestätigt nun auch, dass die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Das fehlende Geld war bisher der Knackpunkt, der die Geschichte um die Sanierung des einstigen Neustädter Prunkstücks schier unendlich erschienen ließ.

So machten in der Neustadt bereits vor Jahren Gerüchte um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit die Runde. 2015 musste das Wetterschutzdach abgebaut werden. Die Gerüstbaufirma sprach von unbeglichenen Rechnungen. Sara Wasag, Sprecherin von Griffin Real Estate, hingegen von Meinungsverschiedenheiten. Das Dach habe die Bauarbeiten behindert und sei deshalb demontiert worden. Laut Wasag hatte die Sanierung damals bereits begonnen – mit „Vorbereitungsarbeiten, die von außen nicht festzustellen sind“. Dass das nicht stimmen kann, verriet der beauftragte Ingenieur André Wiedemann bei einem Pressetermin im Mai 2016 eher nebenbei.

Damals fanden auf dem Areal archäologische Grabungen statt – als Vorbereitung für den Baustart. Auf diesen angesprochen, lüftete Wiedemann das Geheimnis: Die Finanzierung des Projekts stehe noch gar nicht. Anschließend kündigte die Investorfirma – wie schon zuvor den Beginn der Sanierung – mehrfach den Abschluss der Verhandlungen mit der Bank an. Doch nichts passierte. Dabei sind fast die Hälfte der Wohnungen bereits seit Jahren verkauft beziehungsweise reserviert. „Wir sind für die Geduld dankbar, und wir sind davon überzeugt, dass die außergewöhnliche Qualität und der Luxusstandard die Verspätung belohnen werden“, sagte die Sprecherin Wasag bereits vor zwei Jahren.

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Insgesamt sollen in den sogenannten Heinrichhöfen in der Inneren Neustadt rund 30 Wohnungen mit 76 bis 180 Quadratmetern entstehen. Hierfür müssen zunächst die Abrissbagger anrollen. Denn am Gebäudeteil zur Heinrichstraße kann nur die Fassade erhalten bleiben. Dahinter ist ein Anbau geplant, der sich am historischen Vorbild orientieren soll. Der Gebäudeteil zur Rähnitzgasse kann hingegen komplett gerettet und saniert werden. Neben Wohnungen in den oberen Etagen sind im Erdgeschoss zwei Läden sowie ein Restaurant geplant. Außerdem ist ein Neubau auf dem Hof geplant, in dem weitere Apartments entstehen. Der wiederum kommt eher modern als historisch daher. Rund 12 Millionen Euro müssen in das Vorhaben investiert werden. Dass diese nun da sind, beruhigt nicht nur den Baubürgermeister.

Auch die Neustädter Ortsbeiräte, die in ihren Sitzungen mehrfach über die Pläne diskutiert haben, waren von den folgenlos gebliebenen Ankündigungen irritiert. Außerdem forderte die Bürgerinitiative Stadtbild DD schnelles Handeln, brachte sogar die Frage nach einer Enteignung ins Spiel, so wie die Stadt es auch beim leerstehenden Schloss Übigau in Erwägung zieht.

Diesen Schritt wollte die Verwaltung beim Hotel Stadt Leipzig zunächst gehen. Zuletzt machte aber Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) in einem persönlichen Gespräch mit dem Eigentümer reichlich Druck. Er drohte sogar mit der Aufhebung des Bebauungsplans. Dann hätten die Pläne nicht mehr umgesetzt werden können. Auch andere Strafen – wie Geldbußen – waren im Gespräch. Das zeigte scheinbar Wirkung. Das Unternehmen kündigte einen Baustart für die Sommerferien an. Die sind zwar mittlerweile vorbei. Dafür scheint der Baubeginn greifbarer als in den fünf Jahren zuvor. Kommentar

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. StadtbilDDresden

    Wenn die Informationen des Artikels wirklich stimmen, ist das ein großer Fortschritt. Der Applaus kann aber nach all den Quälereien und Fehlankündigungen ausbleiben. Der Inestor hat sich bisher am wenigsten mit Ruhm bekleckert. Hoffen wir, dass er diesmal den Anstand hat, den Worten Taten folgen zu lassen. Im ganzen "Heckmeck" bedanken wir uns beim Baubürgermeister, der sich dieser Sache angemessen und zielorientiert gewidmet hat. Scheinbar hat sein Engagement Wirkung gezeigt. Endgültig trauen wir dem schönen Schein nun aber erst, sollten die ersten Bewohner eingezogen sein. Vertrauen ist leider nach all der Zeit ein vorsichtiger Gast dieses Hotels geworden.

  2. gast

    Sehr geehrte Vertreter von StadtbilDDresden (Wer auch immer Sie sind. Keine Angaben auf Ihrer Webseite, außer einer Postadresse eines Herrn Wolf aus Stuttgart?) Warum spielen Sie sich auf als die Gralshüter der Architektur bzw. Stadtplanung. Was legitimiert Sie, Architektur zu diskreditieren, wenn Sie selbst nix geschaffen haben. Ihre Vorstellungen sind ausschließlich Rückwärtsgewandt, ihre Entwürfe (Ferdinandplatz) entsprechen auch fachlich nicht den historischen Proportionen von klassischen Fassaden? Liebe Sächsische Zeitung bitte Recherchieren Sie doch einmal, ob diese Personen überhaupt fachlich kompetent sind, bevor Sie in jedem Artikel sich zum Sprachrohr eine kleinen Gruppe machen. Danke

  3. Robert

    @ gast, #2: Lieber gast, wer auch immer Sie sind. Warum greifen Sie StadtbilDDresden so dermaßen an? Was legitimiert Sie, die Bürgerinitiative zu diskreditieren, wenn Sie selbst nichts beizutragen haben? Ihre Beiträge sind ausschließlich unsachlich, Ihre Äußerungen entsprechen auch fachlich nicht dem zugrundeliegenden Artikel. Lieber gast, bitte überlegen Sie doch vorher einmal, ob Sie überhaupt dazu in der Lage sind, einen Artikel zu verstehen, bevor Sie derlei Kommentare absenden. Danke

  4. Rob

    Wieso darf der Investor sich hier eigentlich nach Herzenslust austoben und stapelweise Luxuswohnungen planen und verkaufen? Wieso sind im Bebauungsplan keine Stadtklima-fördernden Grünzonen, keine 30% Sozialwohnungen und keine soziokulturelle Nutzung durch subkulturelle Vereine zwingend vorgeschrieben? So geht das doch nicht! Da könnte ja jeder kommen und in Dresden was bauen wollen. Am Ende auch noch direkt an der Elbe...

  5. knubbel

    Ich hab irgendwie so einen Verdacht, wer hinter "gast" steckt. Zu oft derlei gelesen in letzter Zeit. Herr Neubacher, Sie auch hier? Darf sich stadtbilDD in ihren Augen nicht für die Rettung eines Baudenkmals einsetzen? Ach, davon schrieben Sie ja ja gar nicht. Dumm nur, dass es genau darum im Artikel ging.

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