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Mittwoch, 04.10.2017

Die Bank, die bleibt

Landbesitzer haben bei Weißig eine steinerne Sitzgelegenheit gestiftet. Nicht das Einzige, was dort zum Pausieren einlädt.

Enthüllt: die Sandstein-Bank in der Nähe von Weißig.
Enthüllt: die Sandstein-Bank in der Nähe von Weißig.

© Foto: privat

Nünchritz/Weißig. Wanderer und Radler haben nahe dem Nünchritzer Ortsteil Weißig eine neue Möglichkeit zum Rasten. Am Montag ist am Rande des Feldwegs, der Richtung Merschwitz führt, eine neue Sitzbank übergeben worden.

Gestiftet hat sie die Jagdgenossenschaft Weißig – das sind die Besitzer der Jagdflächen rund um den kleinen Ort. „Wir wollten etwas fürs Dorf und die Flur tun“, sagt Tilo Nitsche. Der 52-Jährige ist Vorstandsmitglied in der Genossenschaft und hatte die Idee, eine Bank aufzustellen. Aber eben nicht irgendeine. Sondern eine, die bleibt. Deshalb ist es ein steinernes Exemplar geworden, 400 Kilogramm schwer, hergestellt von einem Dresdner Steinmetz. Und weil die Stifter es mit der Heimatverbundenheit ernst meinen, besteht das Stück – natürlich – aus sächsischem Sandstein. Die große Inschrift erinnert an das 500-jährige Reformationsjubiläum in diesem Jahr. Dazu passt, dass neben der Bank eine Luther-Linde gepflanzt worden ist. „Zu einer Bank gehört ja auch ein Baum“, so Tilo Nitsche. Über einen Bekannten sei er auf die Aktion des MDR aufmerksam geworden, der zum Luther-Jahr eine Baumpaten-Aktion gestartet hatte. Trotz Reformations-Erinnerung und Christen in Reihen der Weißiger Jagdgenossen: Als religiöses Symbol allein seien Bank und Baum nicht zu verstehen, sagt Nitsche. Reformation, das sei ja auch ein Stück regionale und europäische Kulturgeschichte. Deswegen sei es auch nicht schwierig gewesen, einen Katholiken, der ebenfalls Mitglied in der Jagdgenossenschaft ist, von der Idee zu überzeugen, sagt der Weißiger und lacht. Passend ist das, denn zwischen Skassa und Merschwitz verläuft gleich neben Weißig eine Variante des ökumenischen Pilgerwegs. Deshalb ist an einer Seite der Bank auch eine Jakobsmuschel in den Sandstein eingearbeitet – das Pilgersymbol schlechthin.

Seit der ersten Idee ist fast ein Jahr vergangen. Neben reichlich 1 600 Euro, die in Bank und Linde geflossen sind, waren auch Genehmigungen nötig. Einfach so eine Bank in die Landschaft stellen, das geht eben hierzulande nicht. Die Jagdgenossen sind froh über die Unterstützung der Gemeinde, die ihren Grund und Boden für die Aktion bereitgestellt hat. Damit soll gesichert sein, dass Baum und Bank lange Teil der Gegend bleiben. (SZ/ewe)