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„Die verlieren gerne mal die Nerven“

Eislöwen-Trainer Franz Steer will DEL-2-Meister Frankfurt ärgern und übt sich in Selbstdisziplin.

22.09.2017
Von Alexander Hiller

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Zwei Saisontore hat Eislöwen-Stürmer Alexander Höller nach dem Start-Wochenende bereits auf dem Konto.

© Jürgen Lösel

Schon nach dem ersten Punktspiel-Wochenende könnte sich Eislöwen-Trainer Franz Steer um Kopf und Kragen reden – wenn Pressesprecherin Eva Wagner den Bayern nicht immer mal wieder einbremsen würde. Für öffentliche Kritik an den Referees müsste Steer eine empfindliche Strafe zahlen. Also guckt er kurz auf seine Kautabak-Dose und reduziert seine offiziellen Aussagen auf die Dinge, die er beeinflussen kann.

Etwa die, dass seine Mannschaft den drei Punkten vom Auftakt-Wochenende am Freitag beim aktuellen Zweitliga-Meister und derzeitigem Tabellenzweiten in Frankfurt und am Sonntag daheim gegen den SC Riessersee (17 Uhr) weitere folgen lassen soll. „Leichte Auswärtsspiele gibt es sowieso nicht, aber die Frankfurter“, sagt er, „die geben schon Gas, gehen richtig scharf drauf. Dafür müssen wir gewappnet sein“, betont der 59-Jährige. Er kann für diese Aufgabe bis auf die angeschlagenen Sebastian Stefaniszin und Martin Davidek auf alle Profis zurückgreifen.

Steer weiß auch – natürlich bislang nur in der Theorie – wie man den heimstarken Hessen beikommen könnte. „Wir müssen auch unter Druck die Scheibe sauber von hinten rausspielen und immer wieder auf unsere Chancen lauern. Die verlieren gerne mal die Nerven, wenn es nicht so läuft. Disziplin ist in Frankfurt das A und O“, sagt Franz Steer. Die Sachsen könnten dabei im Tor auf einen alten Bekannten treffen. Doch laut Frankfurts Trainer Paul Gardener wird nicht Ex-Dresdner Hannibal Weitzmann (letzte Saison bei den Eislöwen) für den verletzten Stamm-Keeper Brett Jaeger einspringen, sondern Florian Proske. Viel wird ohnehin davon abhängen, wie die Dresdner Defensive organisiert wird. Denn die athletisch stark besetzten Frankfurter Löwen setzten in der Vorsaison neben Kassel die meisten Torschüsse auf das gegnerische Gehäuse ab. Darauf und auf die möglichen Nachschussmöglichkeiten müssen die Dresdner eingerichtet sein.

Nach dem Auftakt ist auch Eislöwen-Stürmer Alexander Höller sicher, dass sich Automatismen und Routinen mit jedem Spiel immer besser einspielen. „Gegen Kaufbeuren haben wir daheim gewonnen, aber das war sicher nicht unser bestes Eishockey. Da ist noch Verbesserungspotenzial da“, sagt der Deutsch-Österreicher und meint damit vor allem, „wie wir aus der defensiven Zone besser rauskommen. Darauf haben wir im Training Wert gelegt“, verrät der 32-Jährige. An das zweite Heimspiel am Sonntag gegen Riessersee denken Steer und Höller noch nicht wirklich. „Die spielen so wie letztes Jahr“, lässt sich der Trainer gerade so entlocken. Was allerdings auch nicht verwundert. Denn dazwischen liegen ein Spieltag, eine lange Busreise, Unwägbarkeiten und möglicherweise strittige Entscheidungen, die Franz Steer nicht beeinflussen kann.