erweiterte Suche
Freitag, 25.11.2016 11:00 Uhr

Die Treppe hält ein Leben lang

Gegen 11 Uhr fährt bei Treppenbau Jatzke im Bautzener Industriegebiet Nord ein Lkw aus dem Erzgebirge auf den Hof. Er bringt Schnittholz, bis zu fünf Meter lange Bohlen aus Eschen- und Buchenholz. Ein Mitarbeiter steht mit dem Seitenstapler bereit, um den Lkw zu entladen. Die Tischler in der Werkstatt warten an diesem Tag bereits auf die Lieferung. „Noch vor der Mittagspause sollen die Teile zugeschnitten und unter anderem als Rohlinge für einen Drechsler vorbereitet werden. Der fertigt daraus Geländerpfosten und -stäbe“, erklärt Torsten Jatzke. Beim Zuschnitt werden die Bohlen zu Kanteln gesägt und mit der Vierseitenhobelmaschine allseitig glattgehobelt, ehe es an die weitere Verarbeitung geht. Besonders bei Buche sei es wichtig, dem Holz die Spannung zu nehmen. Der Handwerksbetrieb fertigt bis zu 1,60 Meter lange Stufen sowie Handläufe, Brüstungen und Verkleidungen für Treppen. Spezialmaschinen erleichtern die Bearbeitung von Kanten und Rundungen. Dennoch ist Etliches Handarbeit. „Man muss einen Blick und Gefühl für Holz haben“, so Torsten Jatzke. Und das schon beim Zuschnitt und bei der Zusammenstellung der Teile, damit es beim Verleimen ein Bild ergibt. Der Firmenchef streicht über eine seidenglatte Oberfläche. Gerade beim Endschliff käme es auf Sensibilität an, sagt er.

Der Tischlermeister mag Holz, solange er denken kann. Er ist „mit dem warmen Werkstoff“ groß geworden. Als Kind sei er oft in der Werkstatt seines Vaters gewesen. Gerhard Jatzke betrieb seit den 1960er-Jahren eine Stellmacherei in Cölln. Daraus ging 1991 die heutige Firma hervor. Noch am alten Standort wurde mit dem Treppenbau begonnen. Um für die Fertigung mehr Platz zu haben, zog das Unternehmen 1998 in seinen Neubau nach Neuteichnitz um. Seit 2010 führt Torsten Jatzke allein die Geschäfte. Die Mitgliedschaft bei Treppenmeister, einer Franchise-Organisation, ermöglicht den Austausch mit Berufskollegen und die Teilnahme an regelmäßigen Schulungen in Technik und Verkauf.

Das Unternehmen beschäftigt 20 Mitarbeiter. Während in der Werkstatt Hochbetrieb herrscht, sind Monteure der Firma unterwegs, um fertige Treppen einzubauen. Im Bautzener Raum ebenso wie zwischen Hoyerswerda, Dresden und dem Osterzgebirge. Treppenbau Jatzke arbeitet für Bauträger, für private und Geschäftskunden. Aufträge wie die Treppenanlage in dem denkmalgeschützten Lauenturm in Bautzen sind allerdings selten. Torsten Jatzke denkt gern daran zurück. Seine Firma konnte dabei beweisen, dass sie auch für knifflige Aufträge der richtige Ansprechpartner ist. Erfahrungen mit Altbausubstanz sammeln die Mitarbeiter seit Jahren in der Gebäudesanierung. „Während bei einem Neubau das Treppenloch von Anfang an vorgegeben ist, muss der Bauherr bei Umbau und Sanierung abwägen, wieviel Aufwand er für eine Treppe betreiben will, beispielsweise beim Ausbau des Dachgeschosses“, erklärt Torsten Jatzke.

Bis zur Wende wurden offene Treppen gebaut: als konventionelle Treppe oder als eine mit Holzstufen belegte Stahlholmtreppe. Inzwischen kann man aus einer Vielzahl von Modellen und Materialien wählen. Stahlwangentreppen, Bolerotreppen ohne Geländer oder Pianotreppen für erhöhten Schallschutz sind nur einige Beispiele. Haus-Statik und das Budget des Bauherrn sind am Ende ausschlaggebend. Für alle Bauarten kann Treppenbau Jatzke seit zehn Jahren eine CE-Zulassung vorweisen, wie sie schon länger zum Beispiel von Elektrogeräten bekannt ist. Im Treppenbau steht sie für Sicherheit und Dauerhaftigkeit.

In der Ausstellung erläutern Kundenberater Eigenschaften der Hölzer und technische Daten der jeweiligen Bauart. Häufig gefragt sind Buche und Esche, aber auch Ahorn, Eiche und Weißbuche. Selten gewünscht, doch genauso machbar ist eine Treppe aus Mahagoni. Voll im Trend liegt ein Materialmix aus Holz und Edelstahl. Der Firmenchef empfiehlt gewachste Oberflächen. „Darauf lassen sich Kratzer und andere kleine Beschädigungen am besten beheben“, sagt er. Bei entsprechender Pflege hält eine Treppe ein Leben lang. Es sei denn, sie wird durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen, wie es Dresdner Kunden der Firma beim Elbehochwasser 2002 erging.

Vor zwei Jahren ließ Treppenbau Jatzke aufs Dach des Firmensitzes eine Solaranlage installieren. Daraus deckt das Unternehmen fast die Hälfte des eigenen Strombedarfs. Constanze Knappe

Treppenbau Jatzke

Neuteichnitzer Straße 36 | 02625 Bautzen-Teichnitz

03591 373333 | 03591 373337

info@Treppenbau-Jatzke.de | www.Treppenbau-Jatzke.de