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Dienstag, 29.03.2016 Kommentar: Stadt des Irsinns

Die Liebe zu Stadt und Paragrafen

SZ-Redakteur Peter Hilbert.
SZ-Redakteur Peter Hilbert.

© Wolfgang Wittchen

Dresdner lieben ihre Stadt. Auch die Verantwortlichen tun viel, dass sie noch schöner wird und sich Bewohner wohlfühlen. Doch Dresdner Rathausmitarbeiter zeichnet nicht nur die Liebe zur Stadt, sondern auch hervorragende deutsche Genauigkeit aus.

In der Liebe zur Vorschrift sind sie in Ostdeutschland spitze. Nicht ohne Grund landet Dresden mit seinen besonderen Ideen so oft im ARD-Satiremagazin „Extra 3“. Doppelte Geländer an der Albertbrücke, Neumarkt-Fenster, die immer geschlossen bleiben, und eine dauerrote Ampel suchen eben weit und breit ihresgleichen. Herausgekommen sind Lösungen, über die ein normaler Mensch nur den Kopf schütteln kann.

Vielleicht sollten die Prioritäten an mancher Stelle anders gesetzt werden. Sicher gibt es für alles Erklärungen. Wenn jedoch Verantwortliche genauso viel Aufwand betreiben würden, einen Kompromiss zwischen Vorschrift und gesundem Menschenverstand zu finden, wäre viel gewonnen. Über eine kreative Lösung für ausreichend hohe Albertbrücken-Geländer oder die Jüdenhof-Fenster würden sich viele freuen. Dass es geht, zeigt doch das Beispiel der Striezelmarkt-Tassen.