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Dienstag, 07.11.2017

Die Narren streben an die Macht

Für die Großerkmannsdorfer Karnevalisten wird die 51. Saison dabei sogar zur Premieren-Saison.

Von Jens Fritzsche

Hier wird gefeiert

Jürgen Schneider in seiner traditionellen Parade-Rolle als Kardinal Jürgen, der alljährlich am 11.11. vorm Radeberger Rathaus das Prinzenpaar des Großerkmannsdorfer Karnevalsvereins traut. Am Sonnabend ist es wieder so weit: Pünktlich 11.11Uhr stürmen die Narren das Rathaus.
Jürgen Schneider in seiner traditionellen Parade-Rolle als Kardinal Jürgen, der alljährlich am 11.11. vorm Radeberger Rathaus das Prinzenpaar des Großerkmannsdorfer Karnevalsvereins traut. Am Sonnabend ist es wieder so weit: Pünktlich 11.11 Uhr stürmen die Narren das Rathaus.

© Thorsten Eckert

Dass ausgerechnet die 51. närrische Saison für die Großerkmannsdorfer Karnevalisten eine Premieren-Saison werden würde, hätten sie sich wohl nicht träumen lassen. Aber Karnevalisten sind ja sowieso keine Träumer, sondern Realisten, kontert Jürgen Schneider vom närrischen Elfer-Rat gleich mal. Und so war er bekanntlich vor einem Jahr vorm Radeberger Rathaus auf den Hänger eines Bau-Transporters gestiegen und hatte symbolisch echte Steine gestapelt und zünftig mit einem einheimischen Pilsner angestoßen. Auf den Bau, der nun für besagte Premieren-Saison sorgt.

Denn ausgerechnet in der vergangenen Saison – der 50. des Großerkmannsdorfer Karnevalsvereins – standen die Narren aus Erksdorf ohne Domizil da. Die Turnhalle im Radeberger Ortsteil, die seit Jahrzehnten Feierstätte für das närrische Treiben war, wurde saniert. Die Narren fanden vorübergehend Unterschlupf im Radeberger Sportheim im Stadion an der Schillerstraße; wenn auch in räumlich bedingt kleinerer Zuschauerrunde. „Aber reizvoll war auch das“, erinnert sich Jürgen Schneider gern an den Ausflug in den Radeberger Süden. Und weil’s so schön war, rücken die Großerkmannsdorfer Narren am 11.11. erneut im Sportlerheim an, zur „närrischen Tanz-Veranstaltung“, wie es heißt.

Hier wird gefeiert

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Maskenball in Arnsdorf

Die Arnsdorfer Karnevalisten laden schon am Freitagabend zu einem Maskenball ein, um gemeinsam im Kulturhaus des Krankenhauses in die fünfte Jahreszeit ausgiebig hineinzufeiern. Am Sonnabend muss dann Bürgermeisterin Martina Angermann den Schlüssel fürs Gemeindeamt abgeben. Das erfolgt traditionell an der Gaststätte Schwarzes Ross in Fischbach.

Lomnitz feiert im Volksheim

Voll wird es am Sonnabend im Wachauer Gemeindeamt. 11.11 Uhr rücken die Narren vom Lomnitzer Carnevalsclub (LCC) an. „Wir fordern die Herausgabe des Schlüssels und der Gemeindekasse“, sagt Steffen Kaufmann, der Präsident des LCC. Ganz wichtig: Dabei wird das Motto der diesjährigen Saison verraten. Abends steigt ab 19 Uhr im Volksheim Lomnitz die erste Faschingsfeier.

Langebrücker Premiere

Der Langebrücker Verein Latollka geht auf Landpartie. Um 10.45 Uhr machen sich die Karnevalisten auf zur Hofewiese. Dort übergibt um 11.11 Uhr Ortsvorsteher Hartmann den Amtsschlüssel. Bis 14 Uhr ist auf dem Landgasthof buntes Treiben mit Freibier, Musik und Tanz geplant. Am Abend wird dann ab 19 Uhr im Langebrücker Bürgerhaus weitergefeiert. Alle Besucher sind willkommen.

