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Montag, 23.03.2015

Die Sportler des Jahres

Das favorisierte Bobteam Friedrich gewinnt zum vierten Mal in Folge. Bei der Sportlergala jubelten außerdem zwei Überraschungssieger.

Von Stephan Klingbeil

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Skicross-Hochschulmeister Julius Mütze (l.) aus Langburkersdorf belegte bei der Sportlerwahl den siebten Rang. Bei der Sportlergala traf er auch auf seinen jungen Vereinskollegen vom Skiclub Rugiswalde, Pirmin Gutzer. Er ist Jugendsportler 2014.
Skicross-Hochschulmeister Julius Mütze (l.) aus Langburkersdorf belegte bei der Sportlerwahl den siebten Rang. Bei der Sportlergala traf er auch auf seinen jungen Vereinskollegen vom Skiclub Rugiswalde, Pirmin Gutzer. Er ist Jugendsportler 2014.
  • Skicross-Hochschulmeister Julius Mütze (l.) aus Langburkersdorf belegte bei der Sportlerwahl den siebten Rang. Bei der Sportlergala traf er auch auf seinen jungen Vereinskollegen vom Skiclub Rugiswalde, Pirmin Gutzer. Er ist Jugendsportler 2014.
    Skicross-Hochschulmeister Julius Mütze (l.) aus Langburkersdorf belegte bei der Sportlerwahl den siebten Rang. Bei der Sportlergala traf er auch auf seinen jungen Vereinskollegen vom Skiclub Rugiswalde, Pirmin Gutzer. Er ist Jugendsportler 2014.
  • Thomas Melde und Angelique Fleischer erhielten am Sonnabend in Wilsdruff ihre Siegerpokale. Francesco Friedrich (auf der Leinwand) erhielt die Trophäe gestern.Fotos: Egbert Kamprath (2)
    Thomas Melde und Angelique Fleischer erhielten am Sonnabend in Wilsdruff ihre Siegerpokale. Francesco Friedrich (auf der Leinwand) erhielt die Trophäe gestern.Fotos: Egbert Kamprath (2)

Der Favorit hat sich erneut durchgesetzt. Der zweifache Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich vom SC Oberbärenburg konnte sich mit seinem Team erneut den Titel Mannschaft des Jahres 2014 im Landkreis sichern. Es war der vierte Sieg in Serie für den 24-jährigen Piloten und seinen Anschieber bei der Sportlerumfrage von Sächsischer Zeitung und Kreissportbund Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (KSB). Der Pirnaer lag sowohl bei SZ-Lesern und Online-Wählern, als auch bei der 15-köpfigen Jury vorn.

Nach dem deutschen Bob-Olympiadebakel von Sotschi war der EM-Dritte Friedrich in diesem Winter in die Erfolgsspur zurückgekehrt, gewann zu Saisonbeginn im Herbst alle vier Europacup-Rennen und den Weltcup-Auftakt in Lake Placid (USA). Vor drei Wochen krönte Friedrich schließlich seine tolle Saison bei der Heim-WM in Winterberg, wo er mit Thorsten Margis seinen Zweierbob-Titel verteidigte und dann unter anderem mit Klubkollegin Cathleen Martini im Mixed-Rennen WM-Gold holte.

Bei der stimmungsvollen Sportlergala am Sonnabend in Wilsdruff wollte sich der Pilot eigentlich den Titel persönlich abholen. Doch er kam erst spät mit Ehefrau Magdalena aus dem Ägyptenurlaub, schaffte es nicht rechtzeitig zur Ehrung. So nahmen Friedrichs Eltern den Siegerpokal der Edelstahlwerke Schmees Pirna entgegen.

Die SZ erwischte den Polizeimeisteranwärter gestern. Er war schon wieder auf dem Weg zur Bundespolizeisportschule Bad Endorf. „Ich bin glücklich, dass es mit dem ersten Platz geklappt hat, aber eigentlich war ich im Olympiajahr nicht so erfolgreich, da hätten es andere Mannschaften sicher eher verdient“, so der Doppel-Weltmeister. „Aber dieser Titel ist auch ein gutes Zeichen für unseren Sport, zeigt, dass Bobsport in der Region populär ist.“

Das Bobteam Friedrich setzte sich vor dem Bundesliga-Achter des Pirnaer Rudervereins und den Volleyballfrauen von Sachsenligist TuS Dippoldiswalde durch. Beide Teams zeigten sich bei der Gala ob der vorherigen Favoritenstellung von Friedrichs Team zufrieden mit ihrem Abschneiden.

Richtig überrascht waren indes Sportler und Sportlerin 2014. Bei den Frauen hatte Angelique Fleischer vom SSV Altenberg die Nase vorn. Die 19-jährige Rennrodel-Gesamtweltcup-Erste (Junioren) 2013/14 erhielt von der Jury die zweitmeisten Punkte. Nur die Altenberger Rennrodlerin Aileen Frisch bekam mehr Jury-Stimmen. Bei der auch sehr engen Leser- und Online-Abstimmung in dieser Kategorie wurde Angelique Fleischer Fünfte. Unterm Strich war das Platz 1. „Damit habe ich nie gerechnet“, so die Pretzschendorferin.

Zur Sportlergala kam sie auf Krücken. Im Skiurlaub in Österreich hatte sie sich mehrere Bänder gerissen. „Dieser Preis ist ein toller Schlusspunkt für meine Rodelkarriere“, sagt Angelique Fleischer. Nachdem sie 2014/15, in ihrem letzten Juniorenjahr, den Sprung in den Weltcupkader verpasst hatte, habe sie ob der großen innerdeutschen Konkurrenz kaum Hoffnung auf eine Fortsetzung ihrer Rodelkarriere gesehen. Im Sommer will sich die jetzige Sportsoldatin daher beruflich neu orientieren.

So knapp wie noch nie endete indes das Rennen um Platz zwei. Tischtennis-Spielerin Lisa Neumann, die voriges Jahr von Motor Wilsdruff zu Lok Pirna gewechselt war, lag im Gesamtergebnis umgerechnet eine einzige Stimme vor Senioren-Leichtathletin Dr. Kristina Hanke vom SSV Heidenau.

Die meisten Online-Stimmen – mehr als jede Fünfte – in seiner Kategorie sammelte der Sportler 2014, Thomas Melde vom Aeroclub Pirna. Der 34-jährige Elektrotechniker aus Dresden war als Siebter bester Deutscher bei der Segelflug-WM, dabei lag er sogar mehrere Tage auf Goldkurs. „Sportler des Jahres – was für eine Überraschung“, freute sich der zweifache Vater.

Melde lag vor dem 87-jährigen Wurf-Champion Horst Fuhrmann (TuS Dippoldiswalde), der nach seinem Rücktritt nun ein Comeback angedeutet hat. Bronze ging an Gerätturnlandesmeister André Pollender von Empor Possendorf. Bei der nunmehr 21. Sportlergala mit großer Tombola, Laser-Show und Auftritten der Freitaler Tanzgruppe Jelly Beats, der Sängerin Tässa und der Partyband Schwarzkittel Five feierten die mehr als 400 Gäste bis Mitternacht.

Morgen gibt es in Ihrer SZ weitere Eindrücke und Stimmen von der Sportlergala in der Saubachtalhalle Wilsdruff.