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Mittwoch, 04.07.2012

Die Giftraupen kommen näher

Erste Nester von Eichenprozessionsspinnern wurden in Dresden entdeckt. In einer Kita reagierten einige Kinder allergisch...

Von Dirk Hein

Dresden. Die Giftraupen greifen nach Dresden! Letzte Woche hatten Mitarbeiter von Sachsenforst einzelne Eichenprozessionsspinner-Nester in der nördlichen Dresdner Heide nahe Weixdorf entdeckt. Jetzt wurden die ersten Nester im direkten Stadtgebiet von Dresden gesichtet. Entlang der Fischhausstraße und in einer Kita an der Radeberger Straße rückten Spezialfirmen in Schutzanzügen aus.

Schon am Freitag wurden die giftigen Raupen in der Kita „An der Dresdner Heide“ (Radeberger Straße) festgestellt. Einige der Kinder klagten über Allergie-Beschwerden. Sofort griff der Notfall-Plan der Kita. Außengelände und Spielplatz wurden gesperrt, das Sommerfest am Wochenende musste abgesagt werden.„Die Sicherheit und die Gesundheit der Kinder und der Erwachsenen machten das notwendig“, so Nora Jantzen vom Presseamt.

Gestern rückte dann eine Spezialfirma an. Mit schwerer Technik und im Schutzanzug saugten Fachleute die Raupen von den Bäumen. Im Anschluss wurden Raupen und Schutzanzüge vernichtet.Damit nicht genug: Auch an der Fischhausstraße rückte das Notfall-Team aus und entfernte die giftigen Tiere. Weitere Nester wurden zwischen Klotzsche und Langebrück sowie deutlich entfernt von Dresden im Wermsdorfer Wald ausgemacht.

Die Gefahr einer regelrechten Epidemie sehen die Experten von Sachsenforst jedoch nicht. „Im Juli verpuppen sich die Raupen, im August schlüpfen die Falter. Die Tiere vermehren sich also nicht mehr. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Nester gefunden werden. Wir sind alarmiert“, so Sachsenforst-Sprecher Daniel Thomann. Unter anderem mit Falter-Fallen soll ab August hochgerechnet werden, welche Gefahren Dresden und Sachsen für das nächste Jahr drohen.