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Freitag, 31.03.2017

Die meisten Kriminellen sind Männer

Die Zahl der Diebstähle ist leicht gesunken, zeigt die Polizeistatistik. Ladenbesitzer müssen dennoch auf der Hut sein.

Von Christoph Springer

© Fabian Schröder

Die Dresdner Polizei muss offen Präsenz zeigen. Nur so kann sie erfolgreich gegen die zunehmende Zahl von Gewalttaten vorgehen, ist Polizeipräsident Horst Kretzschmar überzeugt. Die Statistik seiner Dienststelle für das vergangene Jahr zeigt: Während die Zahl der Straftaten rings um Dresden sinkt, ist sie in der Landeshauptstadt deutlich gestiegen.

Die Polizei war 2016 stark gefordert, hat aber auch mehr Taten aufgeklärt.

Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Straftaten in Dresden um 3,7 Prozent gestiegen. Landesweit waren es rund drei Prozent. Die Aufklärungsquote hat deutlich zugelegt. Sie kletterte auf 55,8 Prozent. Das heißt, deutlich mehr als die Hälfte aller Taten konnten die Beamten konkreten Kriminellen zuordnen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den einzelnen Kriminalitätsbereichen.

Besonders niedrig ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen. Sie lag im vergangenen Jahr bei 30 Prozent. Der Grund: Wenn die Beamten tätig werden, sind die Täter meistens über alle Berge. Anders ist das bei der Rauschgiftkriminalität. Da lag die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr bei fast 93 Prozent. Die Ursache dafür ist, dass Dealer und Konsumenten oft direkt bei Polizeikontrollen erwischt werden.

Drei Viertel aller Tatverdächtigen sind Männer. Die Zahl der Kinder ist gestiegen.

Männer neigen deutlich häufiger zu Straftaten als Frauen. Nur reichlich ein Viertel aller Tatverdächtigen, die die Polizei 2016 ermittelt hat, waren Frauen, 74,4 Prozent dagegen Männer.

Die Zahl tatverdächtiger Kinder ist deutlich gestiegen, es waren im vergangenen Jahr fast 850. Das bedeutet aber nicht, dass mehr Kinder auf Diebestouren gegangen sind oder andere Menschen angegriffen haben. Die Zunahme dieser Zahl ist vor allem auf Straftaten zurückzuführen, die ausschließlich Ausländer begehen können. Das sind Verstöße unter anderem gegen Einreise- und Visumregeln, das Aufenthaltsgesetz und das Asylgesetz. 535 Kinder haben 2016 in Dresden gegen diese Regelungen verstoßen.

Polizeisprecherin Jana Ulbricht geht davon aus, dass das zumeist im Familienverbund, also auf Betreiben der Eltern passiert ist. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor haben sich gerade mal 74 Kinder einen Verstoß gegen das Ausländerrecht zuschulden kommen lassen.

Mehr als ein Drittel aller Gewalttäter stammten nicht aus Deutschland.

In der warmen Jahreszeit vergeht in der Neustadt kein Wochenende, an dem die Polizei vor der Scheune nicht präsent sein muss. Fast schon regelmäßig kommt es dort zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Wie zum Beispiel am vergangenen Freitag. Am späten Abend gerieten vier Männer aus Pakistan und ein 31-jähriger Libyer in Streit. Der Libyer wurde schwer verletzt. Bei der Auseinandersetzung sollen unter anderem abgebrochene Glasflaschen zum Einsatz gekommen sein. Die Täter bei dieser Auseinandersetzung waren allesamt Ausländer. Das traf im vergangenen Jahr auf 36,7 Prozent aller Kriminellen zu, die in Dresden an einer Gewalttat beteiligt waren. Zur Einordnung: Rund 35 300 aller Dresdner Einwohner sind Ausländer. Das entspricht reichlich 6,4 Prozent. Dazu kamen im vergangenen Jahr bis zu 5 770 Asylbewerber.

Diebstähle machen den Hauptanteil aller Straftaten aus.

2016 wurden deutlich weniger Autos und Fahrräder gestohlen als im Jahr zuvor. Die Zahl der Pkw-Diebstähle ging von 631 auf 581 zurück, die der Fahrräder sank um rund 16 Prozent auf knapp 3 530. Allerdings sind Diebstähle insgesamt die größte Gruppe aller Straftaten. Sie machen 43,6 Prozent aus.

Besonders oft hat es die Polizei mit Ladendiebstahl zu tun. Zwar registrierten die Ermittler 2016 zum zweiten Mal in Folge einen leichten Rückgang. Dennoch langten Langfinger im vergangenen Jahr fast 6 200-mal in Geschäften und Kiosken zu.

Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen ist ebenfalls leicht gesunken. Knapp 1 050 Fälle meldet die Polizei für das Jahr 2016. Das sind 27 weniger als im vorangegangenen Jahr.

Razzien auf dem Wiener Platz im Kampf gegen Drogendealer.

27-mal ist die Polizei im vergangenen Jahr mit einem Großaufgebot auf dem Wiener Platz präsent gewesen. Ziel der Beamten: Sie wollten Drogendealer und -konsumenten greifen. Jedes Mal war die Zahl der dort erwischten Täter zweistellig. Alles in allem überführte die Polizei 2016 fast 1 600 mutmaßliche Rauschgifthändler oder -nutzer. Parallel dazu registrierten die Beamten drei Drogentote. 2015 waren es zehn.

Die Dresdner Polizei beschlagnahmte im vergangenen Jahr 14,6 Kilo Marihuana, 10,5 Kilo Haschisch und etwa 1,1 Kilo der synthetischen Droge Crystal.