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Samstag, 19.01.2013

„Die Entführung hat mir das Leben gerettet“

Als Zehnjährige wurde die Amerikanerin Katie Beers entführt und missbraucht. In einem Buch überrascht sie nun mit später Einsicht.

Von Frank Eltmann

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Katie Beers hat wieder Kraft zum leben. Foto: dapd
Katie Beers hat wieder Kraft zum leben. Foto: dapd

Mehr als zwei Wochen lang war die zehnjährige Katie Beers in einer Kiste in der Größe eines Sarges in einem Kerker eingesperrt, bevor die Polizei sie retten konnte. Heute, zwanzig Jahre danach, hat die US-Amerikanerin ein Buch über ihr Schicksal geschrieben und nennt die Entführung „das Beste, was mir im Leben passieren konnte“.

Für die 30-Jährige, die mittlerweile mit Ehemann und zwei Kindern in Pennsylvania lebt, war die 17 Tage andauernde Entführung durch den Familienfreund John Esposito ein traumatisches Ereignis und zugleich der Ausweg aus einer Kindheit, die von Vernachlässigung, Misshandlungen und sexuellem Missbrauch geprägt war.

Noch während der fieberhaften Suche nach dem verschwundenen Mädchen, kam ans Licht, dass Beers als Tochter einer überarbeiteten Mutter seit Kleinkindtagen vom Mann ihrer Patentante sexuell missbraucht worden war. Auch ihr Entführer, der später das Versteck des Kindes preisgab, verging sich an ihr. Beide Männer wurden verurteilt. Der Patenonkel starb im Gefängnis, Esposito verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

Zwanzig Jahre danach sei sie trotz allem mit sich im Reinen. „Ich versuche, nicht traurig über das Geschehene zu sein, denn schlussendlich hat es mich zu der gemacht, die ich heute bin, und ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meinem Leben“, sagte die studierte Betriebswirtschaftlerin.

Nach der Tortur wurde das verstörte Mädchen in einer Pflegefamilie aufgenommen, die ihr eine normale Entwicklung ermöglichte. Mit dem Buch wolle sie zeigen, dass es meist einen Weg aus einer scheinbar ausweglosen Situation gebe, erklärte Beers. (dapd)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Nein

    Starke Frau. Geh weiter deinen Weg.

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