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Samstag, 23.01.2016

Die Mehrheit findet Geländer hässlich

Das sagen SZ-Leser in einer Abstimmung zum Kompromiss an der Albertbrücke.

Von Peter Hilbert

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Diese Seite der Albertbrücke ist schon saniert. Neben dem Rad- und Fußweg sind zwei Geländer angebracht, um alte Gestaltung und neue Vorschriften zu binden.
Diese Seite der Albertbrücke ist schon saniert. Neben dem Rad- und Fußweg sind zwei Geländer angebracht, um alte Gestaltung und neue Vorschriften zu binden.

© Ronald Bonß

  • Diese Seite der Albertbrücke ist schon saniert. Neben dem Rad- und Fußweg sind zwei Geländer angebracht, um alte Gestaltung und neue Vorschriften zu binden.
    Diese Seite der Albertbrücke ist schon saniert. Neben dem Rad- und Fußweg sind zwei Geländer angebracht, um alte Gestaltung und neue Vorschriften zu binden.

Derzeit werden die neuen Geländer an der Albertbrücke montiert. Ende Februar sollen sie auf der elbaufwärts liegenden Seite fertig sein. Dabei hat die Stadt einen Spagat zwischen Denkmalschutz und aktuellen Vorschriften versucht. Nach historischem Vorbild wurden in der Schmiedeberger Gießerei 500 Säulen hergestellt, die laut dem Denkmalschutz in ihren Proportionen nicht verändert werden durften und somit einen Meter hoch sind.

Doch neben dem Geh- und Radweg sind 30 Zentimeter mehr nötig. „Es sind alle Varianten diskutiert worden“, erklärte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Deshalb wird hinter dem, nach altem Vorbild hergestellten, ein weiteres, 1,30 Meter hohes, Geländer gebaut. „Es ist notwendig, Kompromisse zu machen, um Altes und Neues zu verbinden“, sagte Koettnitz.

Das Internet-Voting

Die SZ hatte am Mittwoch einen ausführlichen Bericht darüber veröffentlicht. Parallel war eine nicht repräsentative Befragung im Internet gestartet worden, die am Freitag, 14 Uhr, endete. Daran beteiligten sich 3 834 Leser. Knapp 2,3 Prozent von ihnen finden das Doppelgeländer schön. 29 Prozent bewerten es als nicht störend. Für hässlich halten es über 68,7 Prozent.

Reaktionen auf sz-online

Damit passt sich die Albertbrücke jetzt zumindest der Ästhetik der Waldschlößchenbrücke an. Typisch Dresden (leider). Matthias Grimsel

Aller guten Dinge sind drei: Wo bleibt ein Fangnetz? Ein Grund dafür lässt sich doch bestimmt finden … Sollen wir Dresdner denn schon wieder Einzug in die deutschlandweiten Medien für besondere Schildbürgerpossen finden? Die Schönheit des alten Gitters geht 100-prozentig verloren, also hätte man es sich gut und gern sparen können.Karin Engelbrecht

Dresden ist doch schuldenfrei, da darf man für solchen Unfug – analog dem „Kleine Hufeisennasen-Humbug“ – ruhig mal tief ins Stadtsäckel greifen. Demnächst ist die Augustusbrücke dran – man darf gespannt sein … Fazit: Mensch ärgere dich nicht! D. Berger

Zwei Geländer auf der Albertbrücke sind der schlechteste Kompromiss. Die Harmonie zwischen Brücke und Umgebung ist dahin, das alte Geländer fraglichen Restriktionen geopfert. Dabei gibt es Kompromisse mit Vorbildwirkung: Die Kuppel der Frauenkirche zum Beispiel entspricht ihrem historischen Vorbild, nicht aber deren Proportionen. Mit freier Sicht auf das Bauwerk. Schade, dass Dresden einen weiteren Schandfleck ertragen soll. Bernd Rosenberg

Reaktionen auf Facebook

Ein Podest unter dem alten Geländer, bzw. eine proportionale Vergrößerung der alten Säulen auf heutige Bauvorschriften sollte für eine Gießerei auch kein Problem darstellen, und ist bestimmt ästhetischer als die jetzige Lösung. Im Moment sieht’s aus, „wie gewollt und nicht gekonnt“!? Mario Peters

Sieht relativ bescheiden aus, aber letztlich ist/wird diese Brücke erheblich frequentiert und da geht Sicherheit eindeutig vor Ästhetik.Enrico Stiel

Die Konstruktion ist hässlich! Es ist mir ein Rätsel, weshalb man das Geländer nicht gestreckt hat. Mit Denkmalschutz hat die Konstruktion jedenfalls nichts zu tun. Ingo Wobst

Ein klassischer Schildbürgerstreich. Carsten Junghanns

So schlimm finde ich es gar nicht, denn es ist doch relativ unauffällig. Und sind wir mal ehrlich – lieber so, als im Gesamten ein 0815-Geländer von der Stange. Da gibt’s in der Altstadt schlimmere Bausünden, wie die Feuertreppe am Landhaus zum Beispiel. Kevin Steckel

Hätten sie es nur gelassen. Iris Schilke

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. Olaf

    Man kann ja das Zusatzgeländer in Lichtgrau streichen. Da fällt es nicht so auf!

  2. Quantron Parima

    Macht doch mal eine Umfrage zu Merkel. Und nicht über solche Nebensächlichkeiten wie ein Geländer. Welches Niveau strebt sz-online eigentlich an?

  3. raknis

    @Quantron Parima: Genau! Da wird sie endlich mal merken wie der große Teil ihres Volkes tickt!!!

  4. Gunnar

    @2: Gibt es bereits, aller 4 Jahre, das nächste mal im Herbst 2017. Befassen Sie sich bitte mit unserer Demokratie, dann werden Sie feststellen, das im Gegensatz zu Russland oder Nordkorea bei uns niemals EINE Person schuld an irgendwas ist. Das beschäftigen damit ist aufwendiger als schwarz-weiß Kommentare schreiben, aber sinnvoller und nachhaltiger. Viel Erfolg!

  5. Gerold

    Gerade im Sachsenspiegel gesehen, dass hintere Geländer muss sein, dass niemand über das Geländer fällt. Hallo? Ist in den letzten 50 Jahren von der Brücke gefallen. Ein Fussgänger hat es auf den Punkt gebracht. Scheiße! So etwas ist nur in Dresden machbar.

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