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Die Lausitzer Füchse in der Krise

Nach einer schwachen Leistung rettet Kyle Just sechs Sekunden vor Schluss wenigstens einen Punkt.

06.10.2017
Von Thomas Wagner und Frank Thümmler

tzer Füchse in der Krise
Lange hatten die Füchse große Probleme mit den Heilbronner Gästen. Hier verfolgt Verteidiger Maximilian Adam den Heilbronner Topscorer Justin Maylan. Kurz vor Schluss aber kamen die Füchse auf. Adam traf zum 2:3, und Kyle Just dann noch zum Unentschieden.

© thomas heide

Die Lausitzer Füchse haben das fünfte Spiel in Folge verloren. Gegen den Tabellenvorletzten Heilbronner Falken unterlagen die Weißwasseraner mit 3:4 (1:3, 0:0, 2:0) nach Verlängerung. Lange sah es nach einem verdienten Sieg der Gäste aus, aber die Moral der Füchse, Fehler der Gäste und ein eiskalter Kyle Just brachten den nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn. Dass es nicht sogar noch mehr wurde, lag an einem krassen Fehler in der Verlängerung.

Welch eine haarsträubende Anfangsphase leisteten sich die Füchse gegen die Heilbronner Falken: Nach 3:25 Minuten stand es schon 0:2, aber anders als vor einer Woche gegen Bietigheim war der Rückstand alles andere als unglücklich. Bei beiden Gegentreffern stand die zweite Reihe auf dem Eis. Erst verlor Füchse-Verteidiger Mund den Heilbronner Palka, der bis vor wenigen Monaten noch für die Füchse stürmte, völlig aus den Augen. Auch Verteidigerkollege Kania sah das Dilemma nicht. Palka konnte seelenruhig mit dem Puck von hinter dem Tor nach vorn laufen und die Scheibe an Torwart Franzreb vorbei zum 0:1 versenken. Zwei Minuten später checkten die Heilbronner erfolgreich vor, die Füchse bekamen keine Zuordnung mehr, Maylan brachte den Puck von hinter der Grundlinie nach vorn, Bernhardt war völlig frei und hämmerte die Scheibe aus fünf Metern in die Maschen. Füchse-Trainer Järvenpää nahm sofort eine Auszeit, aber es wurde nur wenig besser. Heilbronn blieb spielerisch überlegen und läuferische einen Schritt schneller. Füchse-Kapitän Mücke hatte dann eine gute Schusschance, schoss aber aus nahezu idealer Position vorbei. Dann kassierte Füchse-Stürmer Boiarchinov im gegnerischen viel zu ungestüm angreifend eine völlig unnötige Strafe, und das nutzten die Gäste zum 0:3. Nach Zweikämpfen an der Bande war Brad Ross frei und traf. Wenig später kam aber Hoffnung bei den Füchse-Fans auf. Nach einem Schuss von Verteidiger Adam fiel Mittelstürmer Schmidt der Puck vor die Füße, und der traf kurzentschlossen.

Die Hoffnung auf Besserung des Füchsespiels im Mitteldrittel wurde enttäuscht. Es blieb so trüb wie das Wetter. Die Füchse kamen sofort in Überzahl, aber schafften es kaum, geordnet ins gegnerische Drittel zu kommen und schossen nicht einmal aufs Tor. Dann kassierten sie eine Strafe wegen sechs Spielern auf dem Eis, ließen dabei aber nichts anbrennen. Mückes verdeckter Schuss an den Außenpfosten war dann die beste Chance im gesamten Drittel für die Füchse. Wenig später verursachte Torwart Franzreb eine Unterzahl, als er einen Puck am Außennetz, und damit hinter der Grundlinie festmachte. Erneut verteidigten die Füchse ganz gut. Dann aber schaffte es die Götz-Reihe nach mehreren Icings nicht vom Eis und geriet gehörig unter Druck Franzreb, auch bei einem Konter, als ein Heilbronner allein auf ihn zu lief.

Auch im Schlussdrittel ging lange Zeit nichts. Die Füchse begannen zwar mit sichtlich mehr Feuer, aber es sprang nichts heraus. Und nach und nach bekamen die Heilbronner das Spiel wieder in den Griff. Man hatte das Gefühl, in dieser Partei würde nichts mehr anbrennen, erst recht, als die Füchse eine Überzahl fünf Minuten vor Schluss nicht nutzen konnten. Aber im Eishockey kann alles ganz schnell gehen. Die Gäste leisteten sich ein dummes Foul an Schmidt und gerieten sofort wieder in Unterzahl. Die Füchse nahmen Torwart Franzreb vom Eis und brachten den sechsten Feldspieler. Mücke legte auf Adam quer, der direkt abzog und verkürzte drei Minuten vor Schluss auf 2:3. Die Krönung aus Sicht der Gäste. Sie leisteten sich ein weiteres Foul. Die Füchse brachten erneut den sechsten Feldspieler, kamen aber lange nicht in die Powerplay-Position. Mit der letzten Aktion aber trafen sie, als die Gäste schon wieder vollzählig waren. Eriksson brachte den Puck scharf vors Tor. Die Scheibe rutschte durch. Auf der anderen Seite lauerte Just, der direkt abzog und sechs Sekunden vor der Schlusssirene zum umjubelten Ausgleich unter die Latte traf.

In der Verlängerung verschenkten die Füchse den zweiten Punkt. Sie waren in Puckbesitz, liefen dann in einen Konter, den sie an der Grenze zu einem Foul abwehrten und selbst einen 3:1-Konter hatten. Beim Schussversuch schlug Lennartsson über den Puck, die Gäste konnten zu zweit auf das Füchse-Tor zulaufen und ließen sich die Chance nicht entgehen. Am Ende überwog im Fuchsbau die Enttäuschung über die erneute Niederlage.

Statistik

Lausitzer Füchse – Heilbronner Falken 3:4 n. V. (1:3, 0:0, 2:0)

0:1 Dennis Palka 1:24 (Assist: Helms)

0:2 Tim Bernhardt 3:25 (Maylan)

0:3 Brad Ross 16:29 (Überzahl, Kirsch)

1:3 Marius Schmidt 17:51 (Lennartsson, Adam)

2:3 Maximilian Adam 56:59 (Überzahl, Mücke, Eriksson

3:3 Kyle Justh 59:54 (Bodó, Eriksson)

3:4 Brandon Alderson 60:48 (Maylan)

Lausitzer Füchse

Tor: Franzreb

Verteidigung: Adam, Mücke – Kania, Mund – Hoffmann, Geiseler

Sturm: Bodo, Eriksson, Boiarchinov – Schmidt, Just, Lennartsson – Neuert, Götz, Jahnke – Tegkaev, Stöber, Warttig

Heilbronner Falken

Tor: Hare

Verteidigung: Heywood, Kronthaler, Martens, Mapes, Götz, Kurz

Sturm: Helms, Eckl, Kirsch, MacKay, Alderson, Palka, Fink, Maylan, Bernhardt, Ross, Gelke

Schiedsrichter: Razvan Gavrilas, Robert Paule

Strafen: Weißwasser 8, Heilbronn 8 + 10 (Maylan)

Zuschauer: 2 503