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Donnerstag, 04.02.2016

Deutschland und Niederlande legen Marinestreitkräfte zusammen

Die militärische Kooperation zwischen Deutschland und den Niederlanden geht seit Jahren außergewöhnlich weit. Jetzt wollen Berlin und Den Haag einen weiteren großen Schritt machen.

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will mit den Niederlanden eine enge militärische Kooperation beschließen.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will mit den Niederlanden eine enge militärische Kooperation beschließen.

© REUTERS

  • Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will mit den Niederlanden eine enge militärische Kooperation beschließen.
    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will mit den Niederlanden eine enge militärische Kooperation beschließen.
  • Das niederländische Schiff „Karel Doorman“ soll auch deutsches Kriegsgerät transportieren können.
    Das niederländische Schiff „Karel Doorman“ soll auch deutsches Kriegsgerät transportieren können.

Amsterdam. Deutschland und die Niederlande wollen am Donnerstag eine noch engere Zusammenarbeit ihrer Streitkräfte vereinbaren. Die Pläne sehen nach Angaben der Regierung in Den Haag vor, das derzeit in Eckernförde beheimatete Seebataillon der Deutschen Marine schrittweise in die niederländische Marine einzugliedern. Die Bundeswehr will im Gegenzug das hochmoderne Versorgungsschiff „Karel Doorman“ der Niederländer mitnutzen. Dieses kann zum Beispiel Leopard-2-Kampfpanzer transportieren.

„Das ist der Weg zu einer europäischen Verteidigungsunion“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorab der „Rheinischen Post“. Zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung werden die Ministerin und ihre niederländische Kollegin Jeanine Hennis-Plasschaert am Mittag auf der 205 Meter langen „Karel Doorman“ im Hafen von Amsterdam erwartet.

Anschließend nehmen von der Leyen und Hennis-Plasschaert an einem zweitägigen Treffen der EU-Verteidigungsminister in der Stadt teil. Bei diesem soll es unter anderem um die derzeit laufenden EU-Militäreinsätze in Ländern wie Mali und der Zentralafrikanischen Republik gehen.

Aus Bundeswehrkreisen hieß es, die Integration des deutschen Seebataillons in die niederländische Marine werde keine Verlegung der rund 800 Soldaten zur Folge haben. Geplant seien vor allem gemeinsame Ausbildungen und Übungen.

Der deutsche Verband besteht unter anderem aus einer Minentaucher- und Aufklärungskompanie. Seine Aufgabenbereiche erstrecken sich nach Marineangaben von Rettungs- und Evakuierungsoperationen und Anti-Terror-Einsätzen bis hin zum Schutz von Seewegen und Häfen.

Vorbild für das neue Kooperationsprojekt ist die erfolgreiche Zusammenarbeit anderer Teilstreitkräfte. Bereits seit 2014 ist der deutschen Division Schnelle Kräfte (DSK) für Ausbildung und Übung die 11. Luftbewegliche Brigade der Niederlande unterstellt. Im vergangenen Jahr wurde zudem vereinbart, die 43. Mechanisierte Brigade der Niederlande in die deutsche 1. Panzerdivision zu integrieren. Ein deutsches Panzerbataillon wird im Gegenzug Teil dieser niederländischen Brigade. Schon seit mehr als 20 Jahren existiert zudem das Deutsch-Niederländische Korps mit Stabssitz in Münster.

