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Mittwoch, 14.02.2018

Die Vorleserin

Die Bibliothek startet mit einem neuen Angebot für Kinder ab drei Jahren. Sabine Rötzsch macht das überhaupt möglich.

Von Heike Heisig

Sabine Rötzsch kehrt als Rentnerin zu dem zurück, was sie gelernt hat. Als Bibliothekarin versteht sie es, Kinder für Bücher zu begeistern. Das möchte sie jetzt ehrenamtlich in der Leisniger Stadtbibliothek tun.
Sabine Rötzsch kehrt als Rentnerin zu dem zurück, was sie gelernt hat. Als Bibliothekarin versteht sie es, Kinder für Bücher zu begeistern. Das möchte sie jetzt ehrenamtlich in der Leisniger Stadtbibliothek tun.

© André Braun

Leisnig. Seit Januar ist Sabine Rötzsch im (Un-)Ruhestand. Gäste der Burg Mildenstein kennen sie eigentlich nur mitten im Veranstaltungstrubel. Denn organisieren und die Werbetrommel rühren, das war viele Jahre lang ihr Metier. Zwei Dingen möchte sie als Rentnerin die Treue halten: der Burg und den Büchern. Schließlich hat die Döbelnerin Bibliothekarin gelernt und ist ursprünglich wegen des Literaturbestandes zu ihrer Arbeit auf dem Mildenstein gekommen. „Ich möchte etwas machen, woran ich Spaß habe, und Projekte mit Kindern sind seit jeher eine Herzensangelegenheit von mir“, begründet Sabine Rötzsch ihre Anfrage bei Kerstin Otto, der Leiterin der Stadtbibliothek. Sie konnte es schließlich kaum erwarten, für das neue Angebot „Lesen, lauschen, lachen“ zu werben.

Das steigt am Donnerstag, 22. Februar, das erste Mal. Ab 16 Uhr wird Sabine Rötzsch Kindern ab drei Jahren Geschichten vorlesen. Zum Auftakt geht es um Hannes Hüttners „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Dazu dürfen die Kinder ihr schönstes Feuerwehrauto mitbringen. Denn es soll eine lockere Runde werden, in der jeder auch selbst mitreden und etwas vorzeigen kann, ein Spielzeug oder Plüschtier etwa. Eltern und Großeltern können die Lesestunde gern verfolgen, sich aber in der Erwachsenenabteilung genauso gut ein Buch oder eine Zeitschrift aussuchen.

Für die Lese-Lausch-Lach-Nachmittage am 22. März und 19. April gibt es schon Ideen. Dann könnt es um den Bären gehen, der ständig schlecht gelaunt ist oder den kleinen Angsthasen. Weiter haben Sabine Rötzsch und die Bibliotheksmitarbeiterinnen Kerstin Otto und Konstanze Eulitz noch nicht geplant. Sie wollen schauen, ob sich ein Publikum findet. Themen, die die Kleinsten interessieren, gibt es von Tieren über Fahrzeugen bis hin zum Prinzessinsein genug.

Kerstin Otto freut sich über dieses für Leisnig neue Angebot der Leseförderung. „Mit dem regulären Personal könnten wir das nicht anbieten“, gibt sie zu. Schon jetzt sind Ehrenamtliche eine wichtige Stütze. Sie kontrollieren zurückgegangene Literatur und bereiten diese für die Wiederausleihe vor. Die Vorlesenachmittage sind zusätzlich zu den Angeboten für Kindergartengruppen im Angebot. Schön wäre, wenn sie genauso nachhaltig sind, die Eltern oder Großeltern ein Buch mitnehmen und zuhause weitere Geschichten vorlesen, hofft Kerstin Otto. Die Auswahl soll ihnen leicht gemacht werden – mit Vorschlägen, die die Bibliothekarinnen im Bilderbuchzug bereitstellen wollen. Das sind mehrere Kisten in Form eines Zuges. Der wird mit passender Literatur für die Kleinen bestückt.

Auf traditionelle Veranstaltungen wie Buchsommer, Vorlese-Wettbewerb und Bilderbuchkino müssen die Kinder nicht verzichten. Im zurückliegenden Jahr gab es vor allem für Mädchen und Jungen eine Reihe von Veranstaltungen zur Leseförderung. Insgesamt kann Kerstin Otto für 2017 auf 11 588 Besucher verweisen, von denen 931 allein wegen einer Veranstaltung in die Bibliothek ins Stadtgut gekommen sind.

Mit den Ausleihen ist die Leiterin der Einrichtung genauso zufrieden: 37 201 Medien nahmen sich die Nutzer mit nach Hause, den größten Teil machte Gedrucktes wie Bücher und Zeitschriften aus. Und: Die Onleihe wird stärker nachgefragt. Der Bestand an E-Books ist auf 1 200 gestiegen.

Start der Reihe „Lesen, lauschen, lachen“ für Kinder ab drei Jahren: 22. Februar, 16 Uhr, in der Stadtbibliothek. Die Kinder können ein kleines Feuerwehrauto mitbringen.