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Mittwoch, 09.01.2013

Diagnosebogen hilft bei Einordnung: Kennen Sie Ihre Schmerzgrenze?

Schmerzen sind immer subjektiv und nicht wie andere Körperfunktionen objektiv messbar. Wie kann ich meinen Schmerz aber richtig beschreiben?

Foto: change-pain/akz-i
Foto: change-pain/akz-i

© Andreas Kšhring PR Fotografie

Wann weiß ich, dass ein Schmerz behandelt werden muss? Kenne ich meine Grenze? Wer Schmerzen unnötig aushält, steigert das Risiko, dass dieser zum Dauerzustand, also chronisch, wird. Wann Sie zum Arzt gehen sollten, was Ihnen und dem Arzt bei der Einordnung Ihres Schmerzes helfen kann, lesen Sie hier.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Empfinden Sie den Schmerz sehr intensiv und als deutlich belastend? Dauert er darüber hinaus mehrere Tage oder gar Wochen an? Äußern sich zudem noch Alarmzeichen wie Taubheit in den Gliedmaßen? Wenn Sie diese Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Denn wer Schmerzen über einen langen Zeitraum einfach unnötig aushält, steigert das Risiko, seine Gesundheit zu gefährden und läuft Gefahr, dass sich der Schmerz chronifiziert.

Was Sie wissen sollten: Der Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner. Beachten Sie: Lassen Sie sich nicht mit erfolglosen Therapieversuchen abspeisen. Wer immer nur ein neues Rezept für Schmerzmittel mit nach Hause nimmt, ohne die Grundlage der Beschwerden zu kennen, geht das Risiko ein, dass sich der Schmerz chronifiziert. Vor allem beim ersten Behandlungsgespräch ist es besonders wichtig, dass Sie und Ihr Arzt dieselbe „Sprache“ sprechen. Der Schmerz und dessen Auswirkungen sollten verständlich erklärt und Ihre Erwartungen vor der Behandlung abgeklärt werden. Hat sich nach mehreren Wochen keine Besserung der Beschwerden gezeigt, sollte Ihr Hausarzt Sie an einen Spezialisten überweisen.

So können Sie sich vorbereiten: Damit sich Ihr Hausarzt oder der Spezialist ein genaues „Schmerzbild“ machen kann: Schildern Sie Ihr eigenes Schmerzempfinden so detailliert wie möglich! Je genauer Sie die „Landkarte“ Ihres Schmerzes zeichnen, desto besser kann er Ihnen auch helfen. Für eine bessere Diagnosestellung können Wegweiser-Fragen helfen, die Sie vor dem Arztbesuch klären: Wo befindet sich mein Schmerz? Wie fühlt sich mein Schmerz an? Wann treten meine Schmerzen auf? Wie lange dauern meine Schmerzen an? Wann haben meine Schmerzen begonnen? Was beeinflusst meine Schmerzen positiv oder negativ?

In den meisten Fällen müssen Sie beim ersten Besuch einen längeren Fragebogen zu Ihren Schmerzen ausfüllen, der es dem Arzt oder Spezialisten ermöglicht, Ihre Schmerzen besser zu verstehen. Auf der Internetseite von change-pain finden Sie im Servicebereich der Website für die Schmerz-Einordnung hilfreiches Handwerkszeug: Patientenpass, Schmerzskala und Schmerzdiagnosebogen. Darüber hinaus können Sie sich den „Pain Tracer“, eine Art interaktives Schmerztagebuch als App für das iPhone, herunterladen.

Tipp: Wichtig ist, nach speziellen Qualifikationen eines Arztes zu suchen, die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ weist z. B. auf eine entsprechende Ausbildung und fundierte Kenntnisse in der Schmerzbehandlung hin. Adressen finden Sie z. B. über die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. unter dem weiterführenden Link.