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Mittwoch, 17.06.2015

Die 79 flüstert jetzt nur noch

Zwischen dem Micktener Dreyßigplatz und der Endstation in Übigau pendelt seit Mittwoch nur noch ein E-Bus. Ein einzigartiges Projekt im Freistaat.

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Seit 12.30 Uhr fährt auf der Linie 79 nur noch ein E-Bus.
Seit 12.30 Uhr fährt auf der Linie 79 nur noch ein E-Bus.

© Andreas Weihs

  • Seit 12.30 Uhr fährt auf der Linie 79 nur noch ein E-Bus.
    Seit 12.30 Uhr fährt auf der Linie 79 nur noch ein E-Bus.
  • In nur vier Minuten wird der Akku aufgeladen.
    In nur vier Minuten wird der Akku aufgeladen.
  • Der Bus fährt im 20-Minuten-Takt.
    Der Bus fährt im 20-Minuten-Takt.

Dresden. Auf der Buslinie 79 der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wird künftig komplett auf fossile Energie verzichtet. Statt mit Diesel rollt der Bus flüsterleise mit Strom zwischen den Endhaltestellen Dreyßigplatz in Mickten und der Mengstraße in Übigau. Der Bus verkehrt künftig im 20-Minuten-Takt.

Laut Sächsischer Energieagentur ist damit am Mittwoch die erste rein elektrische Buslinie des Freistaats in Dresden in Betrieb gegangen. Der Betrieb als E-Buslinie ist möglich, weil die Fahrzeuge von Endpunkt zu Endpunkt innerhalb von 16 Minuten nur vier Stationen anfahren müssen. Damit wird nur ein Wagen benötigt, um den 300 Kilometer Linienbetrieb pro Tag zu gewährleisten.

Nur vier Minuten reichen aus, um den Akku am Endpunkt Mickten wieder aufzufüllen. Dafür ist eine besonders umweltfreundliche Ladestation am Dreyßigplatz installiert worden, die mit dem Bremsstrom der ankommenden Straßenbahnen die Busbatterien aufladen kann.

Rund 900 000 Euro haben die DVB in das Projekt investiert. Rund die Hälfte davon fördert der Bund mit dem „Schaufenster Elektromobilität“. Dazu kommt noch Geld der TU Dresden für die fünf umzugskistengroßen Batterien aus Lithium-Eisenphosphat und die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Ein herkömmlicher Dieselbus würde demgegenüber nur rund 200 000 Euro kosten. Dafür ist der teure Elektrobus beim Energieverbrauch deutlich effizienter als seine fossil angetriebenen Artgenossen.

Pro Kilometer benötigt der Bus nur rund ein Drittel bis die Hälfte der Energie wie ein normaler Bus mit Verbrennungsmotor. Die Motoren sind viel kleiner als beim Dieselbus, weil sie direkt in die Radnaben der Hinterachse integriert sind. Das bringt Vorteile beim Gewicht.

Der neue E-Bus ist zwölf Meter lang, hat drei Türen und kann auf 28 Sitz- beziehungsweise 42 Stehplätzen insgesamt 70 Fahrgäste befördern. Wenn der Bus einmal gewartet werden muss, steht laut DVB-Sprecher Falk Lösch ein Ersatzfahrzeug mit schadstoffarmem Dieselmotor bereit. (two/fsc)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 41 Kommentare

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  1. Seven

    1,14 Millionen Euro Fördergelder für eine Buslinie die eigentlich keiner braucht. Und dann jammert die DVB rum das Sie kein Geld haben und schmeissen es für solchen Quatsch auf die Straße.

  2. Urbanisator

    Nur mal zum Vergleich: Ein normaler Urbino 12 kostet 189.000 Euro im Listenpreis - bei entsprechender Stückzahl gibts den sicher auch noch mal 10-20% günstiger. Dieser eine Bus kostet mehr als das Fünffache! Und "Abgasfrei" ist auch relativ. Die Kohle, die dafür in Boxdorf zur Stromerzeugung verbrannt wird erzeugt auch Abgase. Hat die DVB wirklich so viel Geld für Spielereien und Spinnereien?

  3. Wahldresdnerin

    Also es fällt mir schwer, bei solchen Unsinnigkeiten die richtigen Worte zu finden, ohne ausfallend zu werden. Nur soviel: Strom kommt für die DVB kurzgedacht "nur aus der Steckdose" und es wird Zeit, dass mal ein richtiger Ökonom das Ruder in die Hand nimmt, denn scheinbar hat die DVB das kleine Einmaleins verlernt. Kopfschüttel!

  4. Realist

    Die neuen DVB-Fahrpreise werden sicherlich auch schon "geflüstert"...

  5. Fortschritt nicht geschenkt

    Das es technischen Fortschritt nicht geschenkt gibt vergessen meine 4 Vorredner wohl. Forschung und Entwicklung kostet nun mal bares Geld. Und geleistete Forschung muss erprobt werden. Aber die 4 Damen und Herren reiten sicherlich zur ihrer Arbeit auf dem Feld...

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