Samstag, 01.12.2012

Die Gagfah dreht am Temperatur-Regler

Bei der Gagfah sollen die Mieter künftig sparen: Heizungsanlagen und Warmwasserbereiter sollen mit Hilfe spezieller Messgeräte immer optimal eingestellt sein. Die Kosten sinken, laut Energiemanagement-Firma ennovatis, um fünf bis 20 Prozent.

Das Haus Grunaer Straße 6  ist eines der drei Pilotprojekte, in denen die Gagfah ab Januar ihre Mieter bei Heizung und Warmwasser sparen lässt.Foto: Landgraf
Das Haus Grunaer Straße 6 ist eines der drei Pilotprojekte, in denen die Gagfah ab Januar ihre Mieter bei Heizung und Warmwasser sparen lässt.Foto: Landgraf

Dresden. „Viele Anlagen sind nicht richtig eingestellt“, so ennovatis-Projektleiter Klaus Speer: „Wir messen mit speziellen Geräten ständig und stellen die Anlagen richtig ein.“ Er hat beispielsweise im Keller der Platte an der Grunaer Straße 6 eine „Smartbox“ installiert. Die misst alle fünf Minuten wie warm das Wasser in die Rohre geht und zurück kommt. Speer: „Mit 60 Grad muss das Wasser laut Gesetz in die Zirkulation. Ist es zu warm, geht in den Rohren viel Wärme verloren.“

Ähnlich funktioniert es bei Heizungsanlagen. Bei alten Anlagen fehlen häufig Regler, so dass die Rohre auch im Sommer aufgeheizt werden. „Es muss selbstverständlich niemand frieren oder kalt duschen“, so Gagfah-Sprecher Dirk Schmitt. Der Großvermieter (knapp 38.000 Wohnungen in Dresden) macht drei Pilotprojekte: Ab Januar soll an der Grunaer Straße (knapp 100 Wohnungen), Am See 10 bis 14 (54 Wohnungen) und Am Jägerpark 36 bis 38 (18 Wohnungen) mit dieser Methode gespart werden.

In der unsanierten Platte Am Jägerpark verspricht Speer sich Einsparungen um 20 Prozent. In der gut sanierten Grunaer Straße sollen von den derzeitigen Kosten von 42.000 Euro im Jahr etwa 800 Euro gespart werden. Zwei Drittel streicht ennovatis ein. Speer: „Ein Drittel für die Betreibung und die ersten fünf Jahre ein weiteres Drittel für die Geräte.“ Danach bekommen die Mieter zwei Drittel des Ersparten. Zunächst sollen die Mieter pro Wohnungen so zehn bis 40 Euro im Jahr weniger zahlen, nach fünf Jahren bis zu 80 Euro. Gagfah und ennovatis testen ein Jahr und ­entscheiden dann, ob alle Gagfah-Häuser die Spar-Technik bekommen.(AW)

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