Weixdorf stürmt das Rathaus

Am Sonnabend werden die Weixdorfer Karnevalisten um 11.11 Uhr das Rathaus stürmen und Ortsvorsteher Gottfried Ecke den Schlüssel abnehmen. Alle Interessenten können bei dem Spektakel dabei sein. Am Sonntag wird ab 13.30 Uhr im Gasthof Hermsdorf Seniorenfasching gefeiert. Das Motto: „Wenn der WKC mal shoppen geht - ein Kaufhaus zur Verfügung steht.“

Ottendorf bleibt geheimnisvoll

Auch die Ottendorfer Narren hüllen sich in den Mantel des Schweigens und verraten erst am Sonnabend das Motto der Saison. Doch eines ist gewiss: Auch die hiesigen Karnevalisten holen sich am Sonneband um 11.11 Uhr mit einem riesen Spektakel den Rathausschlüssel zurück. Am Abend laden die Narren dann ab 19 Uhr in den Medinger Gasthof ein, los geht die Fete dann um 20.11 Uhr.

Fischbacher starten später

Der Traditions- und Schützenverein Fischbach lässt es ruhig angehen und lädt erst im Februar zu seinen Faschingsveranstaltungen ein. Dafür können sich aber alle Freunde der fünften Jahreszeit auf einmalige Veranstaltungen, wie zum Beispiel das mittlerweile 13. Turnier der Männerballette am 16. Februar freuen. Gefeiert wird im Dorfgemeinschaftshaus.

Ullersdorf in neuer Halle?

Eigentlich ist alles klar, bei den Narren aus dem Radeberger Ortsteil Ullersdorf: Das Motto für die anstehende Faschingssaison ist gewählt, die Termine stehen schon fest, offen ist derzeit „nur“, wo das närrische Treiben steigen soll. Ziel ist die neue Ullersdorfer Mehrzweckhalle, aber dazu müssen dort zunächst die Außenanlagen fertig sein. Eine Entscheidung fällt in den nächsten Tagen.

Laußnitz dreht am Sender

„Der LKC dreht am Sender“ – unter diesem Motto startet der Laußnitzer Karnevals Club am 11. November in seine 63. Saison. 11.11 Uhr übernehmen die Karnevalisten im „Laußnitzer Hof“ die Macht. Dazu spielt die Schalmeienkapelle und es gibt einen Frühschoppen. Am Abend steigt dann um 19.11 Uhr die Auftaktparty für die Karnevalssaison ebenfalls im „Laußnitzer Hof“.

Kampflos wird das Rathaus nicht übergeben

Aber zuvor stürmen sie noch traditionell das Radeberger Rathaus. Und wie es heißt, hat Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) schon mal vorsichtshalber etliche seiner Mitarbeiter einbestellt. Denn der 11.11. fällt ja diesmal auf einen Sonnabend … Aber kampflos wird das Rathaus nicht übergeben, so viel steht schon mal fest. „Es lohnt sich also in jedem Fall vorbeizuschauen, denn auch wir haben uns eine Menge einfallen lassen“, hofft Jürgen Schneider auf reichlich Besucher. Er selbst wird dann natürlich wieder in seine Paraderolle als Kardinal schlüpfen und das diesjährige Regentenpaar – Prinzessin und Prinz – trauen. Als Auftakt für eine diesmal besonders närrische närrische Zeit. „Denn wir feiern jetzt einfach die Saison 50 plus eins“, frotzelt er und verrät schon mal, dass die Umbauarbeiten an der Turnhalle Ende des Jahres abgeschlossen sein werden. Und Großerkmannsdorfs Narren werden dann eben die Ersten sein, die die Halle nutzen dürfen. Mit neuer, beweglicher Bühnenkonstruktion, die sogar ein paar andere Möglichkeiten zulässt als bisher. „Aber natürlich wird es diesmal etwas aufwendiger, weil wir ja quasi bei der Gestaltung der Halle bei Null anfangen“, macht Jürgen Schneider deutlich, dass noch jede Menge Arbeit auf die Erksdorfer Narren wartet. „Gerade beim Thema Brandschutz gibt es nun ganz andere Anforderungen, aber wir werden das meistern“, gibt er sich optimistisch. Denn auch Optimismus gehört natürlich zum närrischen Gemüt dazu.

Also: Erst wird das Rathaus gestürmt, dann startet der Vorverkauf für die neue, die Premieren-Saison!