Bei allen bisherigen Kooperationen wurde vereinbart, dass Truppeneinsätze weiterhin der Kontrolle durch die nationalen Institutionen und Verfahren unterliegen. Das Seebataillon der Deutschen Marine könnte so zum Beispiel erst nach Zustimmung des Bundestages an einem Auslandseinsatz der niederländischen Marine beteiligt werden. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. beklagenswerteDissoziation

    Die Vereinbarung finde ich typisch GroKo: Ausverkauf und Verantwortungsoutsourcing. Die niederländische Armee hat im Jugoslawienkrieg die Flüchtlinge dem serbischen Massenmord preisgegeben. Für die Sicherheit der deutschen Gewässer muss die Bundeswehr zuständig sein! Es ist die oberste Aufgabe einer Verteidigungsministerin die territoriale Sicherheit herzustellen! Der Amtseid gilt. Was Fr. v.d.Leyen hier macht, ist in Zeiten einer großen Krise sich aus der Verantwortung zu stehlen. Sie hätte lieber die Marine zu Übungen i. d. USA schicken sollen, anstatt den Schleppern in die Hände zu spielen. Wie kann man so verantwortungslos sein und bspw. dem Rüstungszulieferer Krauss Maffai an die Chinesen verkaufen? Mit deutschen Know-how kann Fernost die minimale Rüstungskompetenz Europas komplett ü Wie kann man Müllverbrennungsanlagen(Gefahr der illegalen Giftmüllverbrennung) an die Chinesen verkaufen?? Die GroKo gefährdet bewußt unser Überleben in Selbstbestimmung!

  2. Horstl

    @1 Falls Sie es noch nicht bemerkt haben wird unser Überleben durch ganz abdere Maßnahmen dieser Regierung gefährdet. Und diese befürworten Sie ja unter anderem Pseudonym ausdrücklich. Selbst schuld.

  3. beklagenswerteDissoziation

    @2 Das tue ich nicht! Zerstreuungstaktik! Ich befürworte die Flüchtlingspolitik nicht. Ich bin für die Stabilisierung und den Aufbau von Demokratien in Afrika und für die Vorbereitung durch Bildung in Fächern ohne Terrorpotential als Vorbereitung für den Wiederaufbau Syriens. Ich bin dafür die Ankommenden erst einmal medizinisch zu betreuen und mit Lebensmitteln zu versorgen. Ich bin dagegen, dass das Geld zum Bezahlen für Schleuser mißbraucht werden kann. Ich bin gegen die Marineeinsätze der Bundeswehr, die Leute zur lebensgefährlichen Selbstversenkung von Schiffen verleiten. Die Bundeswehr schützt die Grenzen nicht und wird zum Handlanger der Schleuser, das geht überhaupt nicht. Nur in Sicherheit und Menschenwürde MÜSSEN die Syrer gebracht werden,sonst sind wir Mitschuldige! Die Terroristen v. 9/11 haben auch in D studiert +1.Wk+2.Wk. Ich wäre gern einmal nicht am Massenmord mitschuldig. Massenexodus nach Deutschland b. Kriegen ist aber keine Lösung. Das halten wir nicht durch.

  4. Horstl

    @3 Ja,dann Sorry.

  5. Ockerwitzer

    @Horstl: Das sollte Ihnen jetzt aber richtig peinlich sein. @Thema: Jaja, das Pooling & Sharing. Da wird der zweite vor dem ersten Schritt gemacht. Das Zusammenlegen militärischer Fähigkeiten ist doch vor allem durch den ökonomischen Gedanken geprägt. Der letzte Absatz offenbart doch das Hauptproblem. Eine Einschränkung von Souveränität soll nicht stattfinden. Solange kein gemeinsamer politischer Rahmen definiert wird, sprich wirkliche gemeinsame europäische Außenpolitik, wozu diese Fähigkeiten genutzt werden sollen, ist das Pooling & Sharing nicht erfolgreich. Wenn (wichtige) Partner sich an Auslandsmissionen nicht beteiligen wollen, fehlt dem entsprechenden multinationalen Verband eine Repertoire an Fähigkeiten und er ist damit nicht mehr voll einsatzbereit. Das wir von einer Art des Sharing bereits jetzt profitieren, sieht man ja in Afghanistan. Da kommen sich die Herren und Damen des Verteidigungsministeriums nicht zu blöd vor, mit amerikanischen Blackhawks transportiert zu werden.

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