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Donnerstag, 20.06.2013

Die Waldschlößchenbrücke öffnet am 26. August

Zuvor ist am Wochenende ein zweitägiges Fest geplant. Dann ist die Brücke für Fußgänger reserviert.

Von Olaf Kittel und Peter Hilbert

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Am Morgen des 26. August 2013 soll erstmals der Verkehr über die neue Elbbrücke rollen.
Am Morgen des 26. August 2013 soll erstmals der Verkehr über die neue Elbbrücke rollen.

© dpa

Dresden. Was viele Dresdner gar nicht mehr für möglich gehalten haben, soll nun doch wahr werden: Die Waldschlößchenbrücke wird fertig. Nach langen und harten Debatten über die Architektur, vielen Gerichtsurteilen, dem Welterbe-Entzug für das Dresdner Elbtal und einer scheinbar endlosen Kette von Bauverzögerungen steht jetzt der Eröffnungstermin: Am Morgen des 26. August soll erstmals der Verkehr über die neue Elbbrücke rollen. Die Waldschlößchenbrücke ist das größte Dresdner Infrastrukturprojekt seit der Wiedervereinigung. Verkehrsplaner erwarten ab September bessere Verbindungen zwischen der Altstädter und der Neustädter Elbseite.

Am Wochenende zuvor, am 24. und 25. August, soll die Brücke allein den Fußgängern gehören. Die Stadt Dresden und die Sächsische Zeitung planen, alle Dresdner und Gäste der Stadt zur Entdeckertour einzuladen. Alle Besucher sollen über die umstrittene Brücke sowie durch die anschließenden Tunnel spazieren können und dabei selbst ihr Urteil über das Bauwerk prüfen. Am Brückenkopf auf der Altstädter Seite ist ein Festgelände geplant. Über weitere Details des Eröffnungswochenendes soll in den nächsten Wochen entschieden werden .

Zuletzt gab es Kritik an der geplanten Eröffnungsfeier. So hatte sich der Grünen-Stadtrat Thomas Löser in einem offenen Brief an die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) gewandt. Der Verlust des Welterbetitels und die erneuten Bemühungen um einen Welterbetitel für die Gartenstadt Hellerau mahnten zum Verzicht. Helma Orosz wies die Kritik zurück und erklärte, dass viele Dresdner hohe Erwartungen mit der neuen Brücke verbinden und „sich über diesen Tag ehrlich und von Herzen freuen“. Die Oberbürgermeisterin ist sich zudem sicher, dass sich die Brücke positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auswirken wird.

Das Rathaus hatte den Brückenbau jahrelang vorbereitet. Bereits im November 2000 war der erste symbolische Spatenstich gesetzt worden. Doch erst sieben Jahre später begannen nach harten Auseinandersetzungen die Arbeiten. Die dauerten viel länger als einst geplant. Die ursprünglich vorgesehene Bauzeit von zweieinhalb Jahren hat sich mehr als verdoppelt. Auch die Kosten stiegen. Für das Großprojekt investiert die Stadt knapp 182 Millionen Euro.

Gestern wurde die letzte Asphaltschicht aufgebracht. Jetzt erledigen die Brückenbauer noch Restarbeiten. So werden Treppenaufgänge von der Brücke zum Elbufer gebaut, Geländer gestrichen und Fahrbahnen markiert. Bis zum Eröffnungswochenende soll alles fertig sein.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 36 Kommentare

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  1. Lars Michel

    Was hier bei dieser "Chrom-Vanadium-Rohbau-Walschlößchenbrücke" allein noch fehlt meines Erachtens,ist die richtige Farbe.Veredelt mit Grün,gelb,blau oder rosarot-violett,würde dieses Machwerk über Dresden hinaus bis in den Weltraum erstahlen oder nach Klotzsche,man weiß es nicht.Ein Versuch jedenfalls wäre es wert.Allerdings mit ein paar Glühbirnen versehen,könnte dieser Versuch klappen.Dem Tourismus schließlich würde das allemal guttun,denn es muß sich doch nicht jeder angereiste und geübte Welttourismusbürger in Walter Ulbrichts real gewordenen sozialistischen Altstadtphantasiewürfelgebäuden eng aneinander beim Besuch durch die paar m² (Quadrat-Meter) Ulbrichtsche Altstadt ohne nennenswerte Geschäfte und Restaurants quetschen.Passend als neue Attraktion für touristischen Weitblick auf diese schöne Kulisse gibt jetzt den längsten "Balkon" von Dresden, wo man jetzt sicherlich auch schön Blumentöpfe aufstellen kann als künstlerisch-botanische Bereicherung dieser Edelstahl-Elbquerung.

  2. Lindner

    Unser aller Steuergeld für dieses Monster! Solange Unvernunft weiterhin finanziert wird, wird sich nichts ändern. Dresden hat nicht nur eine Chance vertan, Dresden hat an Glaubwürdigkeit eingebüsst. Wer sich für das Weltkulturerbe bewirbt und anerkannt wird, darf nicht danach trickreich versuchen die Voraussetzung zu umgehen.

  3. Norma

    Ein Fest mit all seiner Gruseligkeit!

  4. Michael

    Was soll das jetzt ? Auch noch ein großes Fest zur Eröffnung ? War den dieser Bau nicht schon überteuert genug ? Bauzeit waren wohl insgesamt 17 Jahre !!! Und was kostet es nun insgesamt ? Das hat bestimmt keiner mehr mitgerechnet, aber so das drei - bis vierfache was mal geplant war wird es schon sein. Schämen sollten Sie sich Frau Orosz !!!

  5. Hessel

    Schön diese herrlichen Kommentare bisher! Das Beste an der Brücke wird sein, dass sie kaum frenquentiert wird. Denn die selbsternannte "übergroße" Mehrheit der Dresdenretter wird dieses Bauwerk meiden, genauso wie die A17 gemieden wird. Ach was waren die Bildungsbürger damals alle dagegen. Verteuert wurde die Brücke ja auch zum Teil durch völlig unsinnige Rechtskrämpfe. Dies alles ist meine Meinung und ich schäme mich schon jetzt dafür. Gebt es mir!